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Elektromobil unter Wasser DeepFlight Dragon – das U-Boot für Jedermann

| Autor: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Mit dem DeepFlight Dragon will der Unterwasser-Flugpionier Graham Hawkes die Aera der Personal Submarines einläuten. Der Dragon ist intuitiv zu bedienen und taucht im Notfall automatisch auf

(Bild: DeepFlight)

Ein eigenes U-Boot – das wäre doch mal etwas Besonderes! Bislang scheiterten „Personal Submarines“ oder Jedermann-U-Boote daran, dass Unterwasserfahrzeuge nur von speziell dafür ausgebildeten U-Boot-Fahrern gesteuert werden konnten – von dem enormen logistischen Aufwand wie Transport, Lagerung und Start des Unterwassergefährts einmal ganz abgesehen.

Nun aber will die Unterwasser-Fluggesellschaft DeepFlight Personal-Submarine-Zeitalter einläuten und auf der diesjährigen Monaco Yacht Show MYS ein U-Boot-Konzept präsentieren, das so einfach zu fahren sein soll, dass sich völlig neue Marktnischen im Tourismus und der Fahrzeug-Vermietung eröffnen.

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Beim DeepFlight Dragon handelt es sich um das bislang kompakteste und leichteste persönliche U-Boot auf dem Markt. Ziel der Entwicklung war, ein U-Boot zu schaffen,, das sich so einfach und intuitiv bedienen lässt, dass es nach einer kurzen Einweisung von jedermann selbst gesteuert werden kann. Aufgrund dieser völlig neuen Bedienfreundlichkeit soll der DeepFlight Dragon neben Super-Yacht-Besitzer erstmals die Tourismus-Branche ansprechen.

Unter Wasser fliegen

„Die Idee zu DeepFlight Dragon hatte ich während einer Tagung zu Elektroflugzeugen. Alle Teilnehmer waren so besessen von der Idee einer großen Drohne, die jeder einfach von fliegen kann“, erklärt DeepFlight-Gründer Graham Hawkes. „Da dachte ich mir ‚das würde ja unter Wasser auch gehen‘. Und so begann ich umgehend mit der Umsetzung dieser Idee – denn wenn ich es nicht täte, käme mir sicher ein anderer zuvor. Also beantragte ich Patente – und das Ergebnis ist DeepFlight Dragon.

Im Notfall geht's nach oben

Die bemerkenswerteste Eigenschaft von DeepFlight Dragon ist laut Hawkes der positive Auftrieb: Im Notfall, etwa bei totalem Energieverlust, sorgt er dafür, dass das U-Boot von selbst an die Oberfläche zurückkehrt und nicht auf den Meeresgrund sinkt. „Das ist der entscheidende Unterschied zu einem herkömmlichen Unterwasserfahrzeug, bei dem Ventile geöffnet werden, um Wasser einströmen zu lassen, damit es schwer wird und sinkt. Wenn dabei ein Fehler auftritt und sich das Ventil nicht mehr schließen lässt, sinken Sie weiter und weiter und weiter … das musste ich in der Tat während eines Tauchgangs schon einmal erleben – und ich kann Ihnen sagen, das ist kein gutes Gefühl!“

Ein Flugzeug für das Wasser

Der DeepFlight Super Falcon war das Hawkes’ erstes Unterwasserfahrzeug mit positivem Auftrieb. „Wenn Sie ein Flugzeug fliegen können uns sich in ein solches U-Boot mit positivem Auftrieb reinsetzen, haben Sie das Gefühl ein Flugzeug zu steuern, nu in einem anderen aber sehr ähnlichen Medium: Wasser. Der Dragon ist im Prinzip ein Flugzeug – ich weiß, dass wir das so nicht sagen können, aber es handelt sich im Prinzip um ein Flugzeug im Wasser.“

Alles lässt sich intuitiv bedienen

Alle Steuerungs- und Bedienelemente des Dragon wurden auf eine möglichst einfach Bedienung hin optimiert. „Es ist auch für Ungeübte so einfach und intuitiv zu bedienen, dass es sicher das erste U-Boot sein wird, das man beispielsweise in einer Ferienanlage stundenweise mieten kann.

Das Volks-U-Boot für 1,2 Mio. US-$

Der DeepFlight Dragon kostet etwas weniger als das DeepFlight-Top-Modell Super Falcon, der mit allem Zubehör bei rund 1,5 Mio. US-$ liegt: Bei der MYS werden Bestellungen gegen eine Zahlung von 1,2 Mio. US-$ entgegen genommen, um die Serienproduktion anzuschieben.

Startrampe zum Aufblasen

Neu auf der Zubehörliste des Dragon ist eine aufblasbare Start-Plattform. „Diese Start-Plattform entstand aus der Überlegung, worauf es den Nutzern des Dragon wohl am meisten ankommt. Und eine der wichtigsten Eigenschaften ist die Sicherheit“, so Hawkes weiter. „Wir möchten nicht, dass jemand verletzt wird, und eine der Probleme bei so kleinen Unterwasserfahrzeugen ist, dass sie zwischen Deck und der Wasserlinie kein so genanntes Freibord haben. Die einzige Möglichkeit, die Sicherheit von Unerfahrenen sicherzustellen war unserer Ansicht nach, eine größere Basis in Form einer aufbalsbaren Plattform zu schaffen, die das U-Boot aus dem Wasser hebt – und genau das haben wir getan.“

Der Drachen passt in jede Boots-Garage

Der voll elektrisch angetriebene DeepFlight Dragon ist für Tauchgänge bis in eine Tiefe von rund 120 m konzipiert. Er ist 1,5 m hoch und bringt 1800 kg auf die Waage, das ist weniger als die Hälfte vergleichbarer Untewasserfahrzeuge. Aufgrund seiner Größe passt er in herkömmliche Yacht-Garagen und auf entsprechende Schiffsdecks. Wie alle DeepFlight-U-Boote hat auch der Dragon einen positiven Auftrieb und taucht selbstständig auf. Zudem handelt es sich um das erste DeepFlight-U-Boot mit vertikalem Schubantrieb, der quasi ein „Schweben“ im Wasser ermöglicht.

Rauf und runter wie mit dem Hubschrauber

Der Zweisitzer ist das erste „persönliche“ U-Boot mit genügend Leistung, um nur mit dem vertikalem Schubantrieb abzutauchen, also ohne kompliziertes Fluten und Leerpumpen von Ballasttanks zum Ab- und Auftauchen, wie es bei allen vergleichbaren Unterwasserfahrzeugen üblich ist. Das jüngste DeepFlight-Gefährt wird mit dem DeepFlight Dive Manager geliefert, der kritische Funktionen überwacht und steuert – eine Aufgabe, für die in einem herkömmlichen U-Boot ein dritter Pilot an Bord ist. Das folgende Video zeigt eine Tauchfahrt mit dem Personal Submarine DeepFlight Super Falcon:

Video: Tauchgang im DeepFlight Dragon

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.