Elektro-Offensive Das sind die kommenden E-Motorräder

Quelle: sp-x

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Motorradhersteller haben mit der E-Mobilität bislang gefremdelt. Doch mittlerweile gehen einige etablierte wie auch junge Marken in die Elektro-Offensive, wie sich an einigen neuen E-Projekten zeigt.

Während viele Motorradhersteller sich dem Elektro-Thema erst noch annähern, hat Energica mit der Experia nun die erste elektrische Reiseenduro der Welt vorgestellt.
Während viele Motorradhersteller sich dem Elektro-Thema erst noch annähern, hat Energica mit der Experia nun die erste elektrische Reiseenduro der Welt vorgestellt.
(Bild: Energica)

Während sich elektrisch angetriebene Roller und Autos längst im Straßenbild etabliert haben, bleiben elektrische Motorräder bisher Ausnahmeerscheinungen. Lediglich Newcomer wie Zero oder Energica bieten seit einigen Jahren Bikes an, während die etablierten Hersteller, sieht man von wenigen Ausnahmen wie Harley-Davidson ab, lange einen großen Bogen um dieses Thema gemacht haben. Doch mittlerweile wächst die Zahl großer Namen der Zweiradwelt mit dem ein oder anderen Elektropfeil im Köcher. Hier fünf spannende Projekte der näheren Zukunft.

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Einen ersten konkreten Ausblick auf ein künftiges Elektro-Modell hat der britische Hersteller Triumph in diesem Jahr mit dem Prototyp TE-1 gegeben. Wohl ab 2025 könnte eine entsprechende Serienversion an den Start gehen. Die Leistungseckdaten der fahrbaren TE-1 klingen gut: So soll der 130 kW/177 PS starke Motor das 220 Kilogramm wiegende Streetfighter-Modell aus dem Stand auf 100 km/h in 3,6 Sekunden beschleunigen. Maximal sind allerdings nur 160 km/h sowie 161 Kilometer Reichweite drin.

Deutlich mehr Leistung bieten und zudem deutlich früher einsatzbereit wird das erste Elektromodell von Ducati sein. V21L heißt der im Juli 2022 vorgestellte, 225 Kilogramm leichte Prototyp mit 18 kWh großer Batterie. Es handelt sich um den Ausblick auf ein künftiges Rennmotorrad, das in Kleinserie gebaut und als Standardmodell im „FIM Enel MotoE World Cup“ ab 2023 zum Einsatz kommen wird. Der Carbon-Racer bringt 110 kW/150 PS ans Hinterrad und soll 275 km/h schnell werden. Auch wenn es sich um eine reine Wettbewerbsmaschine handelt, soll sie für Ducati den Weg in die E-Zukunft ebnen, denn erklärtes Ziel der Italiener ist es, in wenigen Jahren ein spaßbetontes E-Motorrad mit Straßenzulassung auf den Markt zu bringen.

Zu den großen Zweiradmarken mit greifbaren Ausblicken auf eine E-Zukunft gehört auch Kawasaki. 2019 haben die Japaner ihr erstes rein batterieelektrisches Zweirad vorgestellt, das 2020 den offiziellen Projektnamen Endeavor erhalten hat. Optisch ähnelt das Bike einem sportilchen Mittelklassemodell. Mit 20 kW/27 PS soll es bei der Leistung etwas daruner liegen. Zu den Besonderheiten gehören ein Viergang-Schaltgetriebe sowie eine Motorbremse, über die sich per Rekuperation Strom zurückgewinnen lässt. Rund 100 Kilometer sollen möglich sein. Vielleicht schon kommendes Jahr könnte Kawasaki ein aus dem Endeavor-Projekt abgeleitetes Serienmodell vorstellen.

In Hinblick auf Design und Marktstart bereits konkreter ist Bombardier Recreational Products (BRP). Ab 2024 wollen die Kanadier unter der Marke Can-Am wieder Motorräder anbieten. Wie einst in den 80er-Jahren werden die emissionsfreien Can-Am-Bikes von Rotax-Maschinen angetrieben, die jedoch rein elektrisch ihre Vortriebsarbeit verrichten. Die ersten beiden E-Modelle von Can-Am, das Naked-Bike Pulse und die Enduro Origin, haben die Nordamerikaner Anfang August enthüllt. Es handelt sich um schlanke und leicht futuristisch gezeichnete Motorräder, zu denen technische Details im Sommer 2023 veröffentlicht werden. Für 2024 plant Can-Am, die Pulse auf den Markt zu bringen. Sie ist Vorreiter einer ganzen E-Familie, die auf insgesamt vier Modelle wachsen soll.

Wer lieber zeitnah und nicht erst in ein paar Jahren auf ein E-Motorrad umsteigen will, sollte vielleicht einen Blick auf das frisch erweiterte Angebot des E-Pioniers Energica werfen. Mit der Experia bringen die Italiener nämlich im Herbst die erste rein elektrisch angetriebene Reiseenduro auf dem Markt. Das über 30.000 Euro teure Modell wirkt auf den ersten Blick eigentlich wie ein konventionell angetriebenes Dickschiff für lange Touren, doch im Hybridrahmen aus Rohren und Platten stecken ein Riesenakku und ein bis zu 75 kW/101 PS leistender E-Motor. Bis zu 180 km/h schnell und bis zu 420 Kilometer weit soll die Experia fahren können. Die maximale Reichweite wird man allerdings nur im Stadtverkehr erreichen, im Tourenmodus sind es gut 200 Kilometer weniger.

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