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Befahrbare Solaranlage – Beheizbarer Radweg produziert sauberen Strom

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Geht es nach dem Start-Up Solmove, dann liegt ein entscheidender Beitrag zur Energiewende auf unseren Straßen. Diese sollen künftig auch als Solarparks genutzt werden. Wie das aussieht, zeigt jetzt ein Radweg bei Köln.

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Nach Berechnung von Solmove erwirtschaftet eine Solarstraße mit einer Lebensdauer von 25 Jahren den Kommunen jährlich rund fünf bis acht Euro pro Quadratmeter (nach Abzug der Investitionskosten), während sich die Kosten für die Instandhaltung asphaltierter Straßen auf einen Euro pro Quadratmeter und Jahr belaufen.
Nach Berechnung von Solmove erwirtschaftet eine Solarstraße mit einer Lebensdauer von 25 Jahren den Kommunen jährlich rund fünf bis acht Euro pro Quadratmeter (nach Abzug der Investitionskosten), während sich die Kosten für die Instandhaltung asphaltierter Straßen auf einen Euro pro Quadratmeter und Jahr belaufen.
(Bild: Solmove)

In Erftstadt bei Köln gibt es nun den ersten öffentlichen Solarradweg Deutschlands. Die gut 90 Meter lange Versuchsstrecke ist mit robusten Solarmodulen des in Potsdam beheimateten Start-up Solmove GmbH gepflastert. Die rund 200 Quadratmeter große Fläche soll jährlich rund 12 Megawattstunden Strom produzieren. „Die Stadt möchte mit der Teststrecke auf dem Radweg zeigen, dass jede Kommune sauberen Strom produzieren kann, ohne das Landschaftsbild zu stören“, so Erftstadts Bürgermeister Volker Erner.

Neben der Produktion sauberer Energie kann der rutschfeste Belag gleichzeitig die Ganzjahresnutzung für Radfahrer gewährleisten, denn die Module, die ebenfalls im Winter Strom produzieren, tauen auch Eis ab. Damit kann man den Weg bei eigentlich schwierigen Straßenverhältnissen sicher befahren. Über die Kosten der unter anderem mit Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative finanzierten Versuchsanlage gibt es keine Informationen. Die auf vorhandene Flächen aufgeklebten Solarmodule könnten sich laut Solmove in Zukunft nach 10 bis 14 Jahren amortisieren. Der Solarpionier plant, kommendes Jahr weitere Testanlagen in Europa, China und den USA zu installieren.

In Erftstadt bei Köln gibt es jetzt den ersten Solarradweg Deutschlands.
In Erftstadt bei Köln gibt es jetzt den ersten Solarradweg Deutschlands.
(Bild: Stadt Erftstadt)

Wie viele Ideen, wurde auch Solmove aus der Not geboren. Erste Gedanken zur „Straße der Zukunft“ kamen dem gebürtiger Inninger, als er im Allgäu ein freies Dach als Fläche für eine Photovoltaikanlage suchte – und scheiterte: Auf jeder Scheune waren bereits Solarzellen installiert worden – man brauchte alternative Fläche, wollte man nicht unberührten Grund verbauen.

Solarstraßen könnten zur Ladestation für Elektroautos und -räder werden – im besten Fall kabellos durch Induktion. Noch futuristischer ist das Kleingedruckte, denn Solarstraßen sollen Lärm absorbieren, im Dunkeln den Weg leuchten, im Winter eisfrei bleiben und am besten durch Datennutzung z. B. Ampelanlagen effizienter steuern.

Stromversorgung für bis zu 150 Haushalte

Hinzu kommt ein ökonomischer Aspekt: Nach Berechnung von Solmove erwirtschaftet eine Solarstraße mit einer Lebensdauer von 25 Jahren den Kommunen jährlich rund fünf bis acht Euro pro Quadratmeter (nach Abzug der Investitionskosten), während sich die Kosten für die Instandhaltung asphaltierter Straßen auf einen Euro pro Quadratmeter und Jahr belaufen.

Das meiste Kopfzerbrechen bereitete die spezielle Oberfläche, denn diese muss nicht nur leicht installierbar und absolut bruch- sowie rutschfest sein, sondern den größten Kritikpunkt des Unterfangens lösen: die nicht ideale Sonneneinstrahlung auf horizontale Flächen. Aus diesem Grund sei, laut Solmove, zwar nicht jede Straße gleichermaßen geeignet, dennoch könnten horizontale Solaranlagen pro Quadratmeter rund 100 kWh Strom jährlich produzieren. Ein Kilometer Solar-Landstraße könne so rund 150 Haushalte mit Strom versorgen.

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