Elektromobilität Audi will eigenes Premium-Schnellladenetz

Redakteur: Svenja Gelowicz

Der Ingolstädter Autobauer Audi sorgt sich um den Verkauf seiner Elektroautos wegen zu wenig Ladesäulen – und geht nun mit Plänen zu einem eigenen Angebot in die Offensive.

Audi: E-Auto-Laden beim Anbieter Ionity. Künftig könnte der Ingolstädter Hersteller seine eigenen Stromtankstellen haben.
Audi: E-Auto-Laden beim Anbieter Ionity. Künftig könnte der Ingolstädter Hersteller seine eigenen Stromtankstellen haben.
(Bild: Audi)

Audi geht der Ladeinfrastrukturausbau in Deutschland nicht schnell genug. Der Chef des Ingolstädter Autobauers, Markus Duesmann, prüft deshalb bereits seit Herbst eigene Premium-Stromtankstellen in großen Städten. Das berichtet das „Handelsblatt“ am Montag. „Wir wollen nicht, dass der Verkauf unserer Fahrzeuge am Mangel an Ladestationen scheitert“, sagte der Manager der Wirtschaftszeitung. Außerdem sorge sich der Hersteller, dass die Ladesäulen mit elf oder 22 Kilowatt zu schwach für leistungsstarke Fahrzeuge sind. Die Pläne seien bereits dem VW-Konzernvorstand vorgestellt worden.

Vorbild für das Unterfangen dürfte der kalifornische E-Autobauer Tesla sein. Das Unternehmen hat ein eigenes Netz mit sogenannten Superchargern: Schnellladesäulen mit bis 250 kW Ladeleistung, die 120 Kilometer Reichweite in fünf Minuten versprechen. Die Ladepunkte stellt Tesla exklusiv seinen Kunden zur Verfügung.

Porsche könnte Teil von Audis Ladeoffensive werden

Dem Bericht zufolge sollen die Audi-Charger mindestens 150 Kilowatt stark sein. Fahrzeuge könnten damit ähnlich schnell wie Verbrenner betankt werden. Vorerst seien 200 bis 300 Stationen geplant, die dem Unternehmen über eine Milliarde Euro kosten könnten. Die Konzernschwester Porsche könnte sich an dem Netz ebenfalls beteiligen.

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