Energiekrise Audi-Chef zeigt sich für autofreie Tage offen

Quelle: dpa

Markus Duesmann will die Elektrostrategie trotz der Energiekrise nicht aufweichen. Stattdessen sind auch autofreie Tage oder Tempolimits für den Audi-CEO mögliche Mittel zum Sparen.

„Wie sieht es in einem Jahr aus?“, fragt sich nicht nur Markus Duesmann.
„Wie sieht es in einem Jahr aus?“, fragt sich nicht nur Markus Duesmann.
(Bild: Audi)

Audi sieht „erste Zeichen“ für einen Rückgang der Bestellungen in Europa. Vorstandschef Markus Duesmann sagte der „Süddeutschen Zeitung“, noch müsse Audi seine Prognosen nicht senken. „Aber da kommt was auf uns zu, wir können nichts ausschließen“, sagte Duesmann. Auch im Führungskreis werde das so diskutiert. „Ich neige nicht zur Sorge. Aber die aktuelle Situation beschäftigt mich schon.“

Weil die Corona-Pandemie, fehlende Halbleiter und Verzögerungen in den Lieferketten die Autoproduktion lange gebremst hatten, haben sich die Auftragsbücher bekanntermaßen gefüllt. Der Audi-Chef sagte: „Im Moment kommen wir ja nicht mit der Produktion hinterher, aber wie sieht es in einem Jahr aus?“ Ein langer Krieg beunruhige die Menschen, sie halten sich Kaufentscheidungen zurück. Zur hohen Inflation könnte eine Rezession kommen.

Keine Aufweichung der Elektro-Strategie

„Andere Marken im Konzern können gegebenenfalls einige Jahre länger als geplant Verbrennerautos produzieren, wenn die Energielage in den kommenden Jahren so bleibt“, sagte Duesmann, der auch dem Volkswagen-Konzernvorstand angehört. Audi aber wolle wie angekündigt ab 2033 nur noch in China Verbrenner bauen, sonst nur noch Elektroautos. „Der Strompreis in Deutschland und in Europa mag jetzt gestiegen sein, aber wir werden unsere Strategie deshalb nicht anpassen“, sagte der Audi-Chef.

Mit dem Rennrad auf die Autobahn

Angesichts der aktuellen Krise zeigte sich Duesmann zudem offen für Maßnahmen wie autofreie Tage und Tempolimits. „Um uns in Deutschland besser einzustimmen auf die Lage und die Notwendigkeit des Sparens, könnte es wieder autofreie Tage geben, so wie in den 1970er Jahren“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Auch ein Tempolimit könne ein hilfreiches Symbol sein. „Wir müssen umdenken, uns klar werden, dass sich unser Leben ändert.“ Geld „als einziger Regler“ reiche für die aktuelle außergewöhnliche Situation nicht aus.

Sollte es autofreie Tage geben, würde Duesmann sie auch privat nutzen, sagte er: „Wenn es ein Sonntag ist, werde ich mit meinem Rennrad über die gesperrte Autobahn fahren.“

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