ADAS Bosch will Assistenzsysteme personalisieren

Von Haiko Tobias Prengel/SP-X 1 min Lesedauer

Assistenzsysteme sollen unterstützen – je nach Fahrstil passen die Eingriffe aber nicht immer. Bosch will die Systeme deswegen personalisieren.

Bosch will Assistenzsysteme personalisieren. Diese sollen auf den Fahrstil von Fahrerin oder Fahrer reagieren können.(Bild:  Bosch)
Bosch will Assistenzsysteme personalisieren. Diese sollen auf den Fahrstil von Fahrerin oder Fahrer reagieren können.
(Bild: Bosch)

Übergriffige Spurhalter, überempfindliche Parksensoren und andere piepende Warnsignale: Fahrassistenzsysteme in modernen Pkw nerven viele Autofahrer. Nicht wenige schalten sie deswegen sogar aus. Die Automobilindustrie arbeitet jetzt an intelligenteren Systemen, die künftig deutlich weniger oder bestenfalls gar keine Fehler mehr machen. Die Industrie wolle „negative Fahrerlebnisse“ vermeiden, hieß es bei der Bosch Connected World in Berlin, einem zweitägigem Branchentreff zu Künstlicher Intelligenz und Software.

So entwickelt Bosch Mobility unter dem Namen „Hyper Personalization“ eine neue Generation von Sicherheits- und Komfortassistenz, bei der sich das Auto dem Fahrer und dessen individuellem Fahrprofil anpasst. Ein Spurhalteassistent etwa müsse tagsüber bei dichtem Verkehr strenger agieren als nachts, wenn die Autobahn oder Landstraße leer sei, erklärte Bosch-Projektleiter Holger Breuing. Das Szenario: Auf freier Strecke können Fahrerinnen oder Fahrer künftig eine Kurve auch mal schneller nehmen und etwas schneiden, ohne dass der Spurhalteassistent gleich Alarm schlägt.

Smarte Systeme passen sich dem Fahrstil an

Auf der Autobahn soll der adaptive Tempomat, der den vorausfahrenden Verkehr beobachtet und Geschwindigkeiten anpasst, durch smartere Systeme verbessert werden. Ein Autofahrer überholt etwa gerne sportlich und fühlt sich bei höherem Tempo auf der linken Spur wohl. Der andere fahre lieber defensiv und wolle Kraftstoff beziehungsweise Strom sparen, erklärte Breuing. Derzeit müssen Autofahrer etwa noch zwischen Sport-, Komfort- oder Eco-Modus hin- und herschalten.

In Zukunft soll das Auto von selbst erkennen, wie der Nutzer in der jeweiligen Situation agieren will und was seine Vorlieben sind. Bosch Mobility spricht in diesem Zusammenhang vom „KI-Cockpit“. „Hyper Personalization“ sammelt im Hintergrund fortlaufend Daten, damit die Fahrzeug-Software entsprechend detaillierte Nutzerprofile erstellen kann.

Bei aller modernen Software werde ein Auto aber immer noch ein Auto bleiben, betonte Hartung, „mit vier Rädern und einer Karosserie“. Zwar entstehe durch KI und Digitalisierung für die Industrie ein großes Potenzial an neuer Wertschöpfung. Aber: „Software wird Hardware nicht ersetzen.“

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