Lange Lieferzeiten ADAC fordert Reservierungsmöglichkeit für E-Auto-Prämie

Quelle: dpa

Autokäufer müssen derzeit unter Umständen lange auf einen Neuwagen warten. Für etliche, die ein Elektrofahrzeug bestellt haben, könnte die Wartezeit richtig teuer werden, denn die hohe Förderung des Bundes ist nur noch für 2022 garantiert.

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Käufer von rein elektrisch betriebenen Elektrofahrzeugen bekommen im Moment eine Förderung von bis zu 9.000 Euro.
Käufer von rein elektrisch betriebenen Elektrofahrzeugen bekommen im Moment eine Förderung von bis zu 9.000 Euro.
(Bild: Audi)

Angesichts zunehmend langer Lieferfristen bei Elektrofahrzeugen hat sich der ADAC dafür eingesetzt, die Antragsmodalitäten für die Innovations- und Umweltprämie zu verändern. „Wer sich in diesem Jahr dazu entscheidet, auf Elektromobilität umzusteigen, sollte sicher sein können, dass er auch die für dieses Jahr zugesagte staatliche Förderung von bis zu 6.000 Euro erhält“, sagte ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Wegen der Chip-Krise und anderer Probleme müssen Käufer eines neuen E-Autos derzeit teils über ein Jahr lang auf die Lieferung des Fahrzeugs warten. Die neue Bundesregierung hat nur noch für das laufende Jahr fest zugesagt, die bislang bestehende Förderung aus Umweltbonus plus Innovationsprämie unverändert zu gewähren. Für den Förderantrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) muss der Wagen nicht nur in diesem Jahr bestellt, sondern auch ausgeliefert und zugelassen sein. Was bei Lieferterminen in „Kalenderwoche 49“ oder später eng werden könnte.

ADAC: Prämie zwölf Monate reservieren

Lieferschwierigkeiten der Hersteller dürften nicht zum finanziellen Nachteil für Verbraucher werden, forderte Hillebrand. Der ADAC trete dafür ein, dass bei Abschluss eines Kauf- oder Leasingvertrags eine Möglichkeit zur Reservierung der Fördersumme eingeräumt werde, sagte er. Diese Zusage sollte für mindestens zwölf Monate gelten. Die Auszahlung sollte weiterhin erst bei Zulassung des Fahrzeugs erfolgen: „Nur so wird die Verunsicherung bei E-Auto-Interessenten vermieden und notwendiges Vertrauen geschaffen.“

Die alte schwarz-rote Bundesregierung hatte 2019 beschlossen, den Umweltbonus bis Ende 2025 zu verlängern und deutlich zu erhöhen. Wegen der Corona-Pandemie hatte Schwarz-Rot zudem im Sommer 2020 festgelegt, den staatlichen Anteil für die Förderung von elektrischen Fahrzeugen in Form einer Innovationsprämie befristet zu verdoppeln.

Schlechte Karten für Plug-in-Hybride

Die Ampel-Koalitionäre von SPD, Grüne und FDP wollen die Subventionsregelung der Vorgängerregierung nur noch bis Ende 2022 unverändert fortführen. Was danach kommt, ist ungewiss. Für manche Fahrzeugtypen könnte die Förderung deutlich abgeschmolzen werden oder komplett entfallen. Insbesondere die Anschaffung von Plug-in-Hybriden soll in absehbarer Zeit nicht mehr so umfangreich gefördert werden. Diese Fahrzeugklasse hat bei Umweltschützern allerdings einen schlechten Ruf, weil viele Käufer zwar die Elektroprämie einkassieren, im Alltag aber gar nicht oder nur selten elektrisch ohne CO2-Ausstoß fahren.

Nach 2022 will die Ampelkoalition nur noch Elektrofahrzeuge fördern, die nachweislich einen Klimaschutzeffekt haben. Als Maßstab bei Plug-in-Hybriden soll eine elektrische Mindestreichweite gelten sowie der Anteil, zu dem der Wagen rein elektrisch gefahren wird.

Die Aussage im Koalitionsvertrag bedeutet keine Komplettabsage an die staatliche Förderung. Das Ende der Innovationsprämie für E-Autos ist demnach erst für Ende 2025 geplant. Was aus dem ursprünglichen Umweltbonus wird, steht noch nicht fest. Doch die Worte „degressiv reformieren“ sind für potenzielle Käufer keine rosigen Aussichten, auch für die, die sich ein reines E-Fahrzeug anschaffen wollen.

Im Haus von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wird an Details der künftigen Förderung gearbeitet. Der überraschende Stopp der staatlichen Förderungen für energieeffiziente Gebäude hat gezeigt, dass der Vizekanzler auch zu unpopulären Einschnitten greift.

Experte: Förderung auch über 2025 hinaus nötig

Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY glaubt, dass die Koalition nicht voreilig den Subventionsstecker zieht: „Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung die Anschaffung eines E-Autos noch über 2025 hinaus unterstützen wird.“ Ohne diese Subventionen werde es für viele Menschen finanziell nicht darstellbar sein, ein E-Auto zu kaufen.

Um die Ziele des angekündigten „Green Deals“ zu erreichen, komme es aber nicht nur auf den Absatz der Autos an, sagte Fuß. „Die Industrie ist ja im Prinzip lieferfähig und fährt auf der Überholspur. Nur die Politik bewegt sich beim notwendigen Ausbau der Ladeinfrastruktur noch auf der Kriechspur.“ Die Elektromobilität könne nicht alleine durch Subventionen der Fahrzeuge vorangetrieben werden. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur müsse deutlich beschleunigt werden.

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