Auto-Projekt Warum ein iCar für Apple ein Rückschritt sein könnte

Quelle: Pressemitteilung

Seit Monaten wird spekuliert: Steigt Apple tatsächlich ins Auto-Geschäft ein? Eine Umfrage der Beratung Simon-Kucher & Partners zeigt: Kundeninteresse wäre durchaus vorhanden. Dennoch äußern die Berater auch einige Zweifel an einem möglichen iCar.

Firmen zum Thema

Der britische Leasing-Anbieter Vanarama hat Rendering erstellt, wie das iCar möglicherweise aussehen könnten - anhand von eingereichten Patenten.
Der britische Leasing-Anbieter Vanarama hat Rendering erstellt, wie das iCar möglicherweise aussehen könnten - anhand von eingereichten Patenten.
(Bild: Vanarama)

Kaum ein Auto-Projekt hat für so viel Spekulationen gesorgt wie das iCar von Apple. Aus Patenten werden Fahrzeug-Renderings gefertigt, renommierte Analysten gehen mögliche Details zu den Komponenten durch. Die Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners hat nun 9.500 Autokäufer über ein Fahrzeug, über das es kaum offizielle Daten gibt, befragt.

Demnach interessieren sich 72 Prozent der elektro-affinen Kunden weltweit grundsätzlich für das iCar. In China sind es sogar 80 Prozent. Allerdings gehen auch 30 Prozent der befragten US-Amerikaner davon aus, dass das Projekt ein Flop wird. „In den USA ist für viele Kunden Tesla der Platzhirsch, der weiterhin den Markt dominieren wird“, heißt es von der Beratung.

Ob die Community beim Fahrzeug mitzieht, ist fraglich

Bei Kunden könnte Apple vor allem mit auffälligem Design und anwenderfreundlicher Technologie punkten. Kunden rechnen im Schnitt länderübergreifend mit einem Preis von etwa 56.000 Euro. Sie sehen das Fahrzeug also weniger als Luxus- und mehr als ein gehobenes Mittelklasse-Auto. Bis das Fahrzeug möglicherweise im Jahr 2025 auf den Markt kommen könnte, hätten Wettbewerber auch eine Vielzahl attraktiver Produkte auf den Markt gebracht, heißt es in der Auswertung weiter.

Hinter vielen der aktuellen Apple-Produkte steht eine treue Community mit hoher Zahlungsbereitschaft. Das gelte für das iCar nicht, heißt es von Simon-Kucher & Partners. Viel Überzeugungsarbeit sei nötig, um Kunden von Tesla oder deutschen Premiumautobauern zu erreichen. Wichtig sei es, auch bei Dienstleistungen wie Wartung und Reparatur zu überzeugen.

Außerdem gerate Apples übliches Geschäftsmodell an Grenzen: Derzeit generiere der Konzern geschätzt mehr als 40 Prozent seines Gewinns durch digitale Services, nicht durch die verkaufte Hardware. Und auch wenn der Trend in der Autobranche deutlich hin zu den digitalen Services geht, erscheine ein Produkt wie ein Auto für Apple wie ein Rückschritt, so die Unternehmensberatung.

(ID:47931697)