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Wallbox für zu Hause – Schneller, sicherer, sparsamer laden

Autor / Redakteur: Holger Holzer / Benjamin Kirchbeck

Wer sein Elektroauto zuhause laden will, kommt nicht ohne Wallbox aus. Doch wozu ist diese nötig, welches Modell passt zu den eigenen Ansprüchen und welche Kosten kommen auf einen zu?

Auch einige Autohersteller haben Wallboxen im Angebot.
Auch einige Autohersteller haben Wallboxen im Angebot.
(Bild: Daimler)

An der Haushaltssteckdose sollte man E-Autos nur im Notfall laden, denn die Installation ist für die großen Strommengen und die lange Ladedauer nicht ausgelegt. Im besten Fall springt irgendwann die Sicherung raus, im Extremfall drohen Überhitzungen bis hin zum Kabelbrand. Eine Wallbox – übersetzt „Wandkasten“ - sichert das Hausnetz gegen Überlastungen und verhindert gleichzeitig, dass Nutzer einen Stromschlag bekommen können. Weil die meisten Boxen über ein fest installiertes Kabel verfügen, gelingt das abendliche Anschließen ans Stromnetz zudem einfacher und schneller als wenn man das bordeigene Ladekabel aus dem Kofferraum kramen und in die Buchsen von Auto und Wallbox fummeln muss.

Neben der Sicherheit und dem Komfort hat die Wallbox einen weiteren Vorteil: Sie lädt das E-Auto deutlich schneller auf als die Haushaltssteckdose. Während letztere maximal 2,3 Kilowatt pro Stunde in den Akku pumpt, schafft die Wallbox je nach Modell und Anschluss zwischen 3,7 und 22 Kilowatt. Das vervielfacht die Ladegeschwindigkeit: Ein E-Mobil mit einer 23 Kilowatt großen Batterie müsste grob gerechnet für 10 Stunden an die Schuko-Dose, an der schnellen Wallbox wäre sie nach etwas mehr als einer Stunde wieder voll. Dazu kommt: Die Ladeverluste sind beim Tanken an der Box häufig deutlich geringer als in anderen Tank-Modi. Das heißt, von dem verbrauchten Strom kommt ein größerer Teil im Akku an.

Bei der Wahl der passenden Wallbox spielen mehrere Überlegungen eine Rolle. Zunächst einmal das aktuelle Auto. Längst nicht jedes Modell kommt mit Ladeleistungen von 11 oder 22 kW klar, lädt auch an den schnellen Steckdosen nur mit seiner eigenen, geringeren Geschwindigkeit. Allerdings sollte man bedenken, dass man sein E-Auto irgendwann wechselt - und daher besser eine zukunftssichere Option wählt. In der Regel dürfte die 11-kW-Variante für die meisten Nutzer die beste Wahl sein. Im Vergleich mit dem 22-kW-Topmodell ist sie deutlich günstiger. Zudem bedarf sie anders als jene keiner ausdrücklichen Genehmigung durch den örtlichen Netzbetreiber. Wer wirklich schnell laden will, tankt sowieso eher in der Öffentlichkeit, wo Ladeleistungen bis 150 kW - und künftig noch darüber hinaus - möglich sind.

Bei der Wahl der passenden Box dürfte neben praktischen und technischen Überlegungen auch der Preis eine Rolle spielen. Einfache Modelle gibt es ab rund 500 Euro, für bessere werden vierstellige Beträge fällig. Unterschiede gibt es außer bei der Ladeleistung vor allem beim Design und der Ausstattung, etwa der Kabellänge oder dem Komfort des Bediensystems. Alternativ zur fest installierten Box gibt es auch transportable Exemplare, mit denen man unterwegs nicht auf Ladesäulen angewiesen ist, sondern auch Starkstromanschlüsse, etwa in Gewerbebauten, nutzen kann. Zumindest theoretisch kann man seine Wallbox zudem statt an den haushaltsüblichen Wechselstrom auch an den stärkeren Gleichstrom anschließen, allerdings nur zu immensen Kosten.

Wer an die konkrete Planung seiner Heim-Ladesäule geht, wendet sich zunächst am besten an seinen Stromversorger. Häufig fördert dieser die Installation mit einigen Hundert Euro, hat passende Boxen zu Vorzugspreisen im Angebot oder bietet spezielle Stromtarife an. Auch der Hersteller des jeweiligen Elektroautos hat häufig Wallboxen im Programm oder kann die Kontakte vermitteln. Wer technisch trittsicher ist, kann sich eine Box mittlerweile auch in Eigenregie in E-Fachmärkten oder im Online-Versand besorgen. Den Einbau sollte man jedoch in jedem Fall einem Profi überlassen. Die Kosten hängen stark von den örtlichen Gegebenheiten ab, dürften aber mehrere Hundert Euro betragen. Doch Fehler sind lebensgefährlich. Zudem droht bei Schäden Ärger mit der Versicherung.

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