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VDA-Chefin: „Weder Städte noch Industrie allein können die notwendige Transformation der Mobilität bewältigen“

Autor / Redakteur: ampnet / Svenja Gelowicz

Elektromobilität, die Digitalisierung der städtischen Infrastruktur und ein Rechtsrahmen für autonomes Fahren in Städten: Die Plattform Urbane Mobilität hat ein Thesenpapier mit Forderungen entwickelt. Was die wichtigsten Punkte sind.

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Auch für Fahrradfahrer soll es bessere Rahmenbedingungen geben.
Auch für Fahrradfahrer soll es bessere Rahmenbedingungen geben.
(Bild: Kay Tkatzik)

Neun deutsche Städte, Unternehmen der Autobranche und deren Lobby, der Verband der Automobilindustrie (VDA), haben sich in der Plattform Urbane Mobilität zusammengeschlossen. Nun haben sie ein Thesenpapier für emissionsarme und flächensparende Mobilitätskonzepte in Städten vorgelegt.

Darin nennen die Partner eine Reihe von nötigen Handlungen. So wird für einen schnellen Markthochlauf der Elektromobilität der zügige Auf- und Ausbau einer leistungsfähigen und nutzerfreundlichen Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Fahrzeuge gefordert. Hierfür braucht es nach Ansicht der Initiative auch weitere Anreize sowohl für den öffentlichen als auch den privaten Raum. Auch Nutzervorteile für emissionsarme Lieferfahrzeuge seien notwendig, um den städtischen Wirtschaftsverkehr zunehmend lokal emissionsfrei abwickeln zu können.

Kommunen brauchen mehr Unterstützung vom Bund

Zur Erreichung eines verbesserten Verkehrsflusses, höherer Sicherheit und geringeren Flächenbedarfs für alle Verkehrsträger sei insbesondere auch die weitere Digitalisierung der städtischen Infrastruktur notwendig, heißt es in dem Thesenpapier.

Der dafür notwendige Ausbau der Infrastruktur für Datenerhebung und -austausch sowie die Erneuerung der Verkehrsmanagementsysteme erforderten allerdings hohe finanzielle Investitionen und seien allein durch die Kommunen nicht leistbar. Hier sollte der Bund daher auch weiter finanziell unterstützen. Zugleich sollten aber auch die Nutzer eng mit einbezogen werden.

VDA-Chefin Müller fordert mehr Kooperation

Auch brauche es für den Einsatz automatisierter Fahrzeuge im realen Straßenverkehr einen klaren und verbindlichen rechtlichen Rahmen, der möglichst alle technologischen Konzepte berücksichtige. Ein wichtiger Punkt hierbei: Arbeitgeber und Arbeitnehmer von der Nutzung und Förderung nachhaltiger Alternativen im Pendlerverkehr zu überzeugen. Hierfür müssten Städte und Industrie gemeinschaftlich alternative Lösungsansätze schaffen und die Rahmenbedingungen verbessert werden.

„Weder Städte noch Industrie allein können die notwendige Transformation der Mobilität bewältigen, kooperative Lösungen sind gefragt“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Auch in Zukunft würden viele Menschen – gerade im Umland der Städte oder am Stadtrand – das eigene Auto benutzen. Das gelte insbesondere für Pendler. Damit Verkehrsteilnehmer für alternative Mobilitätsangebote gewonnen und Entlastungseffekte erzeugt werden können, muss sich nach Meinung von Müller „ein breiteres und vernetzteres Mobilitätsangebot etablieren“.

Denn: „Die voranschreitende Digitalisierung und Elektrifizierung städtischer Verkehre, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und der Wandel des Mobilitätsverhaltens bieten große Chancen für den Transformationsprozess. Wichtig ist, dass die Menschen mobil und unabhängig bleiben können und ihr Bedürfnis nach individueller Mobilität und gesellschaftlicher Teilhabe erfüllt wird“, betonte die VDA-Präsidentin weiter. Hierfür gelte es, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, etwa durch die Reform des Personenbeförderungsgesetzes.

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