Second Life Trotz Milliarden-Perspektive – warum Batterie-Recycling nur schwer in die Gänge kommt

Redakteur: Tanja Schmitt

Ausgediente E-Auto-Batterien kann man wegwerfen oder ihnen neues Leben einhauchen. Das Potenzial ist riesig – laut einer neuen Studie mehrere Milliarden Euro. Es wird jedoch kaum genutzt.

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Für die Studie wurden unterschiedliche Batterietypen verschiedener Hersteller demontiert und untersucht.
Für die Studie wurden unterschiedliche Batterietypen verschiedener Hersteller demontiert und untersucht.
(Bild: PEM Motion)

Ausgediente E-Auto-Batterien sind Gold wert – genauer gesagt mehrere Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von PEM Motion. Doch trotz des Geschäftspotenzials landen viele Akkus immer noch im Müll, da sie nur für die erste Phase ihrer Lebensdauer ausgelegt sind.

Das sollte sich ändern: „Wir brauchen eine Kreislaufwirtschaft. Schon heute sind wir technisch dazu in der Lage, bis zu 95 Prozent der wichtigen Materialien zurückgewinnen“, sagt Professor Achim Kampker, Leiter des RWTH-Lehrstuhls PEM. Das Problem: Es gibt derzeit noch kaum Standards und Normen, die schon bei der Herstellung der Batterien die spätere Demontage und Wiederverwendung berücksichtigen.

Das Problem der Restwertbestimmung

Das Projektteam hat Batterien verschiedener Fahrzeughersteller sowie aus verschiedenen Lebenszyklusphasen untersucht. Die wesentliche Erkenntnis: Den Restwert einer Batterie zu bestimmen, ist gar nicht so einfach. Bei einem Verbrenner ist das einfacher. Je mehr Laufleistung erbracht wurde und je länger der Motor im Betrieb war, desto weniger ist er wert. Bei einer Batterie ist das anders. Hier lässt sich der Restwert nicht allein durch die Laufleistung bestimmen. Einen weitaus größeren Einfluss haben die Nutzungshistorie und das Alter.

Das Team hat auch zahlreiche Batterien demontiert und dabei festgestellt: Eine Wiedermontage ist prinzipiell möglich. Was jedoch fehlt, ist ein standardisiertes Konzept, wie man die Batterien möglichst effizient auseinander- und wieder zusammenbaut. Es wäre deshalb wichtig, schon bei der Entwicklung und Herstellung der Batterien dafür zu sorgen, dass sich diese später leicht auseinanderbauen lassen, zum Beispiel bei der Verklebung der Teile.

Über die Studie

Die Studie hat PEM Motion erstellt. Das Unternehmen wurde 2014 aus dem Lehrstuhl für Produktionstechnik für Elektromobilitätskomponenten (PEM) der RWTH Aachen gegründet. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) sowie dem Lehrstuhl „Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling“ (IME) der RWTH Aachen und acht weiteren Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette hatte das Aachener Unternehmen Möglichkeiten untersucht, gebrauchten E-Mobil-Akkus künftig mehr Effizienz zu verleihen.

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