Elektromobilität Staat füllt Fördertopf für Wallboxen wieder auf

Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Private Ladestationen gehen derzeit weg wie warme Semmeln. In der Folge ist die Zahl der Zuschussanträge hochgeschnellt, der Fördertopf drohte auszutrocknen. Jetzt hat der Staat das Fördervolumen nochmals aufgestockt.

Firma zum Thema

Um beim Stromladen weiter voranzukommen, hat der Staat die Förderung privater Wallboxen nochmals aufgestockt.
Um beim Stromladen weiter voranzukommen, hat der Staat die Förderung privater Wallboxen nochmals aufgestockt.
(Bild: Heidelberger Druckmaschinen)

Der Bund stockt die Förderung privater Ladesäulen für Elektroautos an Wohngebäuden um weitere 100 Millionen Euro auf und verlängert damit die Hilfe. Damit können der Kauf und die Installation von Wandladestationen nun deutlich länger mit einem Zuschuss von 900 Euro unterstützt werden. Insgesamt stünden dafür jetzt 400 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung, teilte das Verkehrsministerium am Freitag in Berlin mit.

Die Aufstockung war wegen der großen Nachfrage notwendig geworden. Bis zum 25. Februar waren nach Angaben der für die Auszahlung zuständigen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereits mehr als 300.000 Ladepunkte beantragt worden. Das entspreche einem Volumen von rund 270 Millionen Euro. Täglich würden im Schnitt 2.500 Anträge eingereicht – zu 98 Prozent von Privatpersonen.

„Grundrecht auf eine Wallbox“ seit Ende 2020

In Wohneigentumsgemeinschaften, Wohnanlagen und Mehrfamilienhäusern, war die Installation einer Wallbox bis Ende 2020 rechtlich schwierig. Erst Ende 2020 hatte eine Novellierung des Wohneigentumsgesetzes ein „Grundrecht auf eine Wallbox“ für Eigentumsgemeinschaften festgeschrieben. Vor der Errichtung einer Wallbox ist aber dennoch eine Eigentümer-Versammlung notwendig – und die braucht Zeit. Den entsprechenden Interessenten drohten daher, dass sie leer ausgehen.

Gefördert werde „der Erwerb und die Errichtung einer fabrikneuen, nicht öffentlich zugänglichen Ladestation inklusive des elektrischen Anschlusses (Netzanschluss) sowie damit verbundene notwendige Nebenarbeiten“. Der Strom für die Ladestation müsse unter anderem zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen.

Scheuer: „Liegen goldrichtig mit unserem Förderprogramm“

„300.000 Wallboxen in gerade mal gut drei Monaten – diese enorme Nachfrage zeigt, dass wir goldrichtig liegen mit unserem Förderprogramm“, sagte Minister Andreas Scheuer (CSU). „Laden muss überall und jederzeit möglich sein. Eine flächendeckende und nutzerfreundliche Ladeinfrastruktur ist Voraussetzung dafür, dass mehr Menschen auf klimafreundliche E-Autos umsteigen.“ Die Förderung erfolgt durch einen Investitionszuschuss, der überwiesen wird. Unterschreiten die Gesamtkosten des Vorhabens den Zuschussbetrag, werde keine Förderung gewährt, hieß es.

Die Nachfrage nach E-Autos ist zuletzt auch wegen erhöhter staatlicher Kaufprämien deutlich gestiegen. Experten aber sehen Nachholbedarf vor allem beim Ladenetz. Nach früheren Angaben des ADAC kostet eine Wandladestation ohne Installation 500 bis etwa 2.000 Euro.

(ID:47174652)