Autonomes Fahren Neue Lamellenbremse als Vorstudie für emissionsfreie Bremslösungen

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Schaeffler hat eine nasslaufende Lamellenbremse entwickelt, die derzeit im DTM-Innovationstaxi des Zulieferers ausprobiert wird. Sie dient als Vorstudie für emissionsfreie, geräusch- und wartungsarme Bremslösungen. Finales Ziel ist eine hochintegrierte Systemeinheit für elektrische Achsen, in der Bremse, Aktuator und Öl-/Kühlkreis zusammengeführt werden.

Die nasslaufende Lamellenbremse im Schaeffler DTM-Innovationstaxi ist eine Vorstudie. Das Ziel der Entwicklung ist eine hochintegrierte Systemeinheit für elektrische Achsen, in der Bremse, Aktuator und Öl-/Kühlkreis zusammengeführt werden.(Bild:  Schaeffler)
Die nasslaufende Lamellenbremse im Schaeffler DTM-Innovationstaxi ist eine Vorstudie. Das Ziel der Entwicklung ist eine hochintegrierte Systemeinheit für elektrische Achsen, in der Bremse, Aktuator und Öl-/Kühlkreis zusammengeführt werden.
(Bild: Schaeffler)

Das Schaeffler-Innovationstaxi, ein Audi R8 LMS GT2, ist seit 2023 fester Bestandteil der DTM-Rennwochenenden. Es macht neue Technologien erlebbar und zeigt, wie Neuheiten unter Rennbedingungen reifen können. Beim DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring vom 14. bis 16. August 2026 ist das Fahrzeug erstmals mit einer nasslaufenden Lamellenbremse ausgestattet.

Die nasslaufende Lamellenbremse ist eine Vorstudie für den Serieneinsatz. Sie ist emissionsfrei in Bezug auf Bremsenfeinstaub, arbeitet geräuscharm und ist auf einen wartungsfreien Betrieb ausgelegt. Im Mittelpunkt der Erprobung stehen Funktionsumfang und Lebensdauerverhalten des Systems unter rauen Bedingungen. Schaeffler untersucht dabei insbesondere das Drehmoment und Reibwertstabilitätsverhalten. Konzept- und bauraumbedingt wurde die Einheit in die Räder der Hinterachse des Fahrzeugs integriert. Äußere Einflüsse auf die Bremse, zum Beispiel Nässe, führen nicht mehr zu Korrosion. Daraus ergeben sich stabile Reibwertverhältnisse und eine konstante Performance.

Von der Rennstrecke auf die Straße

Eine besondere Herausforderung im Innovationstaxi ist die Abfuhr der hohen Wärmeleistungen der gekapselten Hinterradbremse. Dafür hat Schaeffler ein spezifisches Thermomanagement mit hydraulischen Druck- und Saugpumpen sowie mehreren Wärmetauschern entwickelt. „Das konkrete System im Innovationstaxi ist eine spezielle Motorsportlösung. Unter den hochdynamischen Einsatzbedingungen sind sehr hohe Kühlleistungen pro Bremse erforderlich“, erläutert Andreas Wassmer, Leiter Konzeptfahrzeugentwicklung bei Schaeffler. „Die daraus abgeleiteten Daten und Erfahrungen bilden die Grundlage für die Auslegung einer effizienten Beölungsstrategie für zukünftige E-Achsen mit integriertem Bremssystem.“

Das Ziel der Entwicklung ist eine hochintegrierte Systemeinheit für elektrische Achsen, in der Bremse, Aktuator und Öl-/Kühlkreis zusammengeführt werden. Langfristig könnte dies dazu beitragen, klassische Stahl- oder Trommelbremsen in geeigneten Anwendungen zu ersetzen. Ein erstes Konzeptfahrzeug mit integrierter Lamellenbremse wurde auf dem Schaeffler Automotive Symposium präsentiert. Im Rahmen des DTM-Rennens auf dem Nürburgring wird der Prototyp nun der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Großes Potenzial für zukünftige Stromer

Mit der nassen Lamellenbremse zeigt Schaeffler, wie Motorsport als Entwicklungsplattform für nachhaltige Mobilität genutzt werden kann. Das Projekt verbindet Motorsport, Technologietransfer und Serienentwicklung. Zum Beispiel bei batterieelektrischen Fahrzeugen. Hier wird die Mehrzahl der Bremsvorgänge über den rekuperierenden E-Motor realisiert – für die verbleibenden Bremsvorgänge, vor allem kritische Bremspunkte, wird auch zukünftig ein mechanisches Bremssystem erforderlich sein. Die Lamellenbremse des Zulieferers erfüllt alle grundlegenden Anforderungen an ein modernes Bremssystem und bietet darüber hinaus zahlreiche Vorteile. Dazu zählen ein emissionsfreier Betrieb, um die künftige Euro-7-Norm zu erfüllen, die Reduzierung ungefederter Massen am Rad und der damit verbundene höhere Fahrkomfort sowie zusätzliche Freiheiten im Fahrzeugdesign. Darüber hinaus ist die Nassbremse optimal für zukünftige Fahrzeugarchitekturen geeignet, in denen Brake-by-Wire-Systeme eine Schlüsselrolle spielen. Insbesondere bei autonomen Fahrzeugkonzepten dient sie als technologischer Wegbereiter für hochintegrierte Bremssystemlösungen. (se)

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