Weltleitmesse für Verkehrstechnik InnoTrans feiert 30-jähriges Jubiläum

Von Dipl.-Ing.(FH) Richard Oed 4 min Lesedauer

Alle zwei Jahre versammelt sich die internationale Bahnbranche in Berlin zur InnoTrans, so auch 2026. Mit der diesjährigen 15. Ausgabe begeht die Messe ihr 30-jähriges Jubiläum, zu dem laut Veranstalter rund 3.100 Aussteller 180 Weltpremieren zeigen.

Mit mehr als 3.100 Ausstellern, 180 Weltneuheiten und 113 Fahrzeugen im Freigelände ist auch die 15. Ausgabe der InnoTrans in Berlin wieder rekordverdächtig.(Bild:  Richard Oed)
Mit mehr als 3.100 Ausstellern, 180 Weltneuheiten und 113 Fahrzeugen im Freigelände ist auch die 15. Ausgabe der InnoTrans in Berlin wieder rekordverdächtig.
(Bild: Richard Oed)

Die Jubiläumsausgabe der Weltleitmesse für Verkehrstechnik, die im Jahr 2026 vom 22. bis 25. September stattfindet, umfasst wie immer fünf Segmente: Railway Technology, Railway Infrastructure, Public Transport, Interiors und Tunnel Construction. Mit laut dem Veranstalter mehr als 3.100 Ausstellern aus 60 Ländern ist die Messe so international wie nie. Eröffnet wurde sie am heutigen Dienstag von EU-Kommissar Tzitzikostas. Besonders stark wächst dabei das Segment „Railway Technology“, das mit allein 1.200 Ausstellern das größte Segment der InnoTrans ist, auf das auch die meisten Innovationen entfallen.

Im Fokus stehen die aktuellen Entwicklungsschwerpunkte der Bahnindustrie. Dazu zählen leistungsfähige Batteriesysteme ebenso wie intelligente Lösungen für die Energieversorgung, innovative Wärmemanagementsysteme oder zuverlässige Dateninfrastrukturen. Der Schwerpunkt dieser Konzepte verlagert sich laut der Messe Berlin mittlerweile weg von visionären Konzepten hin zu Entwicklungen, die heute schon in Fahrzeugen und Infrastruktur eingesetzt werden können.

Beispiele im Bereich „Railway Technology“ sind die Technologiegruppe Harting, die Verbindungslösungen und Technologien zeigt, die die Elektrifizierung und Digitalisierung des Bahnverkehrs unterstützen, oder die WAGO GmbH, die zertifizierte Automatisierungs- und Anschlusstechnik für Bahnanwendungen sowie Systeme für hochverfügbare Signaltechnik und Weichensteuerungen präsentiert. Hauptsächlich aber prägen die Themen künstliche Intelligenz, Robotik und Automatisierung die Neuheiten der InnoTrans.

Künstliche Intelligenz und alternative Antriebe

So zeigt etwa Knorr-Bremse sein Fahrerassistenzsystem LEADER Flow, das Live-Verkehrsdaten der vorausfahrenden Züge integriert und so dem Lokführer oder der Lokführerin eine energiesparende Fahrweise empfehlen kann. In Tests erzielte das System nach Angaben des Unternehmens durchschnittliche Energieeinsparungen von über zehn Prozent.

Die 2.000 kW starke Brennstoffzellenlok mit Batteriespeicher von CRRC, hier während der Aufbauphase.(Bild:  © 2026 Richard Oed)
Die 2.000 kW starke Brennstoffzellenlok mit Batteriespeicher von CRRC, hier während der Aufbauphase.
(Bild: © 2026 Richard Oed)

Die auf der Messe präsentierten Fahrzeuge zeigen die wachsende Bedeutung alternativer Antriebstechnologien. So präsentieren mehrere Hersteller batteriebetriebene Nahverkehrszüge oder Hybridfahrzeuge. Auch Wasserstoff ist weiterhin ein Thema: Der chinesische Hersteller CRRC zeigt eine 2.000 kW starke H₂‑Hybridlokomotive mit Brennstoffzelle und Batteriepack und Stadler wasserstoffbetriebene Nahverkehrszüge für Italien.

Nachtzüge sind im Kommen

Ebenfalls im Trend sind neue Nachtzugkonzepte. So zeigen gleich mehrere Unternehmen ihre Ideen für mehr Komfort bei langen Reisen: Nox Mobility stellt einen Prototyp vor, der ausschließlich auf private Räume für eine oder zwei Personen setzt. Die Luna Rail präsentiert unter anderem zweigeschossige Sitz- und Liegebereiche sowie gleichfalls private Kabinen für eine oder zwei Personen. Eine weitere Lösung zeigt das Projekt ALISA (angebotsdifferenziertes, leichtes und innovatives Schlafwagenkonzept), das Tricon mit mehreren Partnern wie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), satek, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und GETA Interieur entwickelt hat.

Insgesamt sind auf dem Frei- und Gleisgelände der Messe 113 Fahrzeuge aus 17 Ländern präsent. Das Spektrum reicht dabei von Lokomotiven mit verschiedenen Antriebsarten über Triebzüge für den Fern- und Nahverkehr bis zu Straßenbahnen und Personen- und Güterzugwagen. Ebenfalls zu sehen sind Gleisbau- und Wartungsfahrzeuge und Geräte zum Unterhalt der Gleise. Gezeigt werden zudem mehrere Hochgeschwindigkeitszüge, wie der italienische ETR1000 Frecciarossa von Hitachi oder der EMU 320 von Hyundai Rotem. Auch innovative Fahrzeuge sind ausgestellt, so das Monocab der TH Ostwestfalen-Lippe, ein autonomes Einschienenfahrzeug für den ländlichen Raum.

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Im Bereich „Public Transport“ sind 414 Aussteller auf einer Fläche von 18.465 Quadratmetern vertreten. Hier geht es in erster Linie um die Umsetzung von Themen wie digitale Tickets, intelligente Verkehrsplanung und barrierefreie Navigation. Auch alleinfahrende Busse und Schienenfahrzeuge sind hier ein Thema. So sind auf der InnoTrans gleich zwei autonome Züge nach GoA 4 zu sehen: ein Stuttgarter S-Bahn-Zug der Baureihe 430 im Freigelände und ein wasserstoffbetriebener Mireo, den Siemens Mobility auf dem Gelände der HVLE in Spandau live vorführt.

Komfortable Innenräume für entspanntes Reisen

Ein Schwerpunkt des Segments „Interiors“ sind Lösungen für den Fahrzeuginnenraum, welche den Komfort für die Fahrgäste erhöhen, gleichzeitig aber auch den Wartungsaufwand senken. Auf der diesjährigen InnoTrans zeigen knapp 300 Aussteller neue, beispielsweise wandmontierte, Sitzsysteme, moderne Sicherheitsausstattungen und digitalisierte Speisewagen. Dem Thema „Travel Catering & Comfort Services“ widmen sich allein 18 Aussteller.

In den ebenfalls wachsenden Segmenten „Railway Infrastructure“ und „Tunnel Construction“ sind auf einer Fläche von 32.000 Quadratmetern rund 600 Unternehmen vertreten. Als Ergänzung veranstaltet die Studiengesellschaft für Tunnel- und Verkehrsanlagen e.V. (STUVA) „Internationale Tunnel Foren“, die Teil der InnoTrans Convention sind und zentrale Zukunftsthemen der Branche aufgreifen.

Während der Messe findet erstmals auch ein internationaler KI-Hackathon mit dem Thema „AI on Track“ statt. Damit bringt die InnoTrans Entwicklerinnen und Entwickler, Start-ups und Industrieunternehmen in einem Format zusammen. Ziel ist es, mithilfe künstlicher Intelligenz und digitaler Werkzeuge vorhandene Herausforderungen der Mobilitätsbranche zu lösen. Unterstützt wird der KI-Hackathon von Alstom, Wabtec und Siemens Mobility als Hauptsponsoren. Es werden 60 bis 80 Hackerinnen und Hacker aus der ganzen Welt erwartet.

Geöffnet ist die 15. InnoTrans 2026 für Fachbesucherinnen und Fachbesucher von Dienstag, 22. September, bis Donnerstag, 24. September, von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr und am Freitag, den 25. September, von 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr. (sb)

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