Die Besucher können E-Autos, Scooter und Fahrräder mitten in der Stadt testen: In München will sich die größte Messe der deutschen Autoindustrie neu erfinden. Aber Corona und Klimaaktivisten machen es ihr schwer.
Auf der IAA Mobility in München erwarten Besucher 700 Aussteller. Unter denen sind nicht nur Autohersteller und Zulieferer, sondern auch 70 Fahrradhersteller sowie Start-ups und IT-Unternehmen.
(Bild: IAA)
Die Internationale Automobilausstellung IAA startet kommende Woche am neuen Standort München mit neuem Konzept als Verkehrsmesse IAA Mobility. „Lösungen auf dem Weg zur Klimaneutralität stehen im Mittelpunkt“, sagte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, am Montag (30. August). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Messe (7. bis 12.9.) am nächsten Dienstag eröffnen.
Müller sagte, Deutschland sei inzwischen weltweit drittgrößter Produzent von Elektro-Fahrzeugen. Die deutsche Autoindustrie verstehe sich heute „als Treiber auf dem Weg zur Klimaneutralität“. Die IAA als Schaufenster soll die Vernetzung der verschiedensten Verkehrsträger und „die Mobilität von morgen schon heute erlebbar“ machen. Denn schließlich solle „die Transformation zu einer Erfolgsgeschichte für die deutsche Automobilindustrie und damit den Standort Deutschland“ werden.
Mehr Vielfalt, mehr Interaktivität
Anders als früher in Frankfurt findet die Messe nun auf vielen Plätzen in der ganzen Stadt statt. Besucher können auf Straßen zwischen Messegelände und Altstadt über 250 neue Fahrzeuge, hochautomatisierte und Wasserstoffautos ausprobieren. Unter den 700 Ausstellern sind nicht nur Autohersteller und Zulieferer, sondern 70 Fahrradhersteller sowie Start-ups und IT-Unternehmen.
Auf der anderen Seite wurden die Ausstellungen in den Messehallen abgespeckt. Große Autokonzerne wie Toyota oder Stellantis mit Marken wie Fiat, Chrysler, Peugeot, Citroën und Opel sind gar nicht dabei. Viele ausländische Interessenten konnten oder wollen wegen der Corona-Beschränkungen nicht kommen. „Vielleicht wartet der ein oder andere auch das neue Konzept ab“, sagte Müller.
Nicht vergleichbar mit IAA Frankfurt
Die Zahl der Ticketverkäufe sei sechsstellig. Sie rechne in den nächsten Tagen noch mit einem starken Anstieg der Buchungen, sagte die VDA-Präsidentin. Aber Vergleiche mit früheren Messen hinkten mehrfach: Wegen der Öffnung der Messe in die Stadt zu Lasten des Messegeländes, wegen des Streaming aller wichtigen Präsentationen und Foren und wegen Corona. Schon dass die IAA überhaupt stattfindet, „ist ein großer Erfolg für uns“.
Alle Besucher, Redner und Aussteller müssen geimpft, genesen oder getestet sein. Auf dem Messegelände dürfen sich höchstens 50.000 Besucher aufhalten, auf den Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen in der Stadt höchstens 30.000.
Klimaaktivisten: „Wir blockieren die Autoparty!“
Militante Klimaaktivisten und linke Gruppen riefen am Montag erneut dazu auf, „sich mit der Autoindustrie, dem Rückgrat des deutschen Exportkapitalismus, anzulegen“. Die Gruppe „Sand im Getriebe“, die 2019 bei der letzten IAA in Frankfurt für Schlagzeilen gesorgt hatte, kündigte an: „Mit #BlockIAA in diesem Jahr wollen wir das Kapitel IAA endgültig beenden.“ VW, Daimler, BMW und Co. wollten mit grünem Feigenblatt „weitere Profite erzielen. Das wollen wir nicht hinnehmen. Wir blockieren die Autoparty!“ Der bayerische Bund-Naturschutz-Vorsitzende Richard Merger sagte: „Die IAA ist und bleibt eine Show der Autolobby.“ Notwendig seien weniger Autos.
Veranstalter offen für „friedliche Debatte“
Auf IAA-Foren sollen Fachleute, Innovationen und neue Verkehrskonzepte vorstellen und mit Besuchern und Kritikern diskutieren. „Keine andere Veranstaltung auf der ganzen Welt bringt die verschiedenen Mobilitätsformen so eng zusammen“, sagte Müller. „Und keine andere Veranstaltung der Welt lädt in diesem Umfang ein zur Debatte über den richtigen Weg hin zur klimaneutralen Mobilität.“
Messechef Klaus Dittrich sagte, die offene, kontroverse „und vor allem friedliche Debatte“ sei ein zentraler Baustein dieser IAA. Vielen Autofans werde es zu wenig Autos auf der IAA geben – viele Kritiker seien erst zufrieden, wenn kein Auto mehr gezeigt werde.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Fahrräder und Scooter werden auf der Messe und in der Stadt gezeigt und können auf Parcours ausprobiert werden. Ob bei den Herstellern und Besuchern die Eurobike-Messe in Friedrichshafen oder die IAA Mobility das Rennen mache, werde der Markt entscheiden, sagte Dittrich. „So ein Messekonzept hat es in Deutschland noch nicht gegeben.„ München sei damit Pionier und „Showcase für ein Messekonzept der Zukunft“.