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Erneuerbare Energien decken knapp die Hälfte des Bedarfs

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Günstige Verhältnisse sorgen in den ersten drei Quartalen für 48 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Allerdings ist der gestiegene Anteil nicht alleine auf eine stärkere Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zurückführen.

Erneuerbare Energien, wie hier die Photovoltaik, sollen künftig mit noch weit größerer Dynamik ausgebaut werden.
Erneuerbare Energien, wie hier die Photovoltaik, sollen künftig mit noch weit größerer Dynamik ausgebaut werden.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 haben Erneuerbare Energien mit knapp 48 Prozent fast die Hälfte des Brutto-Inlandsstromverbrauchs gedeckt. Das entspricht einem Anstieg um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zu verdanken ist dieser Anstieg vor allem den für die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien günstigen Wetterverhältnissen der vergangenen Monate.

Besondere im ersten Quartal konnte deutlich mehr Strom aus Wind erzeugt werden als im Vorjahr (Wind an Land: +7 Prozent, Wind auf See: +10 Prozent). Ungewöhnlich viele Sonnenstunden sorgten zudem für einen deutlichen Anstieg der Stromerzeugung aus Solarenergie um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Jedoch lässt sich die prozentuale Zunahme der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch nicht allein auf eine stärkere Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zurückführen: Die trägt etwa zur Hälfte des Anstiegs der Erneuerbaren-Quote bei. Die andere Hälfte des Anstiegs ist auf den gesunkenen Stromverbrauch zurückzuführen. Dieser ging – vor allem wegen Corona – in den ersten drei Quartalen 2020 um knapp 5 Prozent zurück. Die Erneuerbaren-Quote wird als Anteil am Stromverbrauch gemessen. Daher führt ein geringerer Verbrauch allein schon zu einem Anstieg der Erneuerbaren-Quote.

Die Erzeugungszahlen im Einzelnen

In den ersten drei Quartalen 2020 lag die Bruttostromerzeugung bei 414 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh), ein Rückgang von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden gut 192 Mrd. kWh Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt. Davon stammten gut 76 Mrd. kWh aus Wind onshore, knapp 46 Mrd. kWh aus Photovoltaik, gut 37 Mrd. kWh aus Biomasse (einschließlich biogenen Siedlungsabfällen), fast 19 Mrd. kWh aus Wind offshore und gut 14 Mrd. kWh aus Wasserkraft. Aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie wurden knapp 222 Mrd. kWh erzeugt. Im Vorjahreszeitraum waren es 264,9 Mrd. kWh

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