BMW will den ersten vollelektrischen M3 in München bauen. Parallel startet in Niederbayern die Serienmontage der neuen Hochvoltbatterien. Dahinter steht ein Produktionsumbau, der von der Zellkontaktierung bis zur Fahrzeugkarosserie reicht.
BMW baut seine Elektrofahrzeugproduktion in Bayern aus: Das neue Batteriewerk Irlbach-Straßkirchen liefert Gen6-Hochvoltbatterien nach München, wo künftig auch der erste vollelektrische M3 entstehen soll.
(Bild: Fabian Kirchbauer)
Ein M3 in Feuerorange markiert bei BMW die Grenze von einer Million produzierten M-Fahrzeugen. Die industriell wichtigere Nachricht folgt mit dem Blick auf seinen künftigen elektrischen Verwandten: Der erste vollelektrische M3 soll ausschließlich im Münchner Stammwerk entstehen. Ab 2027 will BMW dort nur noch vollelektrische Fahrzeuge fertigen. Einen Produktionsstart für den elektrischen M3 nennt das Unternehmen bislang nicht.
Dieser BMW M3 in der Sonderlackierung Feuerorange III ist das einmillionste produzierte BMW M Fahrzeug. Er entstand im Münchner Stammwerk, wo künftig auch der erste vollelektrische M3 gefertigt werden soll.
(Bild: BMW AG)
Die Ankündigung trifft auf den Serienstart eines zentralen Zulieferstandorts im eigenen Produktionsnetz: Am 1. Oktober hat BMW das Werk Irlbach-Straßkirchen eröffnet. Dort werden zugekaufte Batteriezellen zu Hochvoltbatterien der sechsten Generation, kurz Gen6, montiert. Zunächst gehen die Systeme nach München für den neuen BMW i3. Perspektivisch soll der Standort die deutschen Fahrzeugwerke mit Gen6-Batterien versorgen.
Rund 1,65 Milliarden Euro für zwei Produktionsstandorte
BMW investiert rund eine Milliarde Euro in das neue Werk Irlbach-Straßkirchen im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Auf dem 60 Hektar großen Gelände werden zugekaufte Batteriezellen zu einbaufertigen Hochvoltbatterien der sechsten Generation montiert. Der Bau begann im April 2024, die ersten Vorserienbatterien entstanden im März 2026. Mit dem Serienstart am 1. Oktober 2026 beginnt die Belieferung des Münchner Fahrzeugwerks, das die Batteriesysteme zunächst im neuen BMW i3 verbaut.
Parallel investiert BMW rund 650 Millionen Euro in die Umstellung seines Münchner Stammwerks. Dort sollen ab 2027 ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge entstehen – künftig auch der erste elektrische BMW M3, dessen Produktionsstart noch nicht genannt wurde. Für die Umstellung wurden bei laufendem Betrieb etwa ein Drittel der Werksgrundfläche neu gestaltet: Auf diesen Flächen entstanden ein neuer Karosseriebau, eine neue Fahrzeugmontage und die zugehörigen Logistikflächen.
Die Batteriemontage in Irlbach-Straßkirchen startet nach BMW-Angaben unmittelbar im Zweischichtbetrieb. Der Hersteller führt den gegenüber der ursprünglichen Planung beschleunigten Hochlauf auf die hohe Nachfrage nach Fahrzeugen der Neuen Klasse zurück. Auf 50.000 Quadratmetern Produktionsfläche kommen 500 Roboter zum Einsatz. Im Vollbetrieb sollen rund 1.600 Beschäftigte auf zwei Produktionslinien mehrere hundert Hochvoltbatterien täglich fertigen. Die tatsächliche Stückzahl zum Serienstart und eine konkrete Jahreskapazität nennt BMW nicht.
Die Batterie wird Teil der Fahrzeugstruktur
Technisch geht der Wechsel zur Gen6 über eine neue Zellform hinaus. BMW integriert zylindrische Rundzellen nach dem Cell-to-Pack-Prinzip direkt in das Batteriesystem. Die klassische Zwischenebene separater Batteriemodule entfällt. Das Batteriegehäuse übernimmt wiederum nach dem sogenannten Pack-to-open-Body-Konzept eine strukturelle Funktion im Fahrzeug.
Damit werden Batterieaufbau und Karosseriekonzept enger miteinander verknüpft. Für die Fertigung rücken die elektrische Kontaktierung, die Wärmeabfuhr und der mechanische Verbund der Zellen entsprechend zusammen. Wie BMW dies umsetzt, zeigt die Prozessfolge im neuen Batteriewerk: Nach der Eingangskontrolle werden die Zellen mit Kühlern zu Zellclustern verbunden. Anschließend werden die für die Kontaktierung vorgesehenen Bereiche per Laser gereinigt und die elektrischen Verbindungen verschweißt.
Ein Schäumprozess verbindet die Komponenten zu einer mechanischen Einheit. Danach wird das Gehäuse geschlossen, abgedichtet und vernietet. Zum Schluss folgt die Montage des „Energy Master“, der zentralen Steuereinheit der Hochvoltbatterie. Jede Batterie durchläuft eine End-of-Line-Prüfung.
Auf der 50.000 Quadratmeter großen Produktionsfläche setzt BMW nach eigenen Angaben 500 Roboter ein. Pro Batterie erfasst das Unternehmen mehr als 3.500 Datenpunkte. Die Produktionsschritte werden inline überwacht und in Echtzeit dokumentiert; KI-Assistenten und -Agenten sollen die Daten auswerten und die Gesamtanlageneffektivität verbessern.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die von BMW beanspruchte „Null-Fehler-Batterieproduktion“ bleibt allerdings ohne veröffentlichte Qualitätskennzahlen. Angaben zu Ausschuss, Nacharbeit oder zur Erkennungsleistung der KI macht das Unternehmen nicht. Auch zur Reparierbarkeit des ausgeschäumten Zellverbunds nennt BMW keine Details.
i3-Daten geben noch keinen Ausblick auf die M3-Batterie
Für den zunächst belieferten BMW i3 nennt der Hersteller eine Batteriekapazität von 108,7 kWh, ein 800-Volt-System und eine maximale DC-Ladeleistung von 400 kW. Die Reichweite des i3 50 xDrive als First Edition soll bis zu 906 Kilometer nach WLTP betragen.
Auf den angekündigten elektrischen M3 lassen sich diese Werte nicht übertragen. BMW bestätigt dessen Fertigung in München auf Basis der BMW M Neue Klasse-Technologie, nennt aber weder Batteriedaten noch Antriebsleistung oder thermische Auslegung. Gerade für ein Hochleistungsfahrzeug wird entscheidend sein, welche Leistung Batterie und Antrieb wiederholt und über längere Zeit bereitstellen können. (mr)