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„Tesla verfügt über viel mehr Erfahrung“
Christopher Rolland, Analyst beim Investmenthaus Susquehanna, glaubt, dass es zu Synergien zwischen Intels traditionellem Chip-Geschäft und der Expertise von Mobileye im Bereich Kameras kommen kann. Für die Verarbeitung der Bilddaten, die die Mobileye-Kameras liefern, würde es „Tonnen von Prozessorleistung“ brauchen, sagt Rolland. Insofern sei der Deal sinnvoll. Allerdings habe Intel in der Vergangenheit bei einigen Übernahmen eher glücklos agiert, zudem stelle sich die Frage, ob der Halbleiterhersteller die nötige Flexibilität für diesen sich sehr schnell wandelnden Markt besitze.
Trip Chowdhry von Global Equities Research ist mit seinem Urteil besonders ungnädig. Seine Einschätzung lautet, dass die europäischen Firmenkonsortien, die sich das autonome Fahren zum Ziel gesetzt hätten, bisher nicht viel erreicht hätten. „Tesla hat allein 10-mal mehr geschafft als ganz Europa zusammen“, so Chowdhry lapidar. Mobileye sei Teil dieser europäischen Kooperationen, und dies werde zur Belastung.
Dabei bezieht sich Chowdhry vor allem auf die gefahrenen Testkilometer. Tesla habe bereits mehr als 30.000 Automobile mit der Version 1.0 seiner Autopiloten-Software ausgestattet und komme bald mit der Version 2.0. Intel, Mobileye und BMW hätten dagegen gerade mal eine Testflotte von 50 Fahrzeugen, so Chowdhry. Kumuliert verfüge Tesla über die Erfahrung von über zwei Milliarden Testkilometern.
Aus diesem und aus anderen Gründen sieht Chowdry die Übernahme von vornherein als gescheitert an. Deutlich wird er bei der Aufreihung von aus seiner Sicht gescheiterten Firmenakquisitionen Intels: Die Übernahme von Wind River bezeichnet er als „non-event“, die von McAfee als „totales Desaster“. Darüber habe Intel keinerlei Relevanz in den Bereichen Wearables und Mobile, so Chowdhry.
Zu einer deutlich positiveren Bewertung kommt das Handelsblatt. Zwar rümpft auch die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung über den hohen Kaufpreis für Mobileye die Nase. Jedoch sieht es das Handelsblatt als großen Vorteil für die deutsche Automobilindustrie an, dass der amerikanische Chip-Riese daran interessiert sei, „seine Produkte an möglichst viele Kunden in der Industrie zu verkaufen.“ Intel werde als Kooperationspartner wahrgenommen und nicht als potenzieller Konkurrent wie etwa Google oder Apple.
Die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung sieht deshalb keinen Grund dafür, dass etwa die enge Kooperation von Mobileye mit BMW durch die Übernahme durch Intel leiden könnte. Im Gegenteil: „Mobileye kann mit der Finanzkraft von Intel im Rücken weiter expandieren.“
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