Mikromobilität

Volle Lager, hohe Rabatte – Fahrradbranche müht sich nach Corona-Boom

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Alexander Giebler vom Pressedienst-Fahrrad aus Göttingen, glaubt, dass manche Händler Probleme bekommen, da ihre Kapitaldecke schmelze. Ein Massensterben erwartet er aber nicht. „Wer seine Hausaufgaben gemacht hat, wird gut durch die Krise kommen.“

Hoffnungsträger: E-Bikes

Einmal mehr ruhen die Hoffnungen der Branche auf E-Bikes, die dieses Jahr erstmals traditionelle Räder bei den Verkaufszahlen überholen dürften, wie der ZIV schätzt. Schon 2022 wurde mit 2,2 Millionen E-Bikes ein Absatzrekord erreicht, während der Verkauf herkömmlicher Bikes um 300.000 auf 2,4 Millionen fiel.

Längst hat sich die Fahrradindustrie auf die Produktion lukrativer E-Bikes eingestellt. Dank des hohen E-Bike-Anteils hat sich der Umsatz der Branche binnen zehn Jahren auf 7,4 Milliarden Euro fast vervierfacht.

„Der Boom bei hochwertigen E-Bikes hält weiter an, wir sehen keine Marktsättigung“, sagt Stork. Der Trend zum E-Bike gehe „quer durch alle Kategorien“. Sportliche Räder wie Gravel- und Mountainbikes mit Motor seien gefragt, Lastenräder ohnehin. Bei Mountainbikes etwa seien bereits 90 Prozent der verkauften Räder elektrifiziert.

Der Trend zu technisch hochwertigen und damit auch teureren Rädern werde von Diensträdern angetrieben. „Bei den Monatsraten merkt man kaum, ob ein Fahrrad 3.000 oder 4.000 Euro kostet“, meint Stork.

„Wir brauchen Mut zum Umdenken der Städte“

Die Gefahr einer bevorstehenden Branchenkrise mit Jobabbau sieht er nicht. Manche Hersteller hätten zwar derzeit mehr Personal als nötig, wollten das aber wegen des Fachkräftemangels halten. „Wir sehen, dass der Verkauf im Handel wieder stark anzieht und gehen davon aus, dass sich die Lage auch für die Produzenten bald wieder bessert.“

Mehr Unterstützung wünscht sich der ZIV von der Politik: „Wir haben 75 Jahre lang Politik für das Auto gemacht, nun müssen wir das Radfahren zumindest gleichstellen.“ Es gelte Dinge auszuprobieren, die in Ländern wie den Niederlanden längst Standard seien wie große Parkhäuser für Fahrräder und ein Netz breiter, gut ausgebauter Radwege: „Wir brauchen Mut zum Umdenken der Städte.“

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