Ladeinfrastruktur Pilotprojekt Bi-clEVer: Erhebliches Sparpotenzial durch bidirektionales Laden

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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Bidirektionales Laden kann eine erhebliche Kostenersparnis für den Fahrer eines Elektrofahrzeugs bergen – nämlich bis zu 920 Euro im Jahr, wie das Pilotprojekt „Bi-clEVer“ von E.ON demonstriert. Diese Kostenersparnis ergibt sich bei Kombination von Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid.

Besitzer einer Solaranlage und eines bidirektionalen Set-ups können Berechnungen im Rahmen des Projekts Bi-clEVer zufolge durch die Maximierung des Solarstrom-Eigenverbrauchs und das gezielte Nutzen dynamischer Stromtarife mehr als 900 Euro im Jahr einsparen.(Bild:  Constantin Mirbach | E.ON)
Besitzer einer Solaranlage und eines bidirektionalen Set-ups können Berechnungen im Rahmen des Projekts Bi-clEVer zufolge durch die Maximierung des Solarstrom-Eigenverbrauchs und das gezielte Nutzen dynamischer Stromtarife mehr als 900 Euro im Jahr einsparen.
(Bild: Constantin Mirbach | E.ON)

Durch Einsatz einer Solaranlage und eines bidirektionalen Set-ups lassen sich den Berechnungen zufolge durch die Maximierung des Solarstrom-Eigenverbrauchs und das gezielte Nutzen dynamischer Stromtarife bis zu 420 Euro im Jahr einsparen. Die Ersparnis kommt zustande, indem der Einkauf von Strom aus dem Netz minimiert wird, und Energie kostenoptimiert in günstigen Zeitfenstern bezogen und im Auto für den späteren Verbrauch zwischengespeichert werden kann. Darüber hinaus kann man zukünftig auch Erträge aus dem Handel mit Strom des E-Fahrzeugs erzielen, wie Jens Michael Peters, Geschäftsführer für Energielösungen und Elektromobilität bei E.ON Energie Deutschland, erklärt: „Perspektivisch können durch das Handeln mit Strom aus dem E-Auto Erträge von bis zu 500 Euro im Jahr erzielt werden. Wir arbeiten darauf hin, dass Nutzerinnen und Nutzer zukünftig in Zeiten besonders günstiger Strompreise Energie einkaufen und im E-Auto speichern, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu verkaufen und zur richtigen Zeit zurück ins Netz zu speisen – dieser Vorgang läuft automatisiert ab. So ermöglichen die E-Autofahrerinnen und -fahrer dem Markt sowie dem Netz wertvolle Flexibilität, indem sie nachhaltig erzeugte Energie dann bereitstellen, wenn weniger davon am Markt verfügbar ist.“

Autarkiegrad von bis zu 51 Prozent

Das Projekt zeigt darüber hinaus auf, dass mit einer Solaranlage und einem bidirektional genutzten Stromer, der über einen 42 kWh-Akku verfügt, ein Autarkiegrad von bis zu 51 Prozent im Jahresdurchschnitt erreicht werden kann. Dabei findet nicht nur der Energiebedarf des Haushalts Berücksichtigung, sondern auch der Fahrstrom für das E-Auto. Mit einem zusätzlichen Batteriespeicher lässt sich der Autarkiegrad auf bis zu 59 Prozent erhöhen – so die Ergebnisse im Projekt. Die intelligente Vernetzung von Elektrofahrzeug, Solaranlage, Speicher und Energieverbrauch erfolgt durch ein Energy Management System.

Der Nutzer im Fokus

Im Rahmen des Projekts wurde auch untersucht, wie die teilnehmenden Pilotkunden verschiedene Einstellungen nutzen. Demnach wünschen sich die Nutzer, dass der bidirektionale Lademodus beim Einstecken des E-Autos automatisch startet und keine weitere Handlung ihrerseits erfordert. Der gewünschte Ladezustand des Fahrzeugs (State of Charge, SoC) und die geplante Abfahrtszeit wird dabei automatisch gesetzt. Nutzer haben dabei weiterhin die Kontrolle über die Parameter und können Abweichungen, zum Beispiel, wenn sie eine höhere Reichweite ihres Stromers wünschen, selbständig festlegen.

Des Weiteren fiel auf: Die Routine und Sicherheit der E-Autofahrer beim bidirektionalen Laden nehmen zu. Die zur Verwendung im Haushalt freigegebene Akkukapazität wurde im Laufe des Projektzeitraums durch die Anwender selbst deutlich erhöht, das heißt, sie haben mehr Kapazität des E-Auto-Akkus für das bidirektionale Laden zur Verfügung gestellt. „Gleichzeitig zeigte das Monitoring der Energieflüsse, dass das Bereitstellen so großer Energiemengen aus dem Fahrzeugakku gar nicht notwendig ist, um wirtschaftlich attraktive Anwendungsfälle zu nutzen“, verdeutlicht Mark Ritzmann, CEO E.ON Group Innovation.

Flächendeckender und interoperabler Einsatz

Zusätzlich zu dem Pilotprojekt Bi-clEVer beteiligt sich E.ON an weiteren Projekten zum bidirektionalen Laden. In dem seit Ende 2023 laufenden BDL Next geht es um den flächendeckenden und interoperablen Einsatz von bidirektionalem Laden. Die Energieversorger arbeitet dabei an der Marktintegration des bidirektionalen Ladens in den Energiemarkt mit Fokus auf der Entwicklung verschiedener Anwendungsfälle und Geschäftsmodelle.

Bei BDL Next handelt es sich um den Nachfolger des Förderprojekts Bidirektionales Lademanagement (BDL), das von 2019 bis 2022 die Grundlagen zur Integration von bidirektionalen Elektrofahrzeugen in Energiesysteme untersuchte und erprobte. Das E.ON Pilotprojekt Bi-clEVer war im Rahmen einer Verbundpartnerschaft Teil des BDL-Forschungsprojekts. Mit BDL Next will man nun technologische und regulatorische Hürden überwinden, um eine breite Anwendung der bidirektionalen Ladetechnologie im Vehicle-to-Grid-Bereich zu ermöglichen. Das Projekt umfasst einen mehrstufigen Pilotbetrieb, der von virtuellen Tests bis hin zum Einsatz von bidirektionalen Serienfahrzeugen und Wallboxen reicht. Begleitend beschäftigt man sich im Projekt mit Kundenerlebnis, Wirtschaftlichkeit und Auswirkungen auf das Energiesystem.  (se)

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