E-Flotte mit Wechselstrom Warum die Post nicht mit Gleichstrom lädt

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

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188 Ladestationen in unter sechs Wochen Bauzeit und dazu auch so, dass der laufende Betrieb nicht gestört wird. Wie Elexon das am Nürnberger Standort der Deutschen Post geschafft hat, zeigte die Firma stolz bei einem Ortstermin.

Ladeinfrastruktur von Elexon am Nürnberger Standort der Deutschen Post.(Bild:  elexon GmbH)
Ladeinfrastruktur von Elexon am Nürnberger Standort der Deutschen Post.
(Bild: elexon GmbH)

Der Standort Nürnberg bearbeitet mit seinen 260 Zustellern ein wöchentliches Sendungsvolumen von mehr als einer Million Briefen und Paketen. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Deutschen Post kommen immer mehr eKfz und entsprechend auch Ladestationen zum Einsatz. Daher errichtete die Elexon GmbH im Sommer 2024 am Standort Nürnberg, dem größten deutschen Verbundstandort der Deutschen Post, 188 AC-Ladepunkte auf dem Hof und präsentierte die fertige Installation als Beispiel von bereits über 40.000 erfolgten Stationen bei der Post.

Die Ladeinfrastruktur umfasst ein breites Spektrum von ein- und dreiphasigen Ladepunkten mit Leistungen von bis zu 11 kW. Aktuell werden 60 Elektrofahrzeuge eingesetzt, darunter StreetScooter und E-Transporter unterschiedlicher Hersteller. Weitere Fahrzeuge sind bereits bestellt, um die Flotte Schritt für Schritt zu elektrifizieren.

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Kostengünstig oberirdisch: Individuell geplante Ladeinfrastruktur

Die Installation der Ladepunkte erforderte verschiedene bauliche Lösungen. So wurde ein Catwalk-System zur oberirdischen Kabelführung entwickelt, das die bequeme und sichere Nutzung der Ladekabel ermöglicht. „In Nürnberg war ein gewisser Anteil an Tiefbau notwendig, um die Leerrohre für den zentralen Anschluss zu verlegen. Danach erfolgte die restliche Kabelführung im Brüstungssystem“, erklärt ein Sprecher von Elexon. Die Umsetzung war dabei stets individuell auf die Anforderungen des Standorts abgestimmt, um den laufenden Betrieb nicht zu beeinträchtigen.

Besondere Herausforderungen lagen in der Integration der Ladeinfrastruktur ohne Betriebsunterbrechungen. Das wurde durch flexible Arbeitszeiten und eine enge Abstimmung mit erfahrenen Partnern realisiert. Arbeiten, die potenziell den Betrieb stören könnten, fanden außerhalb der Betriebszeiten statt. Die Installation wurde so koordiniert, dass die Zusteller zu keiner Zeit beeinträchtigt wurden.

Warum AC und nicht DC?

Die Wahl fiel bewusst auf AC-Ladepunkte. Diese sind nicht nur kostengünstiger – die Investitionskosten liegen etwa um das Zehnfache unter denen von DC-Säulen – sondern auch schonender für die Batterien der Zustellfahrzeuge. Die Ladeleistung von 3,7 kW bis 11 kW sei für das Arbeiten bei der Post ideal. Die Fahrzeuge stehen nachts auf dem Hof und sind am Morgen vollgeladen. Schnellladungen sind nicht notwendig. Elexon erwähnt, dass die Ladestationen gern auch zusammen mit einer vorhandener Photovoltaik-Anlage kombiniert werden. Die sei zwar auch am Standort Nürnberg der Deutschen Post geplant, jedoch nicht unbedingt nötig, um die E-Flotte zu laden. Schließlich laden sie in der Regel nachts und sind im Einsatz, wenn die Sonne scheint.

Zukunftsmusik bidirektionales Laden

Bidirektionales Laden ermöglicht es, Strom nicht nur in die Fahrzeugbatterie zu laden, sondern auch wieder ins Netz zurückzuspeisen. Das erfordert jedoch spezielle technische Voraussetzungen sowohl auf Seiten der Fahrzeuge als auch der Ladeinfrastruktur. Derzeit sind nur wenige Elektrofahrzeuge und Ladestationen für diese Technologie ausgelegt. Zudem sind die Investitionskosten für bidirektionale Ladeeinrichtungen höher als für herkömmliche AC-Ladestationen.

Aktuell setzt die Post nahezu ausschließlich aufs Laden mit Wechselstrom (AC), aus oben genannten Gründen, sodass bidirektionales Laden derzeit nicht so ohne Weiteres möglich ist. Dennoch sei das bereits in Planung, die Vertreter gingen aber aktuell nicht näher drauf ein. Aufgrund der frühen Phase, was das angeht, wolle man dazu noch „den Ball flach halten“.

Elexon aber betont, für bidirektionales Laden schon jetzt die technischen Lösungen zu bieten – auch für AC. Der Systemintegrator für Ladeinfrastruktur hat bereits Pilotprojekte mit Ladesäulen durchgeführt, die mit ISO15118-2 und OCPP 2.0.1 Backend-Anbindung ausgestattet sind. (mc)

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