Elektromobilität Lithiumprojekt von Neptune Energy in der Altmark erreicht die nächste Phase

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Das Lithiumprojekt von Neptune Energy in der Sachsen-Anhaltischen Altmark schreitet voran. Nach der Evaluierung verschiedener Technologien zur direkten Lithiumextraktion optimiert das Unternehmen gemeinsam mit dem Fraunhofer IEG in der Pilotphase II das Adsorptionsverfahren und testet unterschiedliche Adsorbermaterialien für einen industriellen Einsatz.

Lithium ist ein essenzieller Rohstoff für die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus. In Sachsen-Anhalt wird die Lithiumproduktion für die Versorgung mit kritischen Rohstoffen möglich gemacht.(Bild:  Neptune Energy)
Lithium ist ein essenzieller Rohstoff für die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus. In Sachsen-Anhalt wird die Lithiumproduktion für die Versorgung mit kritischen Rohstoffen möglich gemacht.
(Bild: Neptune Energy)

Die Altmark im Norden von Sachsen-Anhalt ist vor allem als „Wiege Preußens“ bekannt und für ihren Salzwedeler Baumkuchen. Doch hier befinden sich auch mit nachgewiesenen 43 Millionen Tonnen Lithiumkarbonat-Äquivalent (LCE) eines der weltweit größten Vorkommen des Rohstoffs. Lithium-Ressourcen. Damit könnte man einen Beitrag zur heimischen Versorgung mit kritischen Rohstoffen und zum Aufbau resilienter europäischer Lieferketten leisten.

Das Lithium ist in Tiefen zwischen 3.000 und 4.000 Metern im Thermalwasser gelöst, das sich im feinen Porenraum des Gesteins verteilt. Neptune plant, das Thermalwasser durch Bohrungen zu fördern und das Lithium mittels Direct Lithium Extraction (DLE)

zu extrahieren. „In der Pilotphase I im vergangenen Jahr haben wir unterschiedliche weltweit verfügbare DLE-Technologien auf ihre Eignung für die Bedingungen in der Altmark untersucht“, erklärt Joachim Sluet, Manager Midstream und verantwortlich für die Pilotprojekte bei Neptune Energy. „Nach Tests mit Ionenaustausch- und Adsorptionsverfahren hat die Adsorptionstechnologie die vielversprechendsten Ergebnisse für die Bedingungen in der Altmark gezeigt. Dieses Verfahren wollen wir nun gemeinsam mit dem Fraunhofer IEG weiterentwickeln.“

Lithiumproduktion ab 2030

In der Pilotphase II sollen in den nächsten Monaten unterschiedliche Adsorbermaterialien in verschiedenen Phasen in einer mit dem Fraunhofer IEG entwickelten Pilotanlage für die direkte Lithiumextraktion getestet und bewertet werden. Für die erste Testphase wird Evonik Catalysts das Adsorbermaterial liefern, das sich in Vorversuchen als stabil und leistungsfähig erwiesen hat. Darüber hinaus unterstützt Evonik das Pilotprogramm mit Anwendungs- und Prozess-Know-how vor Ort. Adsorber sind darauf ausgelegt, Lithium-Ionen selektiv aus dem Thermalwasser anzuziehen, also zu adsobieren. Anschließend wird das Lithium vom Adsorber getrennt, sodass Lithiumchlorid entsteht. Dieses kann in weiteren Prozessschritten zu batteriefähigem Lithiumkarbonat oder Lithiumhydroxid-Monohydrat verarbeitet.

Die mit dem Fraunhofer IEG entwickelte Pilotanlage ermöglicht die Extraktion von Lithium unter Ausschluss von Sauerstoff mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 1.000 Litern Thermalwasser pro Tag. Durch drei gleichzeitig betriebene Adsorbersäulen kann die Adsorption und die Desorption der Lithium-Ionen fast zeitgleich erfolgen. „Durch die mit dem Fraunhofer IEG entwickelte DLE-Pilotanlage gewinnen wir wichtige Erkenntnisse für die Auswahl des optimalen Adsorbermaterials für das Thermalwasser der Altmark. Damit rücken wir einen weiteren Schritt näher an eine industrielle Lithiumproduktion aus der Altmark“, betont Dr. Axel Wenke, Director New Energy & Business Development.

Die kommerzielle Lithiumproduktion soll ab 2030 schrittweise anlaufen. Ziel ist es, in den 2030er Jahren jährlich bis zu 25.000 Tonnen Lithiumkarbonat-Äquivalent (LCE) zu produzieren. Dies entspricht dem Lithiumbedarf für Batterien von rund 500.000 Elektrofahrzeugen pro Jahr. (se)

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