Motown-Comeback

Die „Big Three“ laufen zu neuer Größe auf

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Es ist fünf Jahre her, dass sich GM zu Null-Emissionen verpflichtet und bis 2023 insgesamt 20 neue Elektroautos angekündigt hat, und Mary Barra liefert nicht nur. Sondern es sieht ganz so aus, als würde sie in den nächsten drei Jahren noch kräftig drauflegen, fasst Berylls-Stratege French den Aufbruch zusammen. „Mit dem Lyric und dem elektrischen Blazer hat GM zwei gelungene Elektroautos am Start, die auch noch attraktiv eingepreist sind, und es sieht ganz so als, als sei das nur der Anfang“, macht er Lust auf die nahe Zukunft.

Jeep bringt bis 2025 vier reine E-Fahrzeuge

„Und jetzt wagt also auch Jeep den Aufbruch und macht sich bereit für eine neue Generation von Kunden“, sagt French: Wobei Chrysler, Jeep und Ram, die als kleinster der Big Three längst in der Stellantis-Familie aufgegangen sind, wie immer ein bisschen hinten dran sind. Erst recht, weil Mastermind Sergio Marchionne als Schmied der transatlantischen Allianz seinerzeit wenig übrig hatte für das Elektroauto und deshalb keinen Schritt mehr in die Zukunft gemacht hat, als unbedingt nötig war.

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Doch Marchionne ist tot, FCA ist Geschichte und Stellantis-Chef Carlos Tavares sieht die Welt mit offeneren Augen. Deshalb hat auch er einen elektrischen Fahrplan aufgestellt, will all seine 14 Marken in Europa bis zum Ende der Dekade zu 100 Prozent elektrifiziert haben und in den USA bis dahin zumindest 50 Prozent E-Fahrzeuge verkaufen.

Kein Wunder also, dass sie in Detroit gerade mächtig unter Spannung stehen – die sich jetzt so langsam in konkreten Ankündigungen auflöst: Im nächsten, spätestens im übernächsten Jahr will Ram im Rennen der elektrischen Pick-ups mitmischen und Jeep als mittlerweile größte und wichtigste der US-Marken bringt bis 2025 mit Avenger, Recon, Wagoneer and Wrangler gleich vier vollelektrische Neuheiten ins Rennen, die den Amerikanern eine globale Führungsrolle bei den SUV unter Strom sichern sollen. Und weil auch Chrysler mitfährt in die neue Zeit, will die amerikanische Stellantis-Filiale bis zum Ende des Jahrzehnts über 25 Elektroautos im Rennen haben.

Neue Partnerschaften angekündigt

Aber man dürfe nicht nur auf die Modellankündigungen schauen, wenn man die neue Stärke der alten Autowelt messen wolle, sagt French und lenkt den Blick auf die Details: „Die letzten Monate waren voller Ankündigungen für neue Partnerschaften mit führenden Tech-Konzernen, um Batteriefabriken, Halbleiter-Produktion und Zellfertigung nach Amerika zu bringen, Ladenetzwerke auszubauen und das Recycling zu verbessern.“ All das wird Detroit brauchen, wenn es im Rennen um die Zukunft bestehen will.

Und was macht Tesla? Weiter große Töne spucken: „Denn, dass Elon Musk kürzlich angekündigt hat, bis zum Ende des Jahrzehnts 20 Millionen Autos zu bauen, das ist schon erstaunlich“, sagt French und weiß nicht so recht, was er davon halten soll. „Aber wer würde schon gegen Elon Musk wetten wollen?“

„Detroit hat einen riesigen Rückstand aufzuholen.“

Zwar räumt French ein, dass Motown gerade kräftig die Werbetrommel für eine Comeback-Tour rührt. „Aber allen Ankündigungen und allem Trara zum Trotz ist der Unterschied zwischen Teslas Absatz und den EV-Verkäufen der Big Three gewaltig und Detroit hat einen riesigen Rückstand aufzuholen“, gibt er zu bedenken.

Aber egal, wie das Rennen ausgeht, für French ist eines gewiss: Die elektrische Auswahl für die Amerikaner war nie besser als heute. Und dabei sind viele der neuen Modelle noch gar nicht auf der Straße. Dazu noch die zahlreichen Incentives im Kampf gegen die Inflation sowie neue Mittel für die Infrastruktur: Egal ob nun Detroit der Treiber ist oder die Westküste – auf der Electric Avenue geht es künftig mit deutlich höherem Tempo durch Amerika.

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