Strategie „New Auto“

Bei Volkswagen beginnt die Transformation jetzt erst so richtig

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Bleibt als dritter strategisch besonders elementarer Bereich noch „Battery & Charging“. Dabei geht es Volkswagen um nicht weniger, als ein eigenes Energie-Ökosystem aufzubauen. Dieses besteht aus den beiden Säulen „Batteriezelle und System“ sowie „Laden und Energie“. Die Verantwortung dafür trägt Komponenten-Chef Thomas Schmall.

Rund um die Batterie arbeitet der Konzern an einem geschlossenen Kreislauf in der Wertschöpfungskette. Eine Einheitszelle für 80 Prozent aller E-Autos aus dem Konzern im Jahr 2030 soll die Kosten um die Hälfte drücken. Zudem will Volkswagen wie bereits bekannt bis 2030 insgesamt sechs Batteriefabriken mit einer Gesamtkapazität von 240 Gigawattstunden in Europa aufbauen.

Die erste davon soll 2023 in Zusammenarbeit mit Northvolt im schwedischen Skelleftea starten. In Salzgitter wird Volkswagen dagegen nicht mit Northvolt kooperieren. Stattdessen ging der Konzern für den niedersächsischen Standort eine Partnerschaft mit dem chinesischen Zellspezialisten Gotion High-Tech ein. Der Produktionsstart vor Ort ist 2025 vorgesehen. Die dritte Gigafactory wird aller Voraussicht nach Spanien gehen, wie Volkswagen am Dienstag mitteilte. Volkswagen erwägt sogar, in dem Land die gesamte Wertschöpfungskette für Elektroautos zu etablieren. Ab 2025 könnten alle kleinen E-Fahrzeuge aus dem Konzern in Spanien vom Band laufen. Die endgültige Entscheidung darüber hänge aber noch beispielsweise von der staatlichen Förderung ab.

Auf dem Feld „Laden und Energie“ will Volkswagen Kunden eine Komplettlösung aus einer Hand anbieten – von den Lade-Produkten bis hin zum Energiemanagement. Daneben investiert der Automobilhersteller in den weiteren Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur. Dafür arbeiten die Wolfsburger in verschiedenen Regionen mit Partnern wie Electrify America (USA & Kanada), BP (Europa), Iberdrola (Spanien) oder Enel (Italien) zusammen. Insgesamt will Volkswagen in den nächsten Jahren in Europa 18.000, in China 17.000 und in Nordamerika 10.000 Ladepunkte mit bis zu 350 Kilowatt Leistung aufbauen.

Diess: „Das Auto hat eine glänzende Zukunft“

Klingt alles in allem nach viel Zusatzgeschäft und wenig Auto. Und auch Konzernchef Herbert Diess sagte am Dienstag ohne Umschweife, dass der Fokus auf Software der weitaus radikalere Wandel sei als die Elektromobilität. Er merkte aber auch an: „Das Auto hat eine glänzende Zukunft.“ Denn individuelle Mobilität werde weiter an Bedeutung gewinnen. Statt Autos nur noch zu verkaufen, setzt Volkswagen aber in Zukunft stärker darauf, Dienstleistungspakete um das Produkt herum zu stricken.

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