Airbus hat zusammen mit verschiedenen Partnern wie Toray Advanced Composites, Tarmac Aerosave und Daher demonstriert, dass es möglich ist, Flugzeugteile aus thermoplastischem Verbundwerkstoff ein zweites Leben zu geben. Ein technischer Durchbruch, der nun ausgezeichnet wurde.
Flugzeugteile aus Verbundwerkstoffen sind schwer zu recyceln und noch schwieriger ist es, diese für die Luft- und Raumfahrt wiederzuverwenden.Airbus, Toray, Tarmac und Daher gelang die Wiederaufbereitung eines Flugzeugteils für die A320neo.
(Bild: Airbus)
Ein Flugzeugteil aus thermoplastischem Verbundwerkstoff erfolgreich zu recyceln und ihm ein zweites Leben zu ermöglichen – das hat ein Konsortium, bestehend aus Toray, Tarmac Aerosave, Daher und Airbus gezeigt. Dazu nutzen die Partner eine ausgediente A380-Triebwerksverkleidung und verwandelte sie in ein gleichwertiges Teil für die A320neo. Die Entwicklung des wieder aufbereiteten Teils verdeutlichte vor allem: Partnerschaft spielen wie in vielen Branchen eine wichtige Rolle.
Materialien, Energie und Kosten sparen
Warum gilt die Wiederaufbereitung eines Flugzeugteils als Durchbruch? Ganz einfach – Verbundwerkstoffe sind schwer zu recyceln und noch schwieriger ist es, sie für die Luft- und Raumfahrt wiederzuverwenden. Die Zusammenarbeit verdeutlicht nun, dass ein Weg zur Wiederverwendung bestimmter Arten von Verbundwerkstoffen im industriellen Maßstab möglich wäre. Das spielt deshalb eine wichtige Rolle, weil Flugzeughersteller zunehmend Verbundwerkstoffe einsetzen, um Gewicht und Treibstoff zu sparen. Darüber hinaus wird bei wiederverwendeten Verbundwerkstoffen weniger Abfall produziert und man kann neue Materialien sparen. Darüber hinaus verbraucht das Recycling von Teilen weniger Energie als die Herstellung neuer Teil
Airbus, Toray, Tarmac und Daher gelang es, aus einer ausgedienten A380-Triebwerksverkleidung ein neuwertiges Teil für die A320neo herzustellen.
(Bild: Airbus)
Hand in Hand: Fortschritt durch Partnerschaft
Für diese Neuentwicklung gab es einen der JEC Innovation Awards für Verbundwerkstoffe. Damit werden kollaborative Projekte ausgezeichnet, die das Potenzial von Verbundwerkstoffen zeigen. Der Award in der Kategorie Kreislaufwirtschaft und Recycling ging an Toray, Lieferant und Hersteller des thermoplastischen Verbundwerkstoffs Toray Cetex, der für die ursprüngliche A380-Motorhaube verwendet wurde, für die Leitung der Initiative. „Diese Anerkennung durch die JEC zeigt, wie komplexe Herausforderungen, darunter auch das hochwertige Recycling, am besten durch Partnerschaften bewältigt werden können“, unterstreicht Isabell Gradert, Vice President Central Research and Technology bei Airbus, die das Unternehmen bei der Preisverleihung im Januar 2026 vertrat. Sie betont: „Wir sind Teil einer komplexen Lieferkette in der Luft- und Raumfahrt in einer hypervernetzten Welt. Wenn ein Unternehmen allein eine Lösung findet, ist das eine großartige Geschichte. Wenn eine ganze Branche dies gemeinsam tut, ist das transformativ, da es zu etwas Größerem führen kann.“
Die thermoplastische A380-Triebwerksverkleidung wurde zu einer neuen, kleineren A320neo-Triebwerksverkleidung wiederaufbereitet. Die Qualität und die mechanischen Eigenschaften dieses wiederverwendeten Teils sind so gut, dass es von einer neuen Komponente nicht zu unterscheiden ist, was den Weg für skalierbare Anwendungen und die Einführung von recycelten Teilen in der Produktion und bei Nachrüstungen ebnen könnte.
Die im Rahmen der Initiative gesammelten Daten fließen in die Ökodesign-Strategie von Airbus ein, bei der neue Komponenten von Anfang an so konstruiert werden, dass am Ende ihres Lebenszyklus ein Maximum an Material zurückgewonnen und wiederverwendet werden kann.
Der A380 enthält schließlich über 10.000 Flugteile, die aus verschiedenen Arten von kohlenstofffaserverstärkten thermoplastischen Verbundwerkstoffen hergestellt sind. Damit ist das Flugzeug eine ideale Plattform für die Erprobung und Validierung von Verfahren zur Rückgewinnung von recycelten Materialien.
Aufbereitungsprozess: Wie entsteht aus einem ausgemusterten Flugzeugteil für den A380 ein neuwertiges Teil für die A320neo?
(Bild: Airbus)
Aufgabenverteilung
Womit haben sich die beteiligten Unternehmen nun im Detail beschäftigt? Toray stellte den ursprünglichen thermoplastischen Verbundwerkstoffs her, der zur Herstellung der A380-Pylonabdeckung zum Einsatz kam. Das Unternehmen war für die Charakterisierung des Materials und Bereitstellung fachlicher Unterstützung für das Stanzen und Umformen zuständig. Man entwickelt hier recycelbare thermoplastischer Verbundwerkstoffe, die das Umformen, Wiederverwenden und Wiederaufbereiten von Luft- und Raumfahrtkomponenten ermöglichen und gleichzeitig Materialabfälle und die Umweltauswirkungen während des Lebenszyklus reduzieren.
Tarmac stellte die ausgemusterten A380-Ersatzteile bereit, die den Anstoß für das Projekt gaben. Das Unternehmen ermöglichte die Initiative durch Umleitung hochwertiger Vermögenswerte aus Abfallströmen und Erleichterung der Neubewertung von Vermögenswerten.
Daher fertigte aus dem wiedergewonnenen Material die neuen A320neo-Komponenten. Der Flugzeughersteller und Anbieter industrieller Dienstleistungen implementierte den industriellen Prozess, der für die Wiederverwendung des Verbundmaterials in großem Maßstab erforderlich ist.
Stand: 08.12.2025
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Airbus war Initiator der Partnerschaft und hat sich bereits im Vorfeld mit verschiedenen Schritten der Wiederverwendung von Thermoplasten auseinandergesetzt. Der OEM integrierte die recycelte Lösung in ein A320neo-Flugzeug – zunächst für Flugtests. Später will man diese kommerziell einführen. (se)