Intelligente Mobilität in China Xpeng: Das erste KI-definierte Auto erblickt das Licht der Welt

Von Henrik Bork Henrik Bork * 3 min Lesedauer

Xpeng nennt es selbst „das erste KI-definierte Auto der Erde“. Das neue Modell „P7+“ ist am 7. November in China auf den Markt gekommen. Es ist eine rein elektrische, mit mehr als fünf Metern lange und geräumige Limousine, die sich vor allem über ihre „intelligente“, von künstlicher Intelligenz unterstützte Software bei der Fahrassistenz und im Cockpit von der Konkurrenz abzusetzen versucht.

Xpeng nennt es selbst „das erste KI-definierte Auto der Erde“. Das neue Modell „P7+“ ist am 7. November in China auf den Markt gekommen.(Bild:  Xpeng)
Xpeng nennt es selbst „das erste KI-definierte Auto der Erde“. Das neue Modell „P7+“ ist am 7. November in China auf den Markt gekommen.
(Bild: Xpeng)

Wie kein zweiter Startup-Unternehmer wettet der Xpeng-Gründer He Xiaopeng, der inzwischen auch zu einem der wichtigsten Partner von Volkswagen avanciert ist, auf das disruptive Potenzial von künstlicher Intelligenz (KI). Einen Tag vor dem in China viel beachteten Launch seines neuen Modells hatte He Xiaopenp – der Firmenname Xpeng ist übrigens eine Abkürzung seines Vornamens – in gewohnt selbstbewusster Manier auf dem “Xpeng AI Day” in einer Rede seine Vision für die Mobilität der Zukunft dargelegt. Zusammengefasst sieht sie ungefähr so aus: Es mag ein wenig dauern, bis eine neue Technologie die Welt verändert, aber KI ist so eine Technologie und er wolle sein Unternehmen als den Pionier schlechthin für die neue Kategorie des KI-definierten Autos positionieren.

Natürliche Sprachsteuerung

Für den P7+, der in China ab sofort verkauft wird und in Kürze ausgeliefert werden soll, verspricht der in China einen Elon-Musk-ähnlichen Rockstar-Status genießende He Xiaopeng ein von KI verbessertes, besonders gutes ADAS-Fahrassistenz-System auf der Stufe 2 des autonomen Fahrens und eine besonders natürliche Sprachsteuerung im Cockpit, auch das wieder dank KI.

Beim Autopiloten muss zwar noch ein Fahrer anwesend sein, darf nur in bestimmten Situationen die Hände vom Steuer nehmen, doch die Steuerung des Autos sei durch künstliche Intelligenz besonders präzise, heißt es. Auch hebe die KI die Sicherheit und Energieeffizienz des Fahrzeugs auf eine neue Ebene. Der Bremsweg sei nur 35 Meter lang und dank seiner Energieeffizienz komme es mit einer Kilowattstunde zehn Kilometer weit. Ein weiteres Plus sei, dass die KI das Auto alle zwei Tage „dazulernen“ lasse. Die Updates kommen drahtlos über Over the Air, so Xpeng in seiner Show.

Autopilot verzichtet auf Lidar

Der Autopilot, von Xpeng ebenso wie viele andere Komponenten selbst entwickelt, kommt übrigens bei der Hardware ohne Lidar aus, schlägt also anders als die bisherigen Modelle des Herstellers zum Modell der „reinen Perzeption“ mit Kameras, Sensoren und Millimeterwellenradar über, wie sie auch Tesla verfolgt. Das senkt die Produktionskosten. Für den Autopiloten sind anders als bei vielen Konkurrenten keine Abos erforderlich.

„In traditionellen Autos war “Premium“ durch das Design und bestimmte Features definiert, aber in der Ära der KI-definierten Fahrzeuge ist wahre Premium-Qualität untrennbar von intelligenter Technologie”, erklärte He Xiaopeng beim Launch seines neuen Fahrzeugs. Die notorisch kritischen Autotester von “Top Gear” in England, die das Auto nach dessen Debüt auf der Pariser Autoshow besprochen hatten, zeigten sich erst einmal unbeeindruckt. Vorerst könne man nur bestätigen, dass tatsächlich 33 kleine Carry-on-Koffer in den Kofferraum passen, wenn die Rückbank umgelegt werde, so Top Gear. Was die Wunder der KI angehe müsse man erst abwarten, bis man das Auto wirklich auch in England testen könne.

Das könnte aber schon bald der Fall sein, denn Xpeng will den P7+ ausdrücklich auch in Europa auf den Markt bringen.

Erfolgreicher Marktstart

In China verlieft der Marktstart recht erfolgreich. In den ersten zwölf Minuten nach dem offiziellen Launch waren bereits 10.000 Bestellungen eingegangen. Einen Tag später waren es schon 31.528 Bestellungen. So viele Elektrofahrzeuge verkaufen manche deutsche Premium-Hersteller in China selbst in drei Monaten nicht.

Zum Teil hat dieser gute Start mit dem Preis zu tun. Der P7+, der in drei verschiedenen Varianten je nach Stärke seines Elektromotors angeboten wird, kostet zwischen 186.800 und 218.000 Yuan, also rund 24.300 bis 28.400 Euro. Das ist sehr günstig für eine Limousine der gehobenen Mittelklasse mit Nappa-Leder und – wie erwähnt – viel neuer Technologie und dem Versprechen, auf vier Rädern ins KI-Zeitalter der Mobilität zu fahren. (se)

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