Elektro-Transporter Wie sich der chinesische Hersteller Maxus in Deutschland durchsetzen will
Seit anderthalb Jahren gibt es die Transporter des chinesischen Nutzfahrzeugherstellers Maxus in Deutschland. Country Manager Gerald Lautenschläger erläutert im Interview, wie sich der Newcomer von den etablierten Herstellern abheben will.
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Redaktion: Sie sind jetzt seit rund anderthalb Jahren in Deutschland am Markt. Wie beurteilen Sie den Start und wie ist das vergangene Jahr gelaufen?
Gerald Lautenschläger: Unser Start war durch die Corona-Krise geprägt – mit all den bekannten Schwierigkeiten, die das mit sich brachte. Unabhängig davon war 2021 ein Aufbaujahr für uns. Wir konnten unter diesen schwierigen Bedingungen eine niedrige dreistellige Zahl an Fahrzeugen verkaufen.

Sie positionieren sich als Elektro-Marke, haben aber mit dem Deliver 9 auch einen Diesel im Portfolio. Welche Rolle spielt der?
Er hilft uns, in den Markt zu kommen. Wer jetzt noch kein Elektromodell haben möchte, dem können wir trotzdem ein Angebot machen. Und wenn sich das in Zukunft ändert, haben wir uns als Marke bereits platziert. Bei den bisherigen Bestellungen zeichnet sich ab, dass etwa jeweils ein Drittel auf den Diesel Deliver 9, und die beiden Elektrotransporter E-Deliver 9 und den E-Deliver 3 entfällt. Die Bedeutung des Diesel-Modells wird aber mittelfristig sicherlich abnehmen.
Wie sieht es mit Fahrgestellen und Busvarianten aus?
Schon bisher war der E-Deliver 9 als Fahrgestell in zwei Längen lieferbar. Künftig wird es auch vom E-Deliver 3 ein Fahrgestell in der Länge 2 geben, was beispielsweise für den Kommunalbereich sehr interessant ist. Wir haben auch Händler, die bisher mit Streetscooter zusammengearbeitet haben. Der ist ja nicht weiterentwickelt worden und da stößt unser Deliver-3-Fahrgestell sicher ein Stück weit in ein Vakuum. Eine Bus-Variante des E-Deliver 9 steht auch in den Startlöchern.
Elektromobilität
Sechs E-Lieferwagen im Vergleich
Als Maxus von anderthalb Jahren gestartet ist, gab es auf dem Markt ein sehr überschaubares Angebot an elektrischen Nutzfahrzeugen. Das ist inzwischen gewachsen, die Konkurrenz ist deutlich größer geworden – auch von etablierten Herstellern. Wie wollen Sie sich als unbekannte Marke da durchsetzen?
Was zählt, ist das Gesamtpaket. Und das ist bei uns sehr gut. Unsere Reichweiten sind im Konkurrenzvergleich hoch und vor allem im Alltagsbetrieb deutlich besser. Wichtig ist auch, dass unsere Fahrzeuge als Elektrofahrzeuge konzipiert sind. Sie sind also von der Konstruktion her leichter als die umgebauten Verbrennermodelle des Wettbewerbs. Das hat Vorteile bei der Zuladung und beim Volumen. Wir bieten außerdem die Möglichkeit, beim E-Deliver 9 Anhänger bis zu 1,5 Tonnen zu ziehen. Beim E-Deliver 3 beträgt die Anhängelast bis zu 1 Tonne. Das ist einzigartig. Außerdem haben wir eine große Variantenvielfalt. Damit heben wir uns sicher auch ab.
Wo sehen Sie Maxus in Sachen mittelfristig?
Unser mittelfristiges Ziel ist, Anteil von 10 bis 20 Prozent am E-Transportermarkt zu erreichen. Das wären bei gleichbleibendem Marktvolumen in zwei bis drei Jahren etwa 3.000 bis 4.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr. Diesel-Modelle kämen noch obendrauf.
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