Elektromobilität Erprobungsfahrt: MAN eTGX fährt 3.400 Kilometer von Lappland nach München

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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Der MAN-Polarexpress, ein batterieelektrisch betriebener eTGX-Sattelzug, absolvierte 3.400 Kilometer vom Polarkreis in Nordschweden bis nach München in die Allianz Arena. Die Aufladung erfolgte ausschließlich an öffentlicher Ladeinfrastruktur. Das Fahrzeug verbrauchte im Durchschnitt 117 kWh pro 100 km.

Ein batterieelektrischer MAN eTGX absolvierte eine 3.400-Kilometer-Tour vom eisigen Lappland nach München zur Allianz Arena – die Aufladung erfolgte mit öffentlicher Ladeinfrastruktur.(Bild:  MAN Truck & Buses)
Ein batterieelektrischer MAN eTGX absolvierte eine 3.400-Kilometer-Tour vom eisigen Lappland nach München zur Allianz Arena – die Aufladung erfolgte mit öffentlicher Ladeinfrastruktur.
(Bild: MAN Truck & Buses)

„Das Ziel des MAN-Polarexpress war es zu zeigen, dass mit dem neuen MAN eTruck und der vorhandenen öffentlichen Ladeinfrastruktur eine vollelektrische Tour vom Polarkreis nach München schon heute möglich ist. Jetzt können wir sagen: Mission erfüllt!“, freut sich Friedrich Baumann, Vorstand für Sales & Customer Solutions bei MAN Truck & Bus: Er betont aber: […] In Europa bleibt noch viel zu tun! Um die umfassende Antriebswende im Fernverkehr mit Millionen von Lkw Wirklichkeit werden zu lassen, braucht es noch große Anstrengungen und Investitionen in den Ausbau der dafür nötigen Hochleistungs-Ladeinfrastruktur. Deshalb unterstützen wir auch sehr die Initiative des FC Bayern, die gute Lage und die gute Strominfrastruktur der Allianz Arena für den Aufbau eines Ladeparks für eTrucks und eBusse zu nutzen.“

Welche Ergebnisse gab es nun? Der 32 Tonnen schwere Stromer absolvierte die Gesamtstrecke mit einem Durchschnittsverbrauch von 117 kWh pro 100 Kilometer. Auf Streckenabschnitten in Dänemark und Deutschland mit etwas wärmeren Temperaturen fiel der Verbrauch auf rund 105 kWh. Die Reichweiten bis zum Nachladen variierten dabei von rund 400 bis rund 500 Kilometer Auch am Polarkreis soll die nächste Ladesäule nach Herstelleraussagen somit immer sicher zu erreichen gewesen sein.

2,7 Tonnen CO2-Ersparnis

Mit der Ladekarte MAN Charge&Go ließen sich alle angesteuerten Ladesäulen aktivieren, ganz gleich von welchem Anbieter. Insgesamt hat das Fahrzeug auf der Tour einen Gesamtverbrauch von 4.500 kWh Strom. Selbst erzeugte er durch Rekuperation 670 kWh, wodurch netto insgesamt nur 3.830 kWh durch Laden zugeführt werden mussten. Dabei nutzte der Polarexpress überwiegend Ladesäulen, die mit 100 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden. Bis zu 2,7 Tonnen CO2 sparte er so im Vergleich zu einem Diesel-Sattelzug, mit einem anzunehmenden Durchschnittsverbrauch von 27 Litern auf 100 Kilometer, auf dem Weg vom Polarkreis zur Allianz Arena ein. Dort empfing FC-Bayern-Legende Giovane Élber den Elektro-Lkw stellvertretend für den Verein und dessen Projekt, auf dem dortigen Busparkplatz einen Hochleistungs-Ladepark für Elektro-Lkw und -Busse zu errichten und damit einen eigenen Beitrag dazu zu leisten, das Ladenetz für elektrische Nutzfahrzeuge zu erweitern.

Vergleichbar mit einem Diesel-Lkw

Auch in puncto Wirtschaftlichkeit war das Erprobungsteam zufrieden. Mit über die gesamte Strecke durchschnittlichen öffentlichen Ladekosten von rund 56 Cent pro kWh lag der eTGX bei den Energiekosten ungefähr auf vergleichbarem Niveau wie ein moderner Diesel-Lkw. Für diesen wären im identischen Einsatz ein Durchschnittsverbrauch von rund 27 Litern auf 100 Kilometer und ein Preis von 1,80 Euro pro Liter Diesel an der öffentlichen Tankstelle anzunehmen. Hinzu kämen aber auch noch AdBlue- und Mautkosten. Mit öffentlichen Ladetarifen zwischen 40 und 50 Cent pro Kilowattstunde wäre der MAN-eTruck auf der Polarexpress-Strecke sogar zwischen rund 100 und rund 400 Euro im Kostenvorteil. Kann zusätzlich auf noch preiswerteres Depotladen, zum Beispiel auf firmeneigenen Logistik-Hubs zurückgegriffen werden, wird der Stromer noch wirtschaftlicher.

400 bis 600 Kilometer täglich absolviert

Die 3.400 Kilometer lange Tour umfasste insgesamt sieben Etappen: vom Polarkreis entlang der schwedischen Ostküste nach Stockholm, von dort durch das Landesinnere ins südschwedische Malmö, weiter nach Kopenhagen und durch Dänemark bis nach Hamburg und von dort über Schweinfurt einmal längs durch Deutschland bis zum Zielpunkt an der Allianz Arena in München. Im Durchschnitt legte der MAN eTGX dabei täglich zwischen 400 und 600 Kilometer zurück, je nach Streckenverhältnissen und verfügbarer Ladeinfrastruktur. Am Standort in Kopenhagen legte er einen längeren Stopp ein, um das dortige Service- und Verkaufsteam zu besuchen.  (se)

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