LadeinfrastrukturWelche Anforderungen muss ein Ladepark-Betreiber erfüllen?
Von
Sebastian Wietel *
5 min Lesedauer
Wenn Unternehmen ihre Flotte elektrifizieren, schaffen sie auch immer häufiger Ladeinfrastruktur am Standort. Nicht alle wollen aber den Aufwand für Betrieb und Abrechnung dafür auf Dauer selbst übernehmen. Der nachfolgende Beitrag zeigt, worauf Verantwortliche bei der Auswahl eines Ladepark-Betreibers achten sollten.
Der Aufbau eigener Ladeinfrastruktur bringt für die Verantwortlichen in den Unternehmen nicht nur den initialen planerischen und baulichen Aufwand mit sich, sondern erfordert danach auch die Umsetzung neuer Prozesse, die rund um das Laden von Dienstfahrzeugen entstehen.
(Bild: Ulrich Schepp)
Immer mehr Unternehmen setzen auf eigene Ladeinfrastruktur. So zeigt die E-Mobilitätsstudie 2025 von Dataforce, dass inzwischen 44 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland über eigene Ladepunkte für Elektrofahrzeuge verfügen, während im Jahr 2020 nur 13 Prozent entsprechende Lademöglichkeiten vorhielten. Sie investierten zunehmend in eigene Ladestationen, so der Datenprovider für die Automobilindustrie, um langfristig Kosten zu senken und Synergien optimal zu nutzen, die beispielsweise durch die Kombination mit Photovoltaik-Anlagen entstehen.
Kein Wunder also, dass das Laden auf dem eigenen Firmengelände im Vergleich zum Laden zuhause oder an öffentlichen Ladepunkten die wichtigste Säule im Charging-Konzept vieler Flotten-Verantwortlicher darstellt. So bestätigt eine Marktstudie von UTA Edenred für eine Mehrheit der im Sommer 2025 Befragten in Deutschland, „dass Ladevorgänge für Firmenfahrzeuge überwiegend auf dem Firmengelände oder im Depot stattfinden. Bei elektrischen Pkw geben das 44 Prozent der Befragten an, bei Transportern und Vans 52 Prozent und bei Lkw und Bussen sogar 61 Prozent.“
Flotten-Verantwortliche als Betreiber von Ladeparks?
Der Aufbau eigener Ladeinfrastruktur bringt für die Verantwortlichen in den Unternehmen allerdings nicht nur den initialen planerischen und baulichen Aufwand mit sich, sondern erfordert danach auch die Umsetzung neuer Prozesse, die rund um das Laden dienstlicher E-Fahrzeuge entstehen. Dataforce nennt in seiner E-Mobilitätsstudie 2025 u.a. die komplexe Abrechnung von Ladevorgängen (insbesondere beim Laden zuhause) sowie entsprechende Schulung und Abstimmung mit Mitarbeitenden als neue Herausforderungen: Für ein Viertel der Fuhrparkverantwortlichen sei die Anschaffung und Verwaltung von E-Fahrzeugen demnach aufwändiger als von Verbrennern; in großen Fuhrparks ab 50 Fahrzeugen stimmten sogar 35 Prozent dieser Aussage zu.
Tatsächlich bringt der laufende Betrieb von Ladeparks besondere Herausforderungen mit sich, die folgende drei Bereiche umfassen: das technische Management von laufendem Monitoring bis hin zu Wartung und Instandsetzung, die Abwicklung regelmäßiger Prozesse wie die monatliche Abrechnung gegebenenfalls für verschiedene Nutzergruppen sowie die zuverlässige Erreichbarkeit als jederzeitiger Ansprechpartner, ob beim Onboarding oder im Störungsfall.
Sieben Kriterien für die Auswahl eines Dienstleisters
Unternehmen, die diese Aufgaben nicht selbst übernehmen wollen oder mit ihrem aktuellen Betreiber unzufrieden sind, können den Betrieb ihrer Ladeinfrastruktur an einen spezialisierten Dienstleister abgeben. Bei dessen Auswahl sollten sie darauf achten, dass er bestimmte Anforderungen erfüllt, um effiziente Prozesse und reibungslosen Betrieb sicherzustellen.
Welche Punkte sollte ein Unternehmen beim Anbieter für Ladeinfrastur checken, wenn es eine eigene Ladeinfrastruktur innerhalb des Firmengeländes aufbauen möchte?
(Bild: Chargemaker)
Professionelle Integration aller Ladepunkte
Der Dienstleister sollte für den Betrieb von Ladestationen bereits über eine leistungsfähige technische Plattform verfügen, die im besten Falle schon von verschiedenen Unternehmen für den Betrieb der individuellen Ladeinfrastruktur genutzt wird. Er sollte in der Lage sein, die bestehenden Ladepunkte technisch nahtlos an die eigene Management-Plattform anzubinden – und zwar für alle gängigen Ladestationstypen. Vor der Inbetriebnahme müssen dabei die technischen Voraussetzungen sowie die Eichrechtskonformität gemäß MessEG/MessEV sorgfältig geprüft werden. Außerdem sollte der Dienstleister alles so vorbereiten, dass ab dem ersten Moment der Betriebsführung der volle Funktionsumfang der Ladestationen sichergestellt ist und es nicht zu Ausfallzeiten für die Nutzer kommt.
Unterstützung verschiedener Nutzergruppen und Ladekonditionen
Die meisten Unternehmen mit eigener Ladeinfrastruktur haben unterschiedliche Nutzergruppen, bei denen die Ladekonditionen variieren – je nachdem, ob sie einen Dienstwagen fahren, Mitarbeiter ihr eigenes E-Auto laden oder Gäste das Unternehmen besuchen. Auch die Zugangsmedien variieren von Ladekarten gängiger Anbieter über RFID-Chips bis hin zu Charging-Apps. Dienstleister für den Ladeparkbetrieb müssen in der Lage sein, die verschiedenen Nutzergruppen mit ihren jeweiligen Konditionen und Zugangsmedien systematisch abzubilden und entsprechende Ladevorgänge automatisiert abzurechnen. Dies minimiert Fehler und sichert reibungslose Abläufe.
Stand: 08.12.2025
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Nutzerservices rund um die Uhr
Üblicherweise werden die Fahrzeuge einer Unternehmensflotte nach und nach von Verbrennern auf Elektrofahrzeuge umgestellt, so dass regelmäßig neue Mitarbeiter für die Elektromobilität an Bord genommen werden müssen. Um hier direkt von Beginn an für hohe Zufriedenheit zu sorgen und gleichzeitig Flotten-Verantwortliche im Unternehmen zu entlasten, sollte ein externer Betreiber die Nutzerbetreuung für alle Belange vollständig übernehmen – als Ansprechpartner beim Onboarding, bei Störfällen rund um die Uhr und auch beim Abmelden, zum Beispiel wenn Angestellte das Unternehmen verlassen.
Eichrechtskonforme und transparente Abrechnungen
Die monatliche Abrechnung für betriebliches Laden kann aufgrund der gesetzlichen Grundlagen in Deutschland sowie der bestehenden Nutzungsprofile eines Unternehmens schnell komplex werden. Externe Dienstleister, die den Betrieb eines Ladeparks übernehmen, sollten die Abrechnungen auf Basis eichrechtskonformer Ladepunkte jederzeit automatisiert und rechtssicher abwickeln können. Dazu müssen sie auch geltende gesetzliche Regelungen kennen und sollten Unternehmen im Falle von Änderungen, falls notwendig, auch bei der Anpassung ihrer Prozesse unterstützen. So profitieren Unternehmen und Angestellte von effizienten Prozessen und übersichtlichen Abrechnungen, die für Buchhaltung genutzt werden können.
Automatisches Monitoring des Ladeparks
Um Störungen im Betrieb der Ladeinfrastruktur schnell bemerken und dann auch beheben zu können, sollte ein automatisches Echtzeit-Monitoring jederzeit Auskunft über Zustand, Prozesse und Betriebsbereitschaft der Ladepunkte geben. Mit Fernentstörung oder Neustart sowie, falls nötig, Fehlerbehebung vor Ort sollten Dienstleister innerhalb einer vertraglich definierten Zeit Störungen beenden und wieder für reibungslosen Betrieb sorgen.
Regelmäßige Wartung und Instandsetzung
Die Instandhaltung von Ladestationen wird geregelt von gesetzlichen Anforderungen wie DGUV V3 oder DIN VDE 0105-100/A1 sowie von den Vorgaben der Hersteller. Dienstleister für den Ladepark-Betrieb sollten diese Anforderungen kennen, die geforderten Wartungsprozesse einhalten und dies für das Unternehmen in einem Protokoll dokumentieren.
Das professionelle Management von Ladeparks auf dem Firmengelände inklusive rechtssicherer Abrechnung kann sich komplex gestalten. Die absolute Königsdisziplin ist aber der Betrieb dienstlich genutzter Wallboxen, die bei Mitarbeiter zuhause installiert sind. Hier gilt es, wichtige und folgenreiche Fragen zu klären – darunter:
Welche Heimladestation kann eingebunden werden? Eichrechtskonformität gemäß MessEG/MessEV ist auch hier Voraussetzung für rechtssichere Abrechnungen.
Wem gehört die Heimladestation? Der Eigentümer ist für die Wartung und Instandhaltung verantwortlich.
Wie lassen sich dienstliche und private Ladeverbräuche trennen? Nur bei klaren Prozessen kann die Abrechnung effizient und korrekt gestaltet werden.
Erfahrene Dienstleister haben nicht nur für Ladeparks auf dem Betriebsgelände eine Lösung, sondern integrieren auch heimische Wallboxen in bestehende und automatisierte Prozesse. So können diese mit den Ladestationen des Unternehmens am Firmenstandort im Rahmen eines durchgängigen Konzepts betrieben werden. Unternehmen und Flotten-Verantwortliche profitieren durch das Outsourcing ihres Ladepark-Betriebs dauerhaft von einer merklichen Entlastung. (se)