Ladetechnik Von Deutschland nach Schweden: Mercedes-Benz Trucks testet MW-Charging

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Mercedes‑Benz Trucks will die Implementierung des Megawatt-Charging-System-Standards forcieren. Im Rahmen einer Langstreckentestfahrt von Wörth ins südschwedische Linköping mit zwei seiner elektrischen Fernverkehrs-Lkw eActros 600 testete der Nutzfahrzeughersteller, das Laden mit MCS in der Praxis.

Wie praxistauglich ist MCS? Das will Mercedes-Benz Truck in Erfahrung bringen und lässt zwei seiner elektrischen Fernverkehrs-Lkw eActros 600 von Deutschland nach Schweden fahren. (Bild:  Daimler Truck)
Wie praxistauglich ist MCS? Das will Mercedes-Benz Truck in Erfahrung bringen und lässt zwei seiner elektrischen Fernverkehrs-Lkw eActros 600 von Deutschland nach Schweden fahren.
(Bild: Daimler Truck)

„Zentrale Herausforderungen beim Megawattladen liegen in der Harmonisierung von Fahrzeug und unterschiedlichen Ladesystemen“, erklärt Peter Ziegler, Leiter E-Charging Components, Mercedes-Benz Trucks und holt weiter aus: „Gleichzeitig stellen die extremen Ladeströme beim MCS-Laden hohe Anforderungen an das Wärmemanagement. Die aktuelle Testfahrt bietet eine wichtige Gelegenheit, diese Aspekte unter realen Praxisbedingungen zu erproben.“ Von der Winterfahrt verspricht sich der Autobauer wichtige Erkenntnisse zur Praxistauglichkeit seiner Fahrzeuge im Zusammenspiel mit den MCS-Ladesäulen – angefangen von der Ladekurve über die durchschnittliche Ladeleistung bis hin zur allgemeinen Leistungsfähigkeit der MCS-Infrastruktur.

Härtetest auf 2.400 Kilometern

Die Testfahrt startet in Würth und führt über eine Strecke von rund 2.400 km über die Niederlande, Belgien und Dänemark bis hin nach Linköping in Südschweden. Der Nutzfahrzeughersteller plant dabei, die Fahrzeuge an öffentlichen und privaten MCS-Standorten für Lkw zu laden, die speziell für Lkw vorgesehen sind, nachgeladen werden.

Mit Ladeleistungen von bis zu 1.000 kW lassen sich Nutzfahrzeuge schneller aufladen als mit der aktuell gängigen CCS-Technologie. Beim eActros 600 redet der Hersteller beim MCS von etwa 30 Minuten, um die Batterien von 20 auf 80 Prozent aufzuladen. Der E-Lkw verfügt über drei Batteriepakete mit jeweils 207 kWh, die eine installierte Gesamtkapazität von 621 kWh bieten. Die Batterien basieren auf der Lithium-Eisenphosphat-Zelltechnologie. Die Batteriekapazität in Kombination mit einer neuartigen elektrischen Antriebsachse aus eigener Entwicklung, ermöglichen eine Reichweite von 500 Kilometern – ohne Zwischenladen. Der eActros 600 wird am Tag sogar weit über 1.000 Kilometer zurücklegen können – dank Zwischenladen während der gesetzlich vorgeschriebenen Fahrerpausen.

Infrastruktur benötigt Ausbau

Schnelleres Nachladen mit MCS verspricht effizientere und flexiblere Logistikprozesse im Langstreckeneinsatz. Auch eine bessere Wirtschaftlichkeit für Flottenbetreiber und Speditionen gehört zu den Vorteilen des MCS-Ladens, denn die Fahrzeuge können besser ausgelastet werden, so dass sich ein Umstieg von dieselbetriebenen auf elektrische Lkw leichter realisieren lässt. Allerdings kommen die Vorteile nur dann zum Tragen, wenn eine entsprechende Ladeinfrastruktur vorhanden ist und hier liegt die Krux. Denn momentan gibt es in Europa nur wenige öffentliche MCS-Standorte.  (se)

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