Elektromobilität Elektro-Lkw: Designwerk zeigt unter Realbedingungen Ladeleistung von > 1 MW

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Designwerk Technologies hat unter Realbedingungen eine Ladeleistung von mehr als einem Megawatt für Elektro-Lkw erreicht. Damit zeigte das Unternehmen, dass mit dem Megawatt Charging System eine wichtige Grundlage für den flächendeckenden Einsatz von Langstrecken-E-Lkw in der Schweiz vorhanden ist.

Das Schweizer Unterenehmen Designwerk Technologies erzielte während diverser Praxistests in einem vom Bundesamt für Energie geförderten Projekt eine Ladeleistung von über einem Megawatt für Elektro-Lkw.(Bild:  Designwerk Technologies AG)
Das Schweizer Unterenehmen Designwerk Technologies erzielte während diverser Praxistests in einem vom Bundesamt für Energie geförderten Projekt eine Ladeleistung von über einem Megawatt für Elektro-Lkw.
(Bild: Designwerk Technologies AG)

Die Tests fanden im Juli auf dem Werkhof des Nationalstraßen Gebiets VI im schweizerischen Oberbüren SG statt. Das Unternehmen führte bereits im Vorfeld der eigentlichen Tests Versuche durch, um Ladekommunikation, Steuergeräte und Leistungselektronik optimal aufeinander abzustimmen. In Abschlusstests fuhr man die Ladeleistung schrittweise nach oben, bis eine Spitzenleistung von 1.140 kW erzielt wurde – und damit acht Prozent mehr als die ursprünglich Zielvorgabe von 1.050 kW.

Von 10 auf 80 Prozent Ladezustand in 42 Minuten

Beim vollständigen Ladevorgang eines Designwerk-Prototypen-Nutzfahrzeugs mit 1.000 kWh Batteriekapazität wurde von 10 auf 80 Prozent Ladezustand in 42 Minuten geladen. Dabei flossen 625 kWh Energie, bei einer durchschnittlichen Ladeleistung von 906 kW. Damit kann ein 40-Tonner-Elektro-Lkw eine Strecke von mehr als 500 Kilometern bewältigen.

Die erforderlichen Ladezeiten liegen im Zeitrahmen gesetzlicher Fahrerpausen, was den Alltagseinsatz von elektrischen Langstreckenlastkraftwagen deutlich erleichtert. Zum Vergleich: In den ersten fünf Minuten wurden bereits 81 kWh geladen – das wäre beispielsweise genug, um ein Elektroauto vollständig aufzuladen.

Flexible Energiespeicherung mit Batteriepuffern

Designwerk hat sein Megawatt-Ladesystem als Containerlösung entwickelt, so dass es überschüssige Energie in integrierten Batteriepuffern zwischenspeichern kann. So lässt sich lokal erzeugter Solarstrom auch dann nutzen, wenn keine direkte Sonneneinstrahlung vorhanden ist. Zudem wird das Stromnetz von Leistungsspitzen entlastet und der Ausbau der Netzanschlüsse entfällt. Neben neuen Speichern können auch Second-Life-Batterien aus ausgemusterten Nutzfahrzeugen zum Einsatz kommen.

Eckwerte rund um das BFE-Megawattcharging-Projekt von Designwerk(Bild:  Designwerk Technologies)
Eckwerte rund um das BFE-Megawattcharging-Projekt von Designwerk
(Bild: Designwerk Technologies)

Kleinserienproduktion gestartet

Das 2008 gegründete Unternehmen entwickelt nicht nur Ladeinfrastruktur, sondern auch elektrische Spezialfahrzeuge. Diese Kombination ermöglicht es, Ladegeräte und Fahrzeuge optimal aufeinander abzustimmen. „Ein 40-Tonner lädt dank Megawatt-Charging so schnell, wie ein Elektroauto – nur mit deutlich mehr Leistung. Das ist der Schlüssel, um den Schwerlastverkehr zu elektrifizieren“, unterstreicht Niels Ross, Projektleiter Ladetechnik von Designwerk.

Die Testergebnisse eröffnen neue Perspektiven für den Einsatz von E-Lkw im Fernverkehr. Tagesreichweiten von bis zu 1.000 km sind technisch möglich, selbst für Fahrzeuge mit hohem Energiebedarf. Für Ladepunktbetreiber bietet die batteriegestützte Technologie von Designwerk eine Möglichkeit, ohne Netzausbau Megawatt-Ladeinfrastruktur bereitzustellen.

In den kommenden Monaten will Designwerk die Integration von Funktionen zur intelligenten Steuerung und Netzeinbindung vorantreiben. Mittlerweile läuft die Kleinserienproduktion, und das finale MCS-Kommunikationsprotokoll wird implementiert.

 (se)

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