Verkehrssicherheit erhöhen Volkswagen optimiert ADAS und AD mit Daten aus realen Verkehrssituationen

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Volkswagen will daran arbeiten, Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen mit Daten aus realen Verkehrssituationen zu verbessern, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dazu weitet das Unternehmen sein Programm zur Nutzung von Sensor- und Bilddaten aus Kundenfahrzeugen auf rund 40 europäische Länder aus. Der Startschuss fiel im Januar mit Modellen der Marke Volkswagen Pkw; es folgen Volkswagen Nutzfahrzeuge, Audi, Cupra, Škoda und Porsche.

Die Marken des Volkswagen Konzerns wollen Fahrerassistenzsysteme mit Sensor- und Bilddaten aus Kundenfahrzeugen und realen Verkehrssituationen optimieren.(Bild:  Volkswagen)
Die Marken des Volkswagen Konzerns wollen Fahrerassistenzsysteme mit Sensor- und Bilddaten aus Kundenfahrzeugen und realen Verkehrssituationen optimieren.
(Bild: Volkswagen)

Die Volkswagen-Fahrzeugflotte generieren bereits zum heutigen Zeitpunkt mithilfe anonymisierter Schwarmdaten hochauflösende Karten. Das hilft Fahrzeugen beispielsweise bei der Spurführung auf Straßen ohne Fahrbahnmarkierung. Möglich sind auch präzise Fahrhinweise und Gefahreninformationen, die beispielsweise durch lokales Wetter eingegrenzt werden.

Um Fahrerassistenzsysteme kontinuierlich zu optimieren, sollen nunmehr Daten aus realen Fahrsituationen zum Einsatz kommen, die deutlich praxisnäher als Tests mit Prototypen oder Simulationen sind. Ziel ist es, Assistenzfunktionen so zu gestalten, dass sie vom Nutzer als wirksam empfunden und idealerweise dauerhaft aktiviert werden. Denn aktive Systeme erhöhen die Sicherheit nicht nur für den Fahrer und Beifahrer, sondern auch für alle Verkehrsteilnehmer in ihrer Umgebung.

Konkrete Datenübertragung in komplexen Situationen

Für die Arbeit konzentriert sich der Automobilhersteller auf Situationen, in denen Fahrerassistenzsysteme besonders nützlich sind. Das können Verkehrssituationen mit Radfahrern und Fußgängern sein, wie Kreuzungsverkehr an Schulen und Kindergärten, oder auch belebte, unübersichtliche Supermarkt-Parkplätze.

Auslöser für die Datenübertragung können der Notbremsassistent, manuelle Vollbremsungen und plötzliche Ausweichmanöver sein. So spielen vor allem bestimmte Sensor-, Funktions- und Bilddaten eine wichtige Rolle. Dazu zählen Kamerabilder der Fahrzeugumgebung und Detektionsergebnisse der Umfeldsensorik, ebenso die Fahrtrichtung, Geschwindigkeit und Lenkwinkel. Informationen zu Wetter, Sicht- und Lichtbedingungen sind ebenfalls relevant. Das verdeutlicht folgendes Beispiel: Das Fahrzeug soll Bewegungen an Zebrastreifen und Bürgersteigen bestmöglich analysieren. Erkennt die Kamera Passantenbewegungen in Richtung Straße – etwa von spielenden Kindern – kann das Fahrzeug präventiv Bremsdruck aufbauen, um im Notfall noch schneller abbremsen zu können.

Datenverarbeitung nur mit Zustimmung

Eine dauerhafte Datenübertragung zu diesem Zweck findet nicht statt. Die Zustimmung der Nutzer ist die grundlegende Voraussetzung für die Übertragung und Verarbeitung der Daten. Diese Zustimmung kann über verschiedene Wege erfolgen und wird von den Marken individuell ausgestaltet, zum Beispiel als Option im eigenen Kundenprofil. Diese Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.

Die Datenerfassung und -übertragung kann auch andere Fahrzeuge oder Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer aus dem direkten Umfeld betreffen. Das ist wichtig, weil kamerabasierte Systeme Objekte und Menschen auch unter widrigen Bedingungen optisch eindeutig klassifizieren und komplexe Verkehrssituationen korrekt bewerten müssen. Individuelle Informationen über die Personen im Verkehrsumfeld sind nicht relevant.  (se)

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