Zulieferer in der Krise ZF veräußert Geschäftsbereich Fahrerassistenzsysteme an Harman

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Automobilzulieferer ZF hat einen Tag vor Heiligabend bekanntgegeben, dass er seine Business Unit Fahrerassistenzsysteme verkauft, und zwar an Harman für 1,5 Milliarden Euro. Das US-amerikanische Innenraumelektronik-Unternehmen baut damit seine Sicherheits- und Fahrzeuginnenraum-Technologien aus.

Harman wird den ADAS-Bereich von ZF erwerben. Der Kauf soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.(Bild:  ZF)
Harman wird den ADAS-Bereich von ZF erwerben. Der Kauf soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.
(Bild: ZF)

„Mit der Übernahme der ZF-Geschäftseinheit für Fahrerassistenzsysteme durch Harman International haben wir einen wichtigen Meilenstein in der strategischen Neuausrichtung des Konzerns erreicht“, erklärt ZF-Vorstandsvorsitzender Mathias Miedreich. „Mit Harman haben wir den idealen Partner gefunden, um das Wachstums- und Innovationspotenzial unseres Fahrerassistenz-Geschäfts für Pkw voll zu entfalten und auch den Mitarbeitern bestmögliche Entwicklungsperspektiven zu eröffnen. Zugleich trägt die Transaktion dazu bei, die Finanzverbindlichkeiten von ZF deutlich zu reduzieren. Die Veräußerung ermöglicht uns, dass wir unsere Ressourcen auf jene Kerntechnologien von ZF wie Fahrwerk, Antrieb, Nutzfahrzeug und industrielle Anwendungen konzentrieren, in denen wir global führend sind.“

Im Rahmen der Vereinbarung wird ZF sein ADAS-Geschäft mit Compute Solutions, smarten Kameras, Radartechnologie und Fahrerassistenz-Softwarefunktionen an Harman übertragen. Die Bereiche Elektronik für Fahrwerktechnik und Passive Sicherheitstechnik verbleiben im Unternehmen. Auch in der Nutzfahrzeugsparte setzt der deutsche Zulieferer seine Aktivitäten im Bereich Fahrerassistenz und autonomes Fahren fort.

Know-how kombinieren

Die gebündelte Expertise beider Unternehmen soll es der zukünftigen Organisation ermöglichen, integrierte oder modulare Lösungen anzubieten, die auf unterschiedliche Strategien von Fahrzeugherstellern zugeschnitten sind. Sie verbindet „Sicherheit, Wahrnehmung, Intelligenz, Konnektivität und Systeme im Fahrzeuginnenraum zu einer umfassenden Erfahrung für Fahrer und Beifahrer“, wie es in einer gemeinsamen Erklärung hieß. „Unsere Übernahme des ADAS-Geschäfts von ZF ist ein strategischer Schritt für HARMAN, um eine besser vernetzte Zukunft mit intelligenteren und sichereren Fahrzeugen zu ermöglichen, die auf die Bedürfnisse von Fahrern und Passagieren reagieren“, unterstrich Christian Sobottka, Chief Executive Officer und President, Automotive Division, Harman.

ZF verschafft sich Luft

„Die Erlöse aus dem Verkauf tragen dazu bei, die Finanzverbindlichkeiten des ZF-Konzerns signifikant zu reduzieren“, ordnete ZF-Finanzvorstand Michael Frick die Auswirkung der Transaktion auf die ZF-Finanzsituation ein. „Die Erlöse aus Verkäufen, kombiniert mit Performance-Maßnahmen zur Steigerung der organischen Cash-Generierung, tragen zu einer schnelleren Entschuldung bei. Durch Fokussierung auf Kernkompetenzen und ein diszipliniertes Portfoliomanagement stärkt ZF seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig und schafft Raum für profitables Wachstum. Zusätzlich restrukturiert ZF – wie auch andere Marktteilnehmer – sein E-Mobilitätsgeschäft und stellt nicht profitable Projekte neu auf. Wir erwarten dabei, dass sich die bereinigte EBIT-Marge und der bereinigte Free Cashflow für das Geschäftsjahr 2025 innerhalb der oberen Hälfte der aktuellen Prognose bewegen werden.“

Im Rahmen der Vereinbarung werden nach Abschluss der Transaktion voraussichtlich 3.750 ZF-Mitarbeiter zu Harman wechseln. Der Abschluss der Transaktion wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich der erforderlichen behördlichen Genehmigungen. (se)

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