Statistik Umsatz in der Fahrradbranche erreicht fast Rekordniveau von 2020

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Der Fahrrad-Einzelhandel hat 2022 vom Trend zum Radfahren profitiert. Der Umsatz mit Fahrrädern, Fahrradteilen und -zubehör stieg bereinigt um Preiserhöhungen um 2,4 Prozent.

Die Fahrradbranche hat 2022 deutlich zugelegt.(Bild:  Achter)
Die Fahrradbranche hat 2022 deutlich zugelegt.
(Bild: Achter)

Die Fahrradbranche hat 2022 beim Umsatz fast das Niveau des Rekordjahres 2020 erreicht. Der anhaltende Trend zum Radfahren bescherte dem Einzelhandel mit Fahrrädern, Fahrradteilen und -zubehör im Jahr 2022 bereinigt um Preiserhöhungen 2,4 % mehr Umsatz als 2021. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Gegenüber dem Rekordjahr 2020 setzte der Fahrrad-Einzelhandel nur 0,7 Prozent weniger um.

Trotz deutlich gestiegener Verbraucherpreise und der damit einhergehenden Kaufzurückhaltung konnte sich die Fahrradbranche im vergangenen Jahr besser entwickeln als der Einzelhandel insgesamt. Die Umsätze im EInzelhandel (ohne den Handel mit Kraftfahrzeugen) sanken 2022 real um 0,7 Prozent gegenüber 2021.

250.000 Bio-Bikes mehr produziert als 2021

Auch wenn immer mehr Menschen vom klassischen Fahrrad auf ein E-Bike umsteigen, wurden 2022 in Deutschland deutlich mehr unmotorisierte Fahrräder produziert als in den Jahren zuvor. Im vergangenen Jahr stieg die Produktion von Bio-Bikes nach vorläufigen Zahlen auf knapp 1,7 Millionen Stück und lag damit deutlich über dem Niveau der ersten Corona-Jahre 2020 (1,3 Millionen Stück) und 2021 (1,4 Millionen Stück).

Der Gesamtwert der hierzulande hergestellten Räder ohne Motor betrug 2022 gut 1,0 Milliarden Euro - ein Plus von 30,7 Prozent gegenüber 2021 (knapp 0,8 Milliarden Euro). Der Umsatz des Fahrrad-Einzelhandels in Deutschland ergibt sich jedoch nicht ausschließlich aus der heimischen Produktion, umgekehrt sind nicht alle in Deutschland produzierten Fahrräder für den Absatz auf dem heimischen Markt bestimmt.

E-Bike-Importe bei 1,7 Milliarden Euro

Ein beträchtlicher Teil an Fahrrädern und vor allem auch an einzelnen Komponenten und Zubehör kommt aus dem Ausland. Im Jahr 2022 wurden gut 3,0 Millionen unmotorisierte Fahrräder im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro importiert. Die meisten dieser Fahrräder stammten aus Kambodscha (22,0 %), Bangladesch (11,9 %) und Polen (7,5 %).

Die Importe der führerscheinfreien E-Bikes und Pedelecs mit einer Motorleistung von bis zu 250 Watt lagen bei knapp 1,5 Millionen Stück und hatten einen Wert von rund 1,7 Milliarden Euro. Sie kamen vor allem aus Bulgarien (17,3 %), Vietnam (13,4 %) und den Niederlanden (9,6 %).

Weniger Export als Import

Darüber hinaus wurden im vergangenen Jahr auch rund 90.700 Tonnen Teile, Komponenten und Zubehör für Fahrräder nach Deutschland importiert. Das waren 13,3 Prozent mehr als im Jahr 2021 (80.000 Tonnen). Der Wert der importierten Fahrradteile stieg auf gut 3,5 Milliarden Euro - ein Plus von 40,8 Prozent gegenüber 2021 (2,5 Milliarden Euro).

Die deutschen Exporte ins Ausland fielen dagegen deutlich geringer aus als die Importe: Exportiert wurden im vergangenen Jahr 940.000 fertige Räder ohne Motor im Wert von knapp 0,9 Milliarden Euro, 579.000 E-Bikes im Wert von knapp 1,2 Milliarden Euro und 27.800 Tonnen Teile und Zubehör für Fahrräder im Wert von rund 0,8 Milliarden Euro.

Preise für klassische Fahrräder etwas stärker gestiegen als für E-Bikes

Im Jahr 2022 sind sowohl die Preise für klassische Fahrräder (+6,8 %) als auch die Preise für E-Bikes oder Pedelecs (+6,2 %) gegenüber dem Jahr 2021 ähnlich stark gestiegen wie die Verbraucherpreise insgesamt (+6,9 %). Die Fahrradinspektion verteuerte sich im selben Zeitraum um 9,8 %. Im Jahr 2021 hatten gestiegene Produktionskosten, die anhaltend hohe Nachfrage und das begrenzte Angebot infolge von Lieferengpässen zu überdurchschnittlichen Preissteigerungen bei Fahrrädern und Co. geführt: 2021 waren klassische Räder 6,3 Prozent, E-Bikes oder Pedelecs 5,1 Prozent und die Fahrradinspektion 7,4 Prozent teurer als im Corona-Jahr 2020, während die Inflationsrate noch bei +3,1 Prozent gelegen hatte.

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