Autonomes Fahren in China Uber setzt auf chinesische Robotaxis

Von Henrik Bork 3 min Lesedauer

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Uber sucht sich chinesische Partner, um Robotaxis nach Europa zu bringen. Und ist fündig geworden. Die amerikanische Firma hat mit gleich drei Startups aus der Volksrepublik Verträge unterschrieben, um zukünftig fahrerlos rollen zu können – WeRide, Momenta und Pony.ai.

Uber hat mit WeRide, Momenta und Pony.ai. Verträge unterschrieben, um zukünftig fahrerlos auf Europas Straßen rollen zu können.(Bild:  Uber)
Uber hat mit WeRide, Momenta und Pony.ai. Verträge unterschrieben, um zukünftig fahrerlos auf Europas Straßen rollen zu können.
(Bild: Uber)

Alle Verträge mit WeRide, Momenta und Pony.ai sind in derselben Woche unterschrieben worden, als sei da jemand sehr in Eile. Am 2. Mai kündigten Uber und das in Suzhou ansässige Momenta an, ab 2026 gemeinsam Robotaxis auf Europas Straßen zu bringen.

Am 6. Mai folgte die Unterschrift unter einen Vertrag zwischen Uber und Pony.ai, dem von James Peng in Kalifornien gegründeten, nun aber wesentlich in China engagierten Robotaxi-Startup, das oft als “chinesisch-amerikanisch” bezeichnet wird. Dabei geht es um den Launch von Robotaxi-Dienstleistungen für Uber in „Schlüsselmärkten im Nahen Osten”. Und nur einen Tag später, am 7. Mai, unterzeichneten Uber und WeRide eine Ausweitung ihrer schon bestehenden strategischen Partnerschaft. Uber investiert weitere 100 Millionen US-Dollar in das heute in Guangzhou ansässige Unternehmen, um gemeinsam Robotaxis in 15 weiteren Städten in Europa und dem Nahen Osten auf den Weg zu bringen.

Schnellerer globaler Roll-out

Chinesische Fachmedien jubeln, Uber wähle „die chinesische Lösung“ und bezeichnen das Trommelfeuer von Ankündigungen als Beweis dafür, dass „chinesische Technologie für smartes Fahren fertig für den Export“ sei. In Wirklichkeit sind die meisten der mehr als 15 Partner, die Uber bislang für autonome Fahrdienstleistungen ausgewählt hat, noch immer in den USA beheimatet – mit einigen Ausnahmen wie das britische Wayve.

Doch die jetzt abgeschlossenen Verträge mit chinesischen Startups erlauben dem amerikanischen Unternehmen einen schnelleren globalen Roll-out von Robotaxis, was angesichts des wachsenden Gedränges auf diesem Markt wichtig sein muss, um die Investoren bei der Stange zu halten. Tesla hat zum Beispiel angekündigt, im kommenden Monat in Austin, Texas, seinen ersten Robotaxi-Service einzuführen, berichtet TechCrunch. Uber hat offenbar beschlossen, nun schnell in möglichst vielen Städten rund um die Erde mit seinem neuen, in Zukunft fahrerlosen Service Wurzeln zu schlagen.

Zunächst mit Sicherheitsfahrer an Bord

Zu Beginn wird immer noch ein „Sicherheitsfahrer“ mit an Bord sein, der zur Not eingreifen kann. So haben es etwa Momenta und Uber gerade angekündigt. Das solle den Algorithmen noch ein wenig Zeit geben, einige Dinge zu üben, die auch für viele Autofahrer nicht ganz so einfach sein sollen, „effizient durch komplexe Kreisverkehr-Situationen navigieren, verschneite und vereiste Straßen mit Präzision zu meistern und mehrsprachige Verkehrsschilder zu erkennen“, heißt es.

Aus Sicht der chinesischen Unternehmen sind die Verträge mit Uber ebenfalls gute Nachrichten, denn das autonome Fahren ist ein „Numbers Game“. Wer die meisten Kilometer oder Meilen sammelt, dessen Algorithmen werden am besten perfektioniert.

Die „End-to-End“-LLM von Momenta beispielsweise sind bislang mit riesigen chinesischen Datensätzen trainiert worden, können aber in Zukunft dank der Kooperation mit Uber eine Art „globalen Reisepass“ erlangen, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua kommentiert.

Auch der CEO von Pony.ai, James Peng, freut sich, dass sein neuer Vertrag mit Uber ein „wesentlicher Meilenstein in Pony.ais globaler Strategie“ sei. Und sein Konkurrent Tony Han, der CEO von WeRide, sieht eine „gemeinsame Ambition“ mit Uber, „die autonome Mobilität rund um den Globus verfügbar und bezahlbar zu machen“. Es wird nun wohl nicht mehr lange dauern, bis man beim Rufen eines Ubers über seine Smartphone-App zwischen einem Fahrzeug mit Fahrer und einem autonom fahrenden Robotaxi wählen kann. In vielen Städten der Erde wird die Technologie dafür dann „made in China“ sein. (se)

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