Alternative Antriebe im Bahnverkehr TÜV Süd erarbeitet Richtlinien für sicheres Gesamtsystem

Von Stefanie Eckardt 1 min Lesedauer

Nicht nur in Deutschland fahren immer mehr Züge mit Batterie- und Wasserstoffantrieb auf der Schiene. Sie sollen einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Schienenverkehrs leisten. Doch ein Manko bisher ist: Es gibt bisher keine harmonisierten Sicherheitsstandards für alternative Antriebskonzepte.

Mit dem Mireo Plus H sind erste Wasserstoffzüge im Fahrgastbetrieb im Einsatz. Doch der TÜV Süd betont, dass es bisher keine harmonisierten Sicherheitsstandards für alternative Antriebskonzepte im Bahnverkehr gibt. (Bild:  Siemens Mobility)
Mit dem Mireo Plus H sind erste Wasserstoffzüge im Fahrgastbetrieb im Einsatz. Doch der TÜV Süd betont, dass es bisher keine harmonisierten Sicherheitsstandards für alternative Antriebskonzepte im Bahnverkehr gibt.
(Bild: Siemens Mobility)

Alternative Antriebssysteme im Schienenverkehr bieten zwar erhebliche Vorteile für die Dekarbonisierung des Schienenverkehrs und damit dem Klimaschutz. Aber ihr Einsatz ist mit Risiken verbunden, die von verschiedenen Regelwerken bisher nicht ausreichend berücksichtigt werden. Aus diesem Grund müssen Hersteller und Betreiber auf branchenfremde Standards ausweichen, um Risiken bewerten und Gefahren kontrollieren zu können. Allerdings findet oftmals nur eine sicherheitstechnische Bewertung einzelner Komponenten statt und nicht des Gesamtsystems. Hier will der TÜV Süd Abhilfe schaffen und hat daher den „Assessment Guide for alternative propulsion systems in rail vehicles“ erarbeitet.

Systematische Sicherheitsanalyse

Der Assessment Guide von TÜV SÜD betont, wie wichtig eine umfassende Sicherheitsanalyse von der Gefährdungsidentifikation über die Ermittlung des Restrisikos bis zur Bewertung des Gesamtsystems ist. Er befasst sich mit der Integration von alternativen Antriebssystemen in Fahrzeuge, Infrastruktur sowie Betrieb und Wartung und verfolgt mit diesem ganzheitlichen Ansatz das Ziel, die Bewertung von Risiken und Sicherheitsmaßnahmen für alternative Antriebssysteme zu harmonisieren und transparenter zu machen.

Die Prüforganisation adressiert damit Fahrzeughersteller und Systemintegratoren, Komponenten- und Batteriehersteller, Zulassungs- und Bewertungsstellen sowie Betreiber und Behörden. Sie bekommen eine nach Unternehmensaussagen strukturierte und praxisnahe Orientierungshilfe für die sicherheitstechnische Bewertung von alternativen Antriebssystemen im europäischen Bahnkontext.

Der Assessment Guide liefert einen Überblick über den regulatorischen Rahmen, beschreibt das Vorgehen bei einer systematischen Sicherheitsanalyse, benennt risikobasierte Zulassungs- und Akzeptanzkritierien und betont dabei die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung des Gesamtsystems und die Notwendigkeit einer unabhängigen Sicherheitsbewertung. (se)

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