Bahntechnik Stadler Rail geht rechtlich gegen SBB-Milliardenauftrag für Siemens vor

Von Stefanie Eckardt 1 min Lesedauer

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Siemens hat Anfang November 2025 einen Auftrag von den Schweizerischen Bundesbahnen über 116 Doppelstock-Züge bekommen. Gegen diese Vergabe legt der Schweizer Zugbauer Stadler nun rechtliche Mittel ein.

Stadler hat gegen die SBB-Vergabe von 116 Zügen an Siemens Mobility Rechtsmittel eingelegt.(Bild:  Stadler)
Stadler hat gegen die SBB-Vergabe von 116 Zügen an Siemens Mobility Rechtsmittel eingelegt.
(Bild: Stadler)

Die Auftragsvergabe von 116 Zügen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) an Siemens Mobility stieß bei Stadler nicht nur auf wenig Gegenliebe, sondern der Schweizer Zugbauer konnte den Vergabeentscheid nicht nachvollziehen. Daher hat das Unternehmen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht.

Für die Ausschreibung hatte Stadler einen bestehenden Doppelstock-Zug angeboten. Seit 2012 verkehren 153 der KISS-Doppelstock-Züge auf dem SBB-Netz. Die Preisdifferenz zum Konkurrenzangebot beträgt 0.6 Prozent. Nach der Bekanntgabe durch die SBB analysierte Stadler die Bewertungsmatrix eingehend und konnte diese samt der Entscheidung nicht nachvollziehen. Das Unternehmen befand, dass sein Angebot, basierend auf dem im täglichen Einsatz bewährten KISS-Doppelstockzug im Vergleich zu einem Zug, der nach Angaben des Schweizer Zugbauers lediglich auf dem Papier existiert, zu tief bewertet wurde. Stadler könne nicht verstehen, wie sich das Siemens-Angebot in bewerteten Kriterien wie Betriebskosten, Qualität, Instandhaltung, Nachhaltigkeit oder Serviceverträge abheben konnte.

Stadler fordert unabhängige Überprüfung

Der Hersteller fordert daher eine unabhängige Überprüfung der Vergabe und hat am 27. November 2025 Rechtsmittel beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Die Stadler zur Verfügung gestellten Unterlagen haben keine Klarheit zu verschiedenen offenen Fragen in der Bewertung gebracht. So erhielt man in der Kategorie Nachhaltigkeit nur halb so viele Punkte wie das Siegerangebot. Obwohl man den angebotenen Zug vollständig in der Schweiz mit kurzen Transportwegen produzieren würde, beispielweise mit Aluminiumprofilen aus dem Wallis und mit weiteren Komponenten von Zulieferern aus der Schweiz. Darüber hinaus ist nicht klar, welche Kriterien dazu geführt haben, dass ein Zug, der erst auf dem Papier existiert, bessere Werte erhält als ein seit vielen Jahren bewährter KISS-Doppelstockzug, mit belastbaren Daten? Diese Fragen ließen sich auch in einem Debriefing-Gespräch mit der SBB nicht ausreichend geklärt werden. (se)

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