Bahntechnik S-Bahn rangiert erstmals ferngesteuert

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Dank 5G konnte erstmals eine S-Bahn ferngesteuert werden: Im DB-Werk München-Steinhausen bewegte der Lokführer das Fahrzeug von einem Bedienplatz im Gebäude aus. Das ist ein wichtiger Schritt, denn so ließen sich Abläufe im Rangierbetrieb beschleunigen und Mitarbeiter entlasten.

Vom Remote Operation Center könnten zukünftig S-Bahnen ferngesteuert rangiert werden.(Bild:  Alstom)
Vom Remote Operation Center könnten zukünftig S-Bahnen ferngesteuert rangiert werden.
(Bild: Alstom)

Die Tests für einen ferngesteuerten Betrieb mit einem umgerüsteten Fahrzeug der Baureihe 423 liefern wichtige Grundlagen und Erkenntnisse für die weitere Entwicklung der Technik, für die Zulassung und die Anwendung von Remote Train Operation (RTO) im alltäglichen Rangierbetrieb. Das mögliche Anwendungsfeld ist groß: Deutschlandweit sind rund 400 S-Bahnen der Baureihe 423 im Einsatz und der technische Ansatz wäre auf weitere Baureihen übertragbar. Die Deutsche Bahn (DB) hat für die Ausrüstung des Testfahrzeugs mit Technik des Zugherstellers Alstom und für den Führerstands-ähnlichen Bedienplatz etwa eine Million Euro investiert. Dabei entstand für die notwendige Datenübertragung in Echtzeit außerdem ein eigenes 5G-Campus-Netz.

Ferngesteuerte S-Bahn in München
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Rollout in München 2028 technisch möglich

Auf dem Werksgelände in München-Steinhausen finden täglich rund 350 Rangierbewegungen der S-Bahn statt, beispielsweise zur Reinigung, in die Werkshalle oder zur Betriebsbereitstellung. Diese Fahrten ließen sich in Zukunft über 5G-Verbindungen aus der Ferne steuern. In Güterbahnhöfen können Rangierlokführer Grundfunktionen ihrer Loks schon heute per Funk steuern, während sie selbst an der Spitze eines geschobenen Zuges stehen.

Der Testbetrieb in Steinhausen mit einer 5G-basierten Steuerung aus größerer Distanz setzt hier noch einmal obendrauf: So lässt sich das Fahrzeug nicht nur aus der Ferne bewegen, sondern die Mitarbeiter können auch Türen schließen, die Beleuchtung einschalten oder Warnsignale abgeben. Große Displays zeigen am originalgetreuen Steuerpult Livebilder der Fahrt, während der Zug draußen komplett ferngesteuert fährt. Darüber hinaus ist im Rahmen der Erprobung eine ortsunabhängige Steuerung per Tablet möglich.

Ob und wann RTO ausgerollt werden kann, hängt von der Finanzierung und eventuellen Fördermitteln für die weitere Entwicklung und Zulassung der Technik ab. Die für Remote Train Operation benötigten Komponenten sind auf dem Markt verfügbar, eine Nachrüstung wäre technisch schnell möglich: Finanzierung und Zulassung vorausgesetzt könnte der Rollout in München schon 2028 beginnen. (se)

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