Batterietechnik PowerCo fertigt erste Einheitszellen in Gigafabrik Salzgitter

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Volkswagen-Tochter PowerCo hat die ersten Einheitszellen in seiner 69.000 m2 großen Gigafabrik Salzgitter hergestellt. Damit konnte die Inbetriebnahme wie geplant stattfinden. Die Zellen werden nun für finale Tests im Fahrzeug an die Marken des Konzerns ausgeliefert. Der erste Serieneinsatz soll im kommenden Jahr in der Electric Urban Car Family von Volkswagen, Škoda und Seat/Cupra erfolgen.

Die erste PowerCo-Einheitszelle basiert auf der NMC-Technologie und liefert im Vergleich zu heutigen Zellen rund 10 Prozent mehr Energiedichte.(Bild:  Stefan Warter/Volkswagen AG/PowerCo)
Die erste PowerCo-Einheitszelle basiert auf der NMC-Technologie und liefert im Vergleich zu heutigen Zellen rund 10 Prozent mehr Energiedichte.
(Bild: Stefan Warter/Volkswagen AG/PowerCo)

PowerCo soll innerhalb des Volkswagen Konzern rund 50 Prozent des Bedarfs an Einheitszellen abdecken. Darüber hinaus setzt man auf externe Lieferanten. Die standardisierte Architektur der Zelle ermöglicht den weltweiten Einsatz über alle Marken und Regionen hinweg und bietet Skaleneffekte, Kostenvorteile sowie technologische Flexibilität – von Lithium-Eisenphosphat (LFP) über Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) bis hin zu Feststoff sind verschiedene Zelltechnologien möglich. Die erste PowerCo-Einheitszelle basiert auf der NMC-Technologie und liefert im Vergleich zu heutigen Zellen rund 10 Prozent mehr Energiedichte. Sie ist zudem optimal auf das ebenfalls neue Cell-to-Pack-Batteriesystem abgestimmt und bietet damit Vorteile bei Reichweite, Effizienz und Leistungsstärke. Die Produktion erfolgt in Salzgitter. Weitere Zellchemien sind zeitnah geplant. So soll beispielweise in naher Zukunft die erste Einheitszelle mit LFP-Technologie produziert werden.

Stufenweiser Aus- und Aufbau

Die Produktion der Zelle wird 2026 schrittweise hochgefahren. Im ersten Schritt plant man in Salzgitter eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 20 GWh aufzubauen, die bei Bedarf auf bis zu 40 GWh ausgeweitet werden kann. Das entspricht – je nach Batteriegröße – rund 250.000 bzw. 500.000 Fahrzeugen. Salzgitter dient dabei als Leitwerk für die nachfolgenden Gigafabriken in Valencia und im kanadischen St. Thomas, die alle auf dem Standardfabrik-Konzept der Volkswagen-Tochter basieren. Die Erfahrungen aus Salzgitter werden im nächsten Schritt auf die internationalen Standorte übertragen. Des Weiteren baut das Unternehmen das Entwicklungszentrum in Salzgitter aus: Seit 2022 werden die Labor-, Test- und Entwicklungskapazitäten am Standort strategisch erweitert. Aktuell befindet sich ein weiteres Testfeld im Aufbau, das Anfang 2026 in Betrieb genommen werden soll.

Mit der Gigafabrik Salzgitter will PowerCo nach eigenen Aussagen „neue Standards für eine CO₂-arme Zellfertigung setzen“. Die Produktion erfolgt mit regenerativer Energie aus Wind und Sonne. Erstmals werden auch die energieintensiven Rein- und Trockenräume mit Grünstrom betrieben. In Summe emittiert die Gigafabrik Salzgitter jährlich bis zu 115.000 Tonnen weniger CO₂ als vergleichbare, konventionelle Fabriken.

Die hochautomatisierte Fertigung kombiniert mit Echtzeit-Datenanalyse ist die Basis für eine kontinuierlich steigende Prozessstabilität, Effizienz und Qualität. Tausende Datenpunkte aus Maschinen- und Gebäudeüberwachung ermöglichen eine detaillierte Rückverfolgung und bilden die Basis für eine KI-gestützte Qualitätskontrolle. (se)

(ID:50664215)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung