Neben Mercedes-Benz und Audi errichtet auch Porsche eigene Schnellladestationen. Das exklusive Ladeangebot dürfte sich für den Autohersteller nicht rechnen, ist jedoch ein notwendiges Angebot für den Hochlauf der Elektromobilität.
Die Porsche Charging Lounge in Bingen ist fast wie aus einem Design-Buch.
(Bild: Porsche)
Die Schranke an der Einfahrt öffnet sich wie von Zauberhand. Eine Kamera hat das Kennzeichen erkannt, der Porsche Taycan rollt an einen der sechs Ladeplätze. In dem Gewerbegebiet bei Bingen am Autobahndreieck Nahetal (A60/A61) fällt die Porsche Charging Lounge direkt ins Auge. Das abgerundete Dach sieht aus wie eine Flugzeugtragfläche, die von runden Pfeilern gehalten wird. Die Sitzgelegenheiten aus hellem Holz an den Schnellladern sind abgerundet und auch die raumhoch verglaste Lounge hat keine Ecken. Alles zusammen wirkt hochwertig und stylish – fast wie aus einem Design-Buch, wie sie in der Lounge zum Blättern ausliegen.
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In der Lounge gibt es Toiletten, WLAN, Automaten für Kaffee, kalte Getränke sowie Snacks aus der Region. Auch wenn Rhein und Nahe nur einen Steinwurf entfernt sind, Wein gibt es keinen in der Selbstbedienungslounge, die rund um die Uhr geöffnet hat. Allerdings gilt: Porsche only! Anders als Audi, die Fremdmarken an ihre Charging Hubs zulassen, erhalten in Bingen nur Porsche-Fahrer Zugang zum Gelände sowie zur Lounge.
„Ehrgeiziger Kurs zur Elektrifizierung“
Ein großer Aufwand für eine einzelne Automarke. Der elektrische Macan ist zwar angekündigt, doch bislang gibt es im Portfolio mit dem Taycan nur ein einziges reines E-Auto. Laut Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes sind aktuell rund 14.800 Taycan in Deutschland zugelassen. In Bingen können auch Plug-In-Hybride laden. Dafür stehen vier AC-Wallboxen mit 22 kW Ladeleistung bereit. „Porsche verfolgt einen ehrgeizigen Kurs zur Elektrifizierung. 2030 wollen wir über 80 Prozent unserer Fahrzeuge vollelektrifiziert ausliefern. Für diesen ambitionierten Hochlauf braucht es ein leistungsstarkes und dichtes Schnellladenetz“, begründet CEO Oliver Blume den Aufbau der markeneigenen Ladeparks.
Bis Ende 2024 errichtet Porsche sieben derartige Stationen im DACH-Raum. Bei der Standortwahl gehen die Stuttgarter genau wie Audi vor: Sie analysieren, wo sich ihre Kunden bewegen. Bei Audi trifft „stehen“ es besser, da das Konzept so genanntes Heimersatzladen für Menschen ohne Wallbox verfolgt. Bei Porsche geht es ums Reisen mit dem E-Auto. Die Station in Bingen liegt auf dem Weg zum und vom Nürburgring. Das Autobahnkreuz in der Nähe von Mainz bietet Transitreisenden in Ost-West-Richtung als auch Reisenden in Nord-Süd-Richtung eine passende Lademöglichkeit.
Bis zu 400 kW Ladeleistung
Porsche setzt auch nicht wie Audi auf Speicherbatterien. Die Station wird klassisch ans Mittelspannungsnetz plus Transformatoren angeschlossen. Anfänglich leistet jeder der sechs HPC-Anschlüsse bis zu 300 kW, im kommenden Jahr sind bis zu 400 kW möglich, auch wenn ein Taycan mit maximal 270 kW lädt. Die Alpitronic-Schnelllader bieten Plug & Charge. Ist das Kennzeichen über die Porsche ID in der My Porsche-App hinterlegt, kann die Ladekarte bei Zufahrt und Ladevorgang in der Tasche bleiben. Lediglich für den Lounge-Zugang benötigt man die Ladekarte oder einen QR-Code aus der App.
Der CCS-Stecker hängt an einem Schwenkarm, der einen Großteil des Gewichts trägt und mit dem sich die vier typischen Ladeanschlusspositionen an einem E-Auto erreichen lassen, ohne den Lack zu verkratzen. Der Taycan hat seinen Ladeanschluss vorn rechts, aber kommende E-Autos der Sportwagenmarke könnten ihn an anderer Stelle haben.
Die Porsche Charging Lounge wird eine eigene Kategorie in der Ladeplanung des Fahrzeugs. Die Fahrer können sie favorisieren, dann wird bei der Routenplanung auch ein kleiner Umweg in Kauf genommen, denn hier kommt es nicht zu Wartezeiten. Das System kennt die Auslastung der Station und leitet entsprechend viele Fahrzeuge an die Ladesäulen.
Wie der Ausbau nach den ersten sieben Standorten weitergeht, wird Porsche nach Auswertung der Kundenrückmeldungen entscheiden. Angedacht sind unterschiedliche Stationsgrößen: Bei Porsche-Händlern würden vier Ladeanschlüsse installiert, in Bingen sind es sechs und es gibt Überlegungen für große Stationen mit 12 Schnellladeanschlüssen. Wichtig für die Standorte ist, dass sie in unter drei Minuten von der Autobahnabfahrt erreichbar sind.
Fitness-Spiegel zeigt Übungen
Die Ladezeit verkürzen nicht nur Heißgetränke und Snacks in der Lounge, es gibt auch Entertainment. Angedacht ist ein Quiz-Angebot sowie eine Sensing-Experience. Dabei handelt es sich um Düfte mit belegender oder beruhigender Wirkung, die Nutzer ausprobieren. Ein interaktiver Fitness-Spiegel regt zu körperlicher Aktivität an. Animateure zeigen auf dem Spiegel Übungen, um Verspannungen langer Autofahrten zu lösen. Wer das nicht in der Lounge vor den Augen anderer Gäste machen will, scannt einen QR-Code an der Säule und wird so auf eine Webseite mit Übungen geleitet. Die absolviert man neben seinem Auto. Die Meditations-Übungen kann man auch sitzend im Auto absolvieren.
Stand: 08.12.2025
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Am Rande der Station steht auf dem Rasen ein Picknicktisch, den man bei gutem Wetter nutzen kann. Im Dach wird Regenwasser gesammelt, um es für die Bewässerung von Rasen und Pflanzen zu nutzen. Zwei Wärmepumpen erzeugen die Heizleistung für die Lounge. Natürlich bezieht Porsche für die E-Autos zertifizierten Ökostrom. Photovoltaik-Zellen auf dem Dach decken ein Teil des Energiebedarfs der Station.
Sicherheit und Sauberkeit
Das Dach über den Ladesäulen bietet zudem Schutz bei Wind und Wetter. Man kommt trockenen Fußes in die Lounge. Die ist von außen von drei Seiten einsehbar, so dass man entscheiden kann, ob man sich darin gut aufgehoben fühlt. Die Entwickler haben sich Gedanken über das subjektive Sicherheitsgefühl der Nutzer gemacht. Die gesamte Station ist gut ausgeleuchtet, es gibt keine dunklen Ecken. Mehrere Kameras übertragen Bilder an einen Sicherheitsdienst. Im Aufenthaltsbereich der Lounge als auch bei den Toiletten sind Notfallknöpfe angebracht. Ein Reinigungsdienst sorgt morgens und abends für Sauberkeit.
Wer mag, kann an einem Stellplatz neben den AC-Ladern noch seinen Luftdruck kontrollieren. Preislich liegt die Kilowattstunde in Bingen bei 0,33 Euro, genau wie bei anderen HPC-Ladestationen im Porsche Charging Service. Dieser bündelt mehr als 436.000 Ladepunkte in 20 europäischen Ländern. Davon leisten knapp 25.300 Ladepunkte über 150 kW Leistung. Den Aufbau markeneigener Stationen will Porsche-Chef Blume nicht als Abkehr bisheriger Aktivitäten gedeutet wissen: „Die exklusiven Porsche Charging Lounges leisten einen wichtigen Beitrag: Barrierefrei, modern und nachhaltig gestaltet ergänzen sie das Ionity-Netz.“