Elektromobilität Neuartige Anlage zum Recycling von Lithium-Ionen-Akkus

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Wenn ein Elektrofahrzeug sein Lebensende erreicht hat, muss es fachgerecht entsorgt werden. Das ist kein Problem in puncto Karosserie, Sitze oder Armaturen – diese können leicht wiederverwertet werden. Batterien enthalten wertvolle Rohstoffe, ihr Recycling ist allerdings nicht ohne. Ein Spin-Off der Technischen Universität Graz arbeitet unter dem Namen ProtectLiB an einem neuen Recycling-Verfahren.

Die Gründer von ProtectLib - Tobias Kopp, Chris Pichler und Jürgen Abraham (nlnr.) arbeiten  an der kostengünstigen und umweltfreundlichen Wiederverwertung von wertvollen Batterierohstoffen.(Bild:  Technische Universität Graz)
Die Gründer von ProtectLib - Tobias Kopp, Chris Pichler und Jürgen Abraham (nlnr.) arbeiten an der kostengünstigen und umweltfreundlichen Wiederverwertung von wertvollen Batterierohstoffen.
(Bild: Technische Universität Graz)

Batterien von Elektrofahrzeugen sind echte Power-Pakete, die einen Stromer über hunderte Kilometer antreiben. Doch was passiert mit ihnen, wenn das Elektrofahrzeug sein Lebensende erreicht hat? Der Umgang mit Akkus ist schließlich nicht ungefährlich, weil sie anfällig für Beschädigungen sind und Brände verursachen können. Allerdings enthalten sie wertvolle Rohstoffe.

Sicheres Recycling

Die Lösung liegt auf der Hand: Recycling. Doch das ist nicht so einfach getan wie gesagt. Nur wenige Entsorgungsunternehmen verfügen über Anlagen zur Wiederverwertung von Lithium-Ionen-Batterien. Die alten Akkus dorthin zu bringen, ist allerdings gefährlich. Dafür braucht es eigene, gesicherte Transporte was wiederum kostenintensiv ist.

Dieser Problematik nimmt sich ein Spin-Off der Technischen Universität Graz an. Jürgen Abraham, Tobias Kopp und Chris Pichler arbeiten im Rahmen eines Spin-off der Universität Graz am Start-Incubator UniCorn an einer neuen Lösung. Unter dem Namen „ProtectLiB“ entwickelten sie ein patentiertes Recyclingverfahren in Form einer kompakten Recyclinganlage. Sie ist so groß wie ein gewöhnlicher Container, sodass Fahrzeugbatterien direkt vor Ort verarbeitet werden können. „Wir können Lithium, Kobalt und Nickel von den flüssigen Elektrolyten trennen. Im Gegensatz zu bestehenden Verfahren gelingt uns das ohne Hitze“, erläutert Kopp den Mehrwert der Neuentwicklung. Ein erheblicher Vorteil, denn die Reststoffe sind nicht mehr gefährlich und können so deutlich günstiger weiterverarbeitet und transportiert werden.

Erster Prototyp verfügbar

Der erste Prototyp steht am Gelände der Universität und ist einsatzbereit. Derzeit konzentrieren sich die Gründer auf Batterien aus dem Automotive-Sektor. Handy- oder Laptop-Akkus sind zunächst außen vor, denn jede Batterie ist chemisch anders zusammengesetzt. „Eine einzige Lösung für alle lässt sich nicht so ohne Weiteres umsetzen“, erklärt Kopp.

Das Spin-Off konnte bereits einen ersten Kunden gewinnen, der im Süden von Graz ansässig ist. „Dort werden Batterie-Prototypen für den Verkehr entwickelt. Diese will das Unternehmen mit der Technologie von ProtectLib künftig direkt vor Ort recyceln“, so Kopp.  (se)

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