Elektromobilität Mercedes vermarktet jedes dritte E-Auto in Deutschland im Autoabo

Werden Autoabos im Fahrzeugvertrieb wirklich relevant? Zahlen von Mercedes-Benz deuten nun darauf hin – zumindest bei Elektroautos. Die Schwaben bauen ihr Angebot deshalb weiter aus und bieten auch den EQS künftig im Subscription-Modell an. Wer sich dafür interessiert, braucht allerdings ein hohes Budget.

Auch den Mercedes EQS gibt es ab sofort im Autoabo – zu Monatsraten ab 2.699 Euro.
Auch den Mercedes EQS gibt es ab sofort im Autoabo – zu Monatsraten ab 2.699 Euro.
(Bild: Mercedes-Benz)

Für Mercedes-Benz ist das Autoabo in Deutschland allem Anschein nach bereits jetzt eine wichtige Vertriebsoption – zumindest bei den Elektroautos. Benedikt Schell, Vorstandschef der Mercedes-Benz Bank, erklärte am Donnerstag: „Bereits ein Drittel unserer Kundinnen und Kunden in Deutschland entscheiden sich bei einem Elektrofahrzeug für das Abonnement.“

Mercedes hat für seine Elektroautos vor geraumer Zeit das sogenannte „EQ-Abo“ aufgelegt. Für Verbrenner gibt es derzeit von Seiten des Herstellers kein vergleichbares Angebot. Ein entsprechendes Projekt namens „Flexpierence“ kam einst nicht über die Pilotphase hinaus. Bei jungen Gebrauchtwagen arbeitet die Marke im Abo-Geschäft mit dem Anbieter Vive la Car zusammen.

Der Elektro-Anteil am Mercedes-Absatz in Deutschland ist bislang im Vergleich zum Gesamtmarkt unterdurchschnittlich. Im vergangenen Jahr brachte die Marke laut Kraftfahrt-Bundesamt 12.278 reine Stromer hierzulande neu auf die Straße. Bei insgesamt 225.392 Neuzulassungen entsprach das einem Anteil von 5,4 Prozent. Über alle Fabrikate hinweg hatten E-Autos in Deutschland 2021 dagegen einen Neuzulassungsanteil von 13,6 Prozent. Zum Jahresstart 2022 konnten die Schwaben ihre E-Quote nur leicht anheben: Von 18.730 Neuzulassungen hierzulande waren 1.099 E-Autos – ein Anteil von knapp 5,9 Prozent.

Wer den EQS abonnieren will, muss tief in die Tasche greifen

Vielleicht hilft es da, dass Mercedes mit dem EQS nun auch sein jüngstes Elektroauto im Abo anbietet. Das gab die Vertriebsabteilung des Herstellers am Donnerstag bekannt. Wer das derzeitige Stromer-Flaggschiff der Schwaben im Rundum-Sorglos-Paket inklusive Wartung, Garantie-Reparaturen, Sommer- und Winterreifen, Vollkaskoversicherung mit 1.500 Euro Selbstbeteiligung und kostenloser Nutzung des Lade-Services Mercedes Me Charge nutzen will, muss dafür allerdings tief in die Tasche greifen: Bei eine Monatsrate von 2.699 Euro geht es los, alternativ gibt es auch einen Premiumtarif für 2.999 Euro monatlich mit einem höher ausgestatteten Modell. Fällig werden zudem 400 Euro Startgebühr.

Die Mindesthaltedauer beträgt ein halbes Jahr. Regulär sind die Verträge auf zwei Jahre angelegt, nach sechs Monaten können Kunden sie aber mit einer Kündigungsfrist von einem Monat beenden. Enthalten ist eine jährliche Laufleistung von 10.000 Kilometern. Die ebenfalls enthaltene Me Charge-Nutzung erlaubt es Kunden zudem, kostenlos an allen Ionity-Ladesäulen Strom zu beziehen.

Auch andere langen bei Abos ordentlich zu

Mit seiner Preisrange bewegt sich Mercedes im Abo-Vergleich in bester Gesellschaft. Denn auch andere Marken langen für Elektroautos ordentlich hin. So ruft Porsche beispielsweise für den Taycan im Abo selbst bei jungen Gebrauchtwagen immer über 2.500 Euro Monatsrate auf.

Abo-Betreiber betonen gerne, dass sich ihre Angebote bestens dazu eignen, Kunden von der Elektromobilität zu überzeugen. Dank kurzer Vertragslaufzeiten könnten Autofahrer auf diesem Weg ohne größeres Risiko für sich herausfinden, ob ein Stromer zum eigenen Mobilitätsverhalten passt, so die Erläuterung. Auch Mercedes sieht das so. „Die hohe Nachfrage nach unseren EQ-Abos gibt uns recht: Flexible Abomodelle sind vor allem bei Elektromobilität gefragt“, sagt Schell.

Bereits länger bietet der Hersteller seine Elektromodelle EQA (ab 849 Euro monatlich), EQB, ECQ (jeweils ab 949 Euro) und EQV (ab 1.049 Euro) im Abo an. Wer es günstiger haben will, findet bei anderen Marken manches E-SUV zu günstigeren Abo-Raten: Volvo bietet den XC40 Recharge Plus beispielsweise über Care by Volvo ab 679 Euro monatlich an. Den VW ID 4 gibt es direkt bei den Wolfsburgern als jungen Gebrauchten ab 649 Euro.

In Deutschland vertreibt Mercedes die Abos über seine Mercedes-Benz Rent-Partner. Inklusive den eigenen Niederlassung ist die Miet-Tochter hierzulande an knapp 400 Standorten aktiv.

Autoabos gelten als potenzielle neue Finanzierungs-Säule im Automobilvertrieb neben dem Kauf, dem Leasing und der Finanzierung. Zahlen zum Markt sind bisher rar. Zuletzt gab es Schätzungen, dass 2021 etwa 70.000 Abo-Verträge in Deutschland im Umlauf waren. Laut DAT-Report können sich derzeit hierzulande 11 Prozent der Neu- und 6 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer sowie 26 Prozent der Pkw-Halter vorstellen, ein Abo abzuschließen.Optimistische Prognosen, etwa von Duisburger CAR-Institut, bescheinigen den Subscription-Modellen Chancen, bereits 2030 bis zu 40 Prozent Marktanteil am Neuwagengeschäft erzielen zu können und so andere Optionen wie den Kauf oder die Finanzierung zu verdrängen.

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