Schifffahrt Maersk schickt erstes Containerschiff mit Methanolantrieb auf die Reise

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Der Logistikdienstleister Maersk schickt im Herbst sein erstes Containerschiff auf die Reise, das mit grünem Methanol betrieben wird. Für den Kraftstoff hat das Unternehmen etliche Partner; weitere Methanol-Schiffe folgen bald.

Im Herbst will Maersk das erste Containerschiff der Flotte mit Methanolantrieb auf Jungfernfahrt schicken. Im Bild: 3D-Rendering des Zubringerschiffes.(Bild:  Maersk)
Im Herbst will Maersk das erste Containerschiff der Flotte mit Methanolantrieb auf Jungfernfahrt schicken. Im Bild: 3D-Rendering des Zubringerschiffes.
(Bild: Maersk)

Das Logistikunternehmen Maersk hat mit dem niederländischen Unternehmen OCI Global einen Vertrag über die Lieferung von Bio-Methanol geschlossen. Das Methanol will Maersk einsetzen bei der Jungfernfahrt seines ersten methanolfähigen Containerschiffes. Die 21.500 km lange Fahrt soll von der Werft im südkoreanischen Ulsan nach Kopenhagen führen. Geliefert werden soll der 172 Meter lange sogenannte Feeder im Sommer 2023.

„Feeder“ beschreibt ein Zuliefer- oder Verteilerschiff, das für den Container- und Autotransport ausgelegt ist. Auf dem Schiff ist Platz für 2.100 Zwanzig-Fuß-Container. Das Schiff macht bis zu 17,4 Knoten, das entspricht rund 32 km/h.

Die Methanol-Antriebskonfiguration für das Schiff kommt von MAN Energy Solutions, Hyundai Engine and Machinery (Hauptmotor) und Himsen (Hilfsmotor) – entwickelt wurde sie in Zusammenarbeit mit der Werft Hyundai Mipo und Maersk. Im Schiff befindet sich ein Dual-Fuel-Motor. Er kann mit Methanol betrieben werden und mit konventionellem Kraftstoff mit sehr niedrigem Schwefelgehalt.

Maersk wird das Schiff nach Angaben eines Sprechers auf der Ostseeroute zwischen Nordeuropa und dem Bottnischen Meerbusen einsetzen, dem nördlichen Ausläufer der Ostsee zwischen Schweden und Finnland. Patin des Schiffes wird die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. Von der Leyen soll das Schiff im September in Kopenhagen taufen; der Name ist bislang noch nicht öffentlich bekannt.

19 methanolfähige Schiffe ab 2024

Ab dem Jahr 2024 will der Logistikdienstleister eine Flotte neuer hochseetauglicher Methanol-Schiffe einsetzen. Insgesamt 19 Schiffe mit Dual-Fuel-Motoren hat das Unternehmen bestellt. Die letzten sechs davon im Oktober 2022 – ihre Nennkapazität beträgt circa 17.000 Zwanzig-Fuß-Container. Sie werden im Jahr 2025 geliefert.

Bis zum Jahr 2040 will Maersk Netto-Null-Treibhausgasemissionen erreichen – und dafür bis 2030 mindestens 25 Prozent der Seefracht mit umweltfreundlichen Kraftstoffen transportieren, verglichen mit dem Jahr 2020. Für ausreichende Mengen erneuerbaren Kraftstoffs arbeitet Maersk mit aktuell zehn Unternehmen zusammen, die den Kraftstoff liefern oder die Technik, um den Kraftstoff herzustellen:

  • Carbon Sink
  • CIMC Enric
  • Debo
  • European Energy
  • Green Technology Bank
  • OCI Global
  • Orsted
  • Proman
  • Sugas Renewable
  • Wastefuel

Methanol-Lager mit der Shanghai International Port Group

Im März 2023 hatte Maersk zudem eine Absichtserklärung unterzeichnet mit der Shanghai International Port Group. Darin geht es um das Bunkern des grünen Methanols auf Schiffen – das sogenannte vessel-to-vessel-bunkering – und in den Häfen. Perspektivisch könne aus der Zusammenarbeit eine Energiepartnerschaft entstehen, um die Bunkerdienste auf die vorgelagerte Kette der grünen Methanolindustrie zu fördern.

Woher stammt das Bio-Methanol?

Der Hersteller OCI produziert das grüne Methanol in einer Anlage in den USA und nutzt dazu Biogas aus der Zersetzung organischer Abfälle auf Mülldeponien. Das Biogas wird zu Biomethan aufbereitet und in das Gasnetz eingespeist. Das Methanol wird aus dem Biomethan im Netz auf Basis einer Massenbilanz hergestellt. Das grüne Methanol von OCI ist nach der „International Sustainability & Carbon Certification“ (ISCC) gemäß der EU-Richtlinie über erneuerbare Energien zertifiziert.

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