Vernetzte Autos sollen sicherer, effizienter und komfortabler sein. Doch wo liegen die technischen Grenzen und sollten Automobilhersteller die Software selbst entwickeln?
Vernetzte Fahrzeuge sollen den Straßenverkehr sicherer, effizienter und komfortabler gestalten. „Die Vision von vernetzten Autos ist zwar verlockend, aber die damit verbundenen Risiken für die Sicherheit und den Datenschutz dürfen nicht ignoriert werden“, sagt Patrick Jeanbart von Orange Business.
(Bild: Bing KI)
Die Vision von vernetzten Autos ist verlockend: Sie sollen sicherer, effizienter und komfortabler sein. Automobilhersteller und Konsumenten gleichermaßen sehen großes Potenzial in dieser Technologie. Doch bis diese Vision Realität wird, gibt es noch einige Hürden zu überwinden.
Eine der größten Herausforderungen ist die Fahrzeugsicherheit. Vernetzte Autos sind potenziell anfälliger für Hackerangriffe, welche die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen könnten. Daher ist es wichtig, dass die Automobilindustrie in Zusammenarbeit mit IT-Sicherheitsexperten umfassende Sicherheitskonzepte entwickelt und umsetzt. Ein weiteres Problem ist die Datenhoheit. Vernetzte Autos generieren riesige Datenmengen, die für verschiedene Zwecke genutzt werden können. Es ist wichtig, dass die Fahrer die Kontrolle über ihre Daten behalten und selbst entscheiden können, wer diese Daten nutzen darf.
Patrick Jeanbart, Head of Connected Car Vertical, Smart Mobility Services bei Orange Business, kennt die Herausforderungen und hebt dabei die Notwendigkeit von stabilen Partnerschaften mit Drittanbietern hervor.
Herr Jeanbart, welche Rolle spielen Konnektivität, Netzwerke, Cybersicherheit und künstliche Intelligenz (KI) im vernetzen Fahrzeug?
Patrick Jeanbart von Orange Business betont, dass die Automobilindustrie dafür sorgen muss, dass die Daten der Fahrer vor unbefugtem Zugriff und Missbrauch geschützt sind.
(Bild: Orange Business)
Diese Technologien bilden das Rückgrat vernetzter Fahrzeuge, da sie die Echtzeitkommunikation zwischen Fahrzeugen, Infrastrukturen und anderen Geräten wie Verkehrssensoren oder Smartphones ermöglichen. Die Konnektivität gewährleistet den Austausch aller für Navigation, Verkehrsmanagement und Sicherheitsfunktionen relevanten Daten.
Netzwerke bilden die Grundlage für diesen Austausch. Cybersicherheit schützt vor unerlaubtem Zugriff und Datenmissbrauch. Sie ist angesichts der steigenden Zahl von Cyberattacken eine zunehmend wichtige Komponente. KI verbessert die Fahrzeugfunktionalität, von Fahrassistenzsystemen über die Fahrzeugwartung bis hin zur Navigation und Routenoptimierung. Nur durch fortschrittliche KI-Algorithmen wie neuronale Netze und maschinelles Lernen können vernetzte Autos ihre Umgebung verstehen, Entscheidungen treffen und autonom navigieren, ohne menschliche Eingriffe.
Diese Elemente tragen nicht nur zur Sicherheit, Effizienz und zum Komfort der Nutzer bei, sondern definieren auch die technologischen und sicherheitsrelevanten Standards, die erfüllt werden müssen.
Der Gesprächspartner
Patrick Jeanbart ist Head of Connected Car Vertical, Smart Mobility Services bei Orange Business. Mit 19 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie ist er spezialisiert auf Kundenbeziehungen, After-Sales, Finanzdienstleistungen und vernetzte Dienste weltweit. Sein Ziel ist es, diese Bereiche durch das operative Management von kulturübergreifenden Teams auf der ganzen Welt zu verbessern.
Wo liegen die möglichen technischen Grenzen eines vernetzten Autos?
Die Entwicklungen vernetzter Fahrzeuge sind noch nicht abgeschlossen. Trotz Fortschritten gibt es technische Einschränkungen, die die Funktionalität begrenzen, wie unzureichende Netzabdeckung und Bandbreiten. Obwohl der Ausbau von 5G in Deutschland voranschreitet, ist die Infrastruktur nicht flächendeckend vorhanden. Die letzten Funklöcher sollen voraussichtlich 2026 verschwinden.
Vernetzte Autos benötigen eine zuverlässige drahtlose Kommunikation für den Informationsaustausch. Latenzprobleme und Sicherheitsrisiken durch Schwachstellen in der Software können problematisch sein. Die Integration verschiedener Technologien und Standards stellt viele OEMs vor Herausforderungen, da Interoperabilität und Kompatibilität mit bestehenden und zukünftigen Infrastrukturen gewährleistet sein müssen. Einheitliche Kommunikationsstandards und -protokolle sind essenziell, um Kompatibilitätsprobleme und Interoperabilitätsbeschränkungen zwischen vernetzten Fahrzeugen und Systemen zu verhindern, die durch die aktuelle Technologievielfalt verursacht werden.
Sollten Automobilhersteller selbst Software entwickeln oder Lösungen von Drittanbietern nutzen?
OEMs sind auf strategische Partnerschaften angewiesen. Die Expertise externer Partner ist essenziell, um bei der Entwicklung digitaler Produkte zu profitieren und ihre Markendifferenzierung zu stärken. Eine ausgewogene Strategie könnte darin bestehen, Kernsysteme selbst zu entwickeln, während für ergänzende Funktionen wie Infotainment auf Drittanbieter zurückgegriffen wird. Sie besitzen wertvolles Know-how, die OEMs nur schwer selbst abdecken können.
Für eine optimale Verbindung mit 5G sollten OEMs mit Spezialisten für 5G-Netzwerke, Mobilfunkanbietern und Experten für das Internet der Dinge zusammenarbeiten. Es ist wichtig, bei der Cyber-Security mit erfahrenen Partnern zusammenzuarbeiten, die Lösungen für Threat Intelligence und spezialisierte Security Operations Centers (SOCs) anbieten, um Cyber-Risiken zu minimieren.
Stand: 08.12.2025
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Die Zusammenarbeit mit Partnern erleichtert auch den Zugang zu neuen Märkten und trägt so zur Umsatzsteigerung bei, was beiden Seiten zugutekommt. Langfristige Kooperationen können das Potenzial vernetzter Fahrzeuge maximieren, damit sie nicht nur als bloße Transportmittel betrachtet werden.
Wie offen sollte die Fahrzeugsoftware für Drittanbieter sein?
Die Offenheit von Fahrzeugsoftware für Drittanbieter kann Innovation und Vielfalt der verfügbaren Dienste fördern. Allerdings birgt dies auch Risiken für Sicherheit und Datenschutz, weshalb dieses Argument ernst genommen werden muss. Eine sorgfältig kontrollierte Öffnung, die strenge Sicherheits- und Qualitätsstandards für Drittanbieteranwendungen vorschreibt, könnte ein guter Mittelweg sein. Das ermöglicht es den Automobilherstellern, von externen Innovationen zu profitieren, während sie gleichzeitig die Kontrolle über das Fahrzeugökosystem behalten.
Eine offene Fahrzeugsoftware wirft auch Fragen des Datenschutzes auf. Es muss sichergestellt werden, dass persönliche Daten der Nutzer geschützt sind und nicht ohne deren Zustimmung von Drittanbietern verwendet werden können. Dabei sollten jedoch auch die Vorteile berücksichtigt werden, um die Bedürfnisse der Nutzer zu erfüllen.
Ein Beispiel: Offene Software ermöglicht unabhängigen Werkstätten effizientere und kostengünstigere Reparaturen und Wartungen, indem sie Zugang zu notwendigen Daten und Diagnosetools erhalten.
Wie lange sollten die Hersteller Software-Upgrades anbieten?
Software-Upgrades sind wichtig für eine langfristige Fahrzeugnutzung und Kundenbindung. Allerdings stellt die rasche technologische Entwicklung und die zunehmende Bedeutung von Software in Fahrzeugen eine komplexe Herausforderung dar. Hersteller müssen sicherstellen, dass ihre Fahrzeuge über die gesamte Lebensdauer hinweg sicher, effizient und auf dem neuesten Stand der Technik bleiben.
Andererseits müssen sie wirtschaftliche Überlegungen berücksichtigen und bestimmen, wie lange die fortlaufende Unterstützung praktikabel und nachhaltig ist. Um den Wert und die Sicherheit der Fahrzeuge zu erhalten, sollten Hersteller Upgrades für einen Zeitraum anbieten, der mindestens der durchschnittlichen Besitzdauer eines Fahrzeugs entspricht. Dies variiert je nach Markt und Fahrzeugtyp, liegt jedoch häufig von acht bis 15 Jahren. Damit wird nicht nur das Vertrauen gefördert und die Zufriedenheit der Kunden, sondern unterstützt auch die Nachhaltigkeit durch eine lange Fahrzeuglebensdauer.
Wenn die Hersteller langfristig ihre vernetzten Fahrzeuge unterstützen, stärken nicht nur das Vertrauen der Kunden, sondern positionieren sich auch als verantwortungsbewusste Akteure in der Mobilität der Zukunft.