Elektromobilität Gelfüllung für Lithium-Ionen-Akkus verbessert Lebensdauer

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Ein neuartiges Gel könnte helfen, Lithium-Ionen-Akkus sicherer und leistungsfähiger zu machen. Daran haben Forschende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gearbeitet. Das Gel soll das Auslaufen der leichtentzündlichen Elektrolytflüssigkeit verhindern. Erste Studien im Labor zeigen, dass mit dem Konzept auch die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Akkus verbessert wird.

Dr. Anja Marinow und Prof. Dr. Wolfgang Binder präsentieren die Gelfüllung, die sie für Lithium-Ionen-Batterien entwickelt haben. Damit sollen die Batterien sicherer und effizienter sein.(Bild:  Uni Halle / Heiko Rebsch)
Dr. Anja Marinow und Prof. Dr. Wolfgang Binder präsentieren die Gelfüllung, die sie für Lithium-Ionen-Batterien entwickelt haben. Damit sollen die Batterien sicherer und effizienter sein.
(Bild: Uni Halle / Heiko Rebsch)

Lithium-Ionen-Batterien können schneller geladen werden als herkömmliche Akkus und spielen daher in der Elektromobilität eine wichtige Rolle. Aber: „Die Elektrolyte, in denen die Ionen für den Stromfluss zwischen den Elektroden transportiert werden, sind jedoch leicht entzündlich, was bei Beschädigungen der Batterie zu Feuer und Explosionen führen kann", erklärt Prof. Dr. Wolfgang Binder, Leiter der Forschungsgruppe für Makromolekulare Chemie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). An der Universität arbeiten Forschende nun daran, Lithium-Ionen-Akkus sicherer zu machen. "Wir haben ein Polymer entwickelt, mit dem die Batteriezelle gefüllt wird. In dieser Substanz ist das Elektrolyt gebunden, die Ionen können jedoch weiter frei zwischen den Elektroden zirkulieren", erklärt die Chemikerin Dr. Anja Marinow von der MLU. "Die Füllung hat eine gelartige Konsistenz und kombiniert die hohe Leitfähigkeit von Flüssigkeiten mit der thermischen Stabilität und Robustheit von Polymeren."

Langzeitstudien notwendig

Gel-Batterien mit traditionellen Elektrolyten sind nicht grundsätzlich neu, sie werden beispielsweise als Starterbatterien in Motorrädern verbaut. In Verbindung mit Lithium-Ionen sind sie jedoch technisches Neuland. Das liegt nicht zuletzt an einer besonderen Herausforderung: "In bisherigen Lithium-Ionen-Akkus erzeugen die flüssigen Elektrolyte beim ersten Ladevorgang eine stabilisierende Schicht an den Elektroden, die für die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Batterie entscheidend ist", so Marinow. "Bei Gel-Elektrolyten brauchen wir dafür allerdings ein grundlegend neues Design." Dieses Problem löste man, indem ein Ionen-Gerüst fest in die Molekülketten des Polymers eingebunden wurde.

Erste Testläufe im Labor zeigen: Der Ansatz könnte die Sicherheit der Akkus erhöhen und gleichzeitig sogar ihre Lebensdauer und Leistungsfähigkeit verbessern. "Bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Zellen gelten etwa 3,6 Volt als kritische Größe für die Stabilität der Elektrolyte", erklärt Wolfgang Binder. "Unsere gelartigen Elektrolyte sind auch bei über fünf Volt stabil." Auch die Nachhaltigkeit steht im Fokus der Entwicklung: Die Gele hat man so designt, dass sie nach einem Defekt oder am Lebensende des Akkus relativ unkompliziert recycelt werden können. Bevor die neuen Lithium-Ionen-Gel-Batterien jedoch im industriellen Maßstab hergestellt werden können, sind noch umfangreiche Langzeitstudien erforderlich.

Weiterführende Forschungsarbeiten

Die Forschungsarbeiten fanden im Rahmen des Projekts BAT4EVER statt, das im Horizon-2020-Programm von der Europäischen Kommission gefördert wurde. Am Projekt waren Universitäten, Forschungszentren und Industriepartner aus Deutschland, Belgien, Luxemburg, Italien, Spanien und der Türkei beteiligt. Geplant ist, die Forschung insbesondere zur Nachhaltigkeit im Rahmen des "European Center for Just Transition Research and Impact-Driven Transfer (JTC)" weiterzuführen und auszubauen. Das im Aufbau befindliche Zentrum an der MLU soll forschungsbasierte Lösungen für den Strukturwandel in Sachsen-Anhalt entwickeln, etwa im Bereich der Kreislaufwirtschaft.  (se)

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