Tesla hatte Werbung für seine Elektroautos bisher nicht nötig – aber mit abgebremstem Wachstum kommt die Demut. In einem Interview teilt Firmenchef Elon Musk zudem kontroverse Ansichten.
Elon Musk will mehr Werbeanzeigen für Tesla starten.
(Bild: Elon Musk, Tesla Factory, Fremont (CA, USA) in 2011/Maurizio Pesce/CC BY 2.0/)
Der Elektroautobauer Tesla hat traditionell auf Werbeanzeigen verzichtet, doch mit dieser Linie will Konzernchef Elon Musk nun brechen. „Wir werden ein bisschen Werbung ausprobieren und schauen, wie es läuft“, sagte Musk bei Teslas Aktionärstreffen im texanischen Austin am Dienstag. Angesichts hoher Nachfrage hatte Tesla bezahlte Anzeigen lange nicht nötig.
Musk nutzte seine eigene Popularität und andere Mittel als Marketing-Instrumente, vor allem die inzwischen von ihm übernommene Online-Plattform Twitter. Doch das scheint zunehmend ausgereizt. Dieses Jahr senkte Tesla mehrfach die Preise.
Noch keine ausgereifte Planung
Eine ausgereifte Planung für Werbung habe Tesla aber noch nicht, sagte Musk dem US-Sender CNBC nach der Hauptversammlung. „Ich habe dem gerade erst zugestimmt, es gibt noch keine vollständige Strategie.“ Anzeigen könnten jedoch ein Weg sein, Teslas Kundenbasis zu erweitern. Der E-Auto-Pionier verfolgt ehrgeizige Wachstumsziele, doch die Konkurrenz wird immer schärfer.
Darüber hinaus droht konjunktureller Gegenwind. Auch Tesla sei nicht „immun“ gegen Rezessionsrisiken, sagte Musk. Er rechne in den kommenden zwölf Monaten mit einem schwierigen Wirtschaftsumfeld. Musk kritisierte erneut, das Zinsniveau der US-Notenbank Federal Reserve bremse die Wirtschaft. Höhere Zinsen machen unter anderem Autokredite weniger attraktiv.
Musk zuversichtlich bei autonom fahrenden Teslas
Musk wiederholte in dem Interview seine Behauptung, dass Tesla kurz davorstehe, seine Fahrzeuge bald autonom fahren zu lassen. Ihm nach sei Tesla der einzige Autohersteller, bei dem man glaube, mit einem Software-Update volle Autonomie erreichen zu können. Es sehe danach aus, als würde es noch in diesem Jahr so weit sein, sagte Musk vorsichtig auf Nachfrage.
Vom CNBC-Journalisten David Faber daran erinnert, dass er schon vor Jahren immer wieder das baldige Meistern des autonomen Fahrens verkündet habe, sagte Musk, er sei wohl ein „pathologischer Optimist“. Heute sei er aber zuversichtlich gestimmt, da er selbst nun mehrere Tage durch San Francisco gefahren sei, ohne viel in die Kontrolle des autonomen Fahrzeugs eingreifen zu müssen. Wie bereits vor Jahren stellte er erneut in Aussicht, dass Tesla-Besitzer ihre Autos zum Geldverdienen als Robotaxis losschicken können würden.
Aktuelle Variante nur Assistenzsystem
Tesla lässt Kunden in den USA eine neue Version der Assistenzsoftware „Autopilot“ mit der Bezeichnung „komplett selbstfahrend“ testen. Zugleich betont der Konzern, dass „Autopilot“ die Fahrzeuge nicht zu selbstfahrenden Autos mache und die Menschen am Steuer die Verantwortung behielten. Nach gängiger Definition in der Branche ist auch die Variante im Test nicht mehr als ein Assistenzsystem.
Die General-Motors-Tochter Cruise und die Google-Schwesterfirma Waymo lassen derweil Robotaxis ohne einen Fahrer am Steuer durch San Francisco fahren. Musk behauptete im Interview, die Waymo-Technologie funktioniere nur auf präzise vermessenen Straßen, und werde durch Veränderungen wie Unfälle oder Bauarbeiten verwirrt. Tesla sei dagegen weiter und habe „praktisch“ eine Lösung entwickelt, die überall funktioniere, sagte er.
„Autopilot“-Version im Visier von Ermittlungen
Nutzer-Videos von Tests der neuen „Autopilot“-Version aus den vergangenen Monaten zeigten zum Teil erratisches Verhalten der Software. Das „Autopilot“-System steht nach mehreren Unfällen auch im Visier von Ermittlungen von US-Behörden.
In dem gut einstündigen CNBC-Interview verteidigte Musk auch seine kontroversen Tweets, verurteilte das Arbeiten von zu Hause aus und zeigte sich überzeugt, dass es chinesische Pläne zur Besetzung von Taiwan gebe.
Homeoffice für Musk „moralisch falsch“
Musk wurde unter anderem auf seine jüngsten Tweets über den Finanzier und Holocaust-Überlebenden George Soros angesprochen, in denen er unter anderem behauptete, dass dieser die Menschheit hasse. Auf die Frage, ob er mit solchen Tweets dem Geschäft seiner Unternehmen schade, hakte Musk ab: „Ich werde sagen, was ich sagen will – und wenn die Folge davon ist, Geld zu verlieren, dann ist das so.“
Der Tech-Milliardär, der für alle Angestellten von Tesla und Twitter die Rückkehr ins Büro nach der Pandemie anordnete, bezeichnete das Arbeiten von zu Hause aus als „moralisch falsch“. Wieso sollten Leute, die Autos und Häuser bauten oder reparierten, zur Arbeit gehen – und diejenigen, die vor dem Computer säßen, nicht, argumentierte er.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Tesla für Musk Spitzenreiter bei KI-Entwicklung
Zu Taiwan sagte Musk, es sei die offizielle Politik Chinas, die Insel unter Kontrolle zu bringen. Daher denke er, es gebe „eine gewisse Unabwendbarkeit bei der Situation“. Die USA warnen China stets vor einer Militäraktion in Taiwan. Auf der Insel wird ein großer Teil der globalen Produktion hochmoderner Chips gefertigt. Tesla wäre von einem Konflikt um Taiwan weniger betroffen als andere Unternehmen, sagte Musk: „Ich wäre nicht sicher, wo man zum Beispiel ein iPhone bekommen würde.“ Tesla hat ein großes Werk im chinesischen Shanghai.
Zum Thema Künstliche Intelligenz behauptete Musk, dass Tesla allen überlegen sei: „Ich bin nicht einmal sicher, wer die Nummer Zwei ist.“ Musk war einer der Gründer des ChatGPT-Entwicklers OpenAI. „Ich bin der Grund, warum OpenAI existiert.“ Inzwischen gründete Musk das neue eigene KI-Unternehmen X.AI, über das er noch nicht reden wollte.