Elektromobilität E.On: Welchen Einfluss nehmen Elektro-Pkw und -Lkw auf den Klimaschutz in Deutschland?

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

Mittlerweile sind fast zwei Millionen Elektro-Pkw und über 100.000 vollelektrische Lkw in Deutschland zugelassen. Dazu kommen 191.000 öffentliche Ladepunkte. Doch welchen Einfluss haben diese auf den Klimaschutz? Das haben Datenexperten von E.On ausgerechnet.

Mittlerweile rollen in Deutschland rund 109.000 E-Lkw und -Transporter über die Straßen.(Bild:  Alena Zielinski | E.On)
Mittlerweile rollen in Deutschland rund 109.000 E-Lkw und -Transporter über die Straßen.
(Bild: Alena Zielinski | E.On)

Die Elektromobilität nimmt in Deutschland Fahrt auf, wie Filip Thon, CEO von E.On Deutschland erklärt: „E-Autos sind keine Ausnahme mehr, stattdessen sind immer mehr Menschen in allen Regionen des Landes elektrisch unterwegs. Die wachsende Zahl der öffentlichen Ladestationen erleben wir im Alltag am Supermarkt oder im City-Parkhaus, wo nun ganz selbstverständlich Ladestationen installiert sind. Auch im Transportwesen setzt sich die Elektromobilität als Antrieb der Zukunft durch und zeigt bereits ein starkes Momentum: In Deutschland sind aktuell ca. 109.000 rein elektrische Lkw und Transporter zugelassen. Nutzfahrzeuge bieten durch ihr Gewicht, die vielen Fahrkilometer und dem damit verbundenen, höheren Energieverbrauch ein riesiges Potenzial für Klimaschutz und die Verbesserung der Luftqualität, wenn wir konsequent auf Elektromobilität setzen.“

Die Mehrheit der elektrischen Lastwagen entfällt mit rund 78.000 Fahrzeugen auf Transporter, gefolgt von gut 21.000 kleinen Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 3,5 und zwölf Tonnen. Zudem sind fast 10.000 schwere Lkw > 12 t und Sattelzugmaschinen für das Ziehen von Trailern elektrisch unterwegs. Damit lassen sich – vorausgesetzt es wird mit Ökostrom geladen – mehr als 1,2 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr einsparen. Werden die Fahrzeuge mit dem deutschen Strommix geladen, liegt die Einsparung bei knapp einer Million Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr.

E-Lkw finanziell nicht unattraktiver als Dieselmodelle

Elektrische Lkw und Transporter sind nicht nur klimafreundlich und leise, sondern können für Flottenbetreiber trotz höherer Anschaffungskosten über den gesamten Produktlebenszyklus betrachtet auch finanziell attraktiv sein. Grund dafür ist die günstigere Antriebsenergie, insbesondere wenn intelligente Ladetarife oder eigener Solarstrom genutzt werden. Zusätzlich sorgen weniger Wartungsaufwände, Steuervergünstigungen sowie die Mautbefreiung für E-Lkw bis 2031 für geringere Betriebskosten im Vergleich zum Diesel-betriebenen Pendant.

Wo kommen häufig elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge in Deutschland zum Einsatz? Mit mehr als 57.000 zugelassenen elektrischen Lkw und Transportern lassen sich allein in NRW jährlich 604.000 Tonnen CO₂ sparen. Auch Bayern vermeidet mit über 12.000 E-Nutzfahrzeugen gut 134.000 Tonnen CO₂ pro Jahr. Besonders viele schwere E-Lkw über zwölf Tonnen sind anteilig in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz.

In welchem Bundesland fahren die meisten Stromer?

Der Bestand vollelektrischer Pkw in Deutschland betrug 2025 knapp zwei Millionen. Die meisten Stromer sind mit rund 430.000 in NRW zugelassen. Auf dem zweiten und dritten Platz liegen die Bundesländer Bayern mit 370.000 und Baden-Württemberg mit 310.000 E-Autos. Bremen knackt erstmals die Marke von 10.000 vollelektrischen Pkw. Der Straßenverkehr gehört in Deutschland zu den größten CO2-Treibern. Hier kann die Elektromobilität zu einem großen Hebel für den Klimaschutz werden. Allein die heute zugelassenen E-Autos sparen im Jahr rechnerisch 5,2 Millionen Tonnen CO2-Emissionen ein – vorausgesetzt, sie werden mit 100 Prozent Ökostrom geladen. Mit dem Strommix geladen sind es immer noch gut 4,2 Millionen Tonnen. In NRW und Bayern werden jeweils über eine Million Tonnen CO2 jährlich eingespart. Zudem werden lokale Abgase und Lärmemissionen reduziert, was insbesondere im urbanen Raum eine wichtige Rolle spielt.

Ladeinfrastruktur essenziell

Gut 191.000 öffentliche Ladepunkte versorgen im öffentlichen Raum und entlang der Verkehrskorridore Stromer mit Ladestrom. Dazu kommen private Wallboxen, wie mehr als 71 Prozent der E-Mobilisten sie in der Regel nutzen, und die betriebliche Ladeinfrastruktur, die viele Unternehmen Mitarbeitern und Besuchern zur Verfügung stellen. Auch für schwere E-Lkw mit mehr Ladeleistungs- und Platzbedarf gibt es zunehmend öffentliche Ladestandorte. Zum Beispiel bauen E.On und MAN gemeinsam dedizierte Nutzfahrzeugladestationen an Servicestandorten des Nutzfahrzeugherstellers in Deutschland und weiteren europäischen Ländern auf.

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Neben der reinen Anzahl an Ladepunkten spiel die Ladeleistung eine wichtige Rolle. Denn, ob ein Stromer mit elf oder mit 400 kW geladen wird, spiegelt sich in der Verweildauer wider. Insgesamt sind in Deutschland etwa 7.950 MW öffentliche Ladeleistung installiert. Die EU-Verordnung „über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ (AFIR) sieht eine Ladeleistung von 1,3 kW je rein elektrischem Auto vor. In Deutschland sind derzeit rechnerisch 4,1 kW je zugelassenem E-Pkw installiert.  (se)

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