Vor allem dank der vielen Newcomer aus Fernost ist die EICMA in Mailand mittlerweile ein Event von Weltrang. Klangvolle Namen trafen auf viele Nischen und ein paar Innovationen.
Als größte Motorradmesse der Welt fand die EICMA 2023 Anfang November in Mailand statt.
(Bild: EICMA)
Auf dem Gelände der traditionsreichen Messe Mailand stehen seit über 100 Jahren Anfang November motorisierte Zweiräder im Zentrum des Geschehens. War das traditionelle Pow-Wow der Zweiradindustrie lange vor allem von den starken Marken aus Italien gefärbt, ist die mittlerweile in EICMA umbenannte Show in den letzten Jahren mehr und mehr zum Event von Weltrang aufgestiegen.
Dank des Drängens von Zweiradkonzernen aus Fernost auf die europäischen Märkte wird das auch für deutsche Biker relevante Neuheitenfeuerwerk immer größer. Vor allem die Chinesen besetzen immer mehr Nischen und sind längst sogar Treiber der sich seit Jahren vor allem im Rollerbereich vollziehenden Elektrowende.
Die etablierten Hersteller aus Europa und Japan kontern mit technischen Innovationen, Tradition und dem Vordringen in immer neue Nischen, wie sich auch in diesem Jahr wieder zeigt.
Erstaunlich viel Zeit für den Vorstoß in die Einzylinder-Nische hat sich etwa Ducati mit dem neuen Motor Superquadro Mono gelassen, der als erstes im Hypermotard 698 Mono sein potentes Vortriebswerk verrichten darf. Damit haben die Italiener endlich ein Modell am Start, mit dem man den seit Jahrzehnten erfolgreichen Spitzkehren-Singles von KTM Paroli bieten kann.
Ducati selbst bekommt wiederum Gegenwind von Suzuki mit dem Anfang 2024 startenden Reisetourer GSX-S 1000 GX, der klar gegen die seit 20 Jahren erfolgreiche Multistrada positioniert ist.
Konkurrenz aus Asien
Eine ganz andere Nische hat Yamaha für sich entdeckt: Mit dem Rayzr 125 kommt nun ein Stadtroller nach Europa, der zumindest preislich mit der Billig-Konkurrenz aus Asien mithalten kann. Der hohe Premium-Anspruch der Japaner insbesondere gegenüber seinen europäischen Kunden scheint dabei eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.
Chinesen können nicht nur billig, sondern mittlerweile auch gut. Was ihnen hingegen fehlt, ist Tradition. Klangvolle Namen schaffen Vertrauen zum Kunden, weshalb sich mittlerweile viele Konzerne aus dem Reich der Mitte mit Namen traditioneller Hersteller aus Europa schmücken. Hinter Marken wie Benelli, Lambretta oder Moto Morini stecken längst Konzerne aus Fernost.
Hersteller setzen auf traditionelles Image
Auch etablierte Hersteller setzen stärker auf klassische Namen. Wie in den Vorjahren wurden 2023 wieder einige Neuheiten mit alten Modellnamen klassischer Formen und Traditionsimage vorgestellt. So adelt Honda seine wachsende CB-Familie vermehrt mit dem Namenszusatz Hornet, wie das Beispiel der frisch präsentierten CB 1000 Hornet belegt. Mit der CBR 600 RR feiert zudem die „kleine Fireblade“ ein Comeback.
Gleiches Spiel bei Kawasaki. Die Grünen haben ihren Einstiegs-Cruiser Eliminator wiederbelebt und außerdem die extrem hochdrehende 400er-Sportlerin ZX-4RR aus der Ninja-Gruft geholt.
Renaissance war auch bei Herstellern aus Italien angesagt. MV Agusta lässt die Reiseenduro Cagiva Elefant alias LXP Orioli wiederaufleben, während Moto Guzzi die Stelvio zurück ins Programm holt. Doch nur der Name ist Retro, denn technisch basiert die Stelvio auf der topmodernen V100 Mandello. Yamaha versucht hingegen mit der XSR 900 GP rein optisch an die Rennsporterfolge der 80er-Jahre zu erinnern.
Chinesen versuchen sich im Sport-Segment
Die in Europa zunehmend erfolgreicheren Hersteller aus China bohren hingegen ihre Modellpaletten immer weiter kräftig auf. Dieses Jahr versuchen sie unter anderem in die traditionell von den Japanern stark besetzten Sport-Segmente vorzudringen.
QJ Motor drängt mit der SRK 1000 RC in die Phalanx der Superbikes. 106 kW/144 PS bei 198 Kilogramm Gewicht sowie eine starke Optik sprechen für sich. Benelli, seit 2005 im Besitz von Qjian Jiang aus China, lässt die sportliche Tornado in dreifacher Ausführung in den Hubraumklassen 300, 400 und 500 aufleben.
Während die Chinesen in klassischen Segmenten weiter zur Aufholjagd blasen, führen sie bei elektrisch angetriebenen Klein- und Großrollern den Markt an.
E-Scooter auf dem Vormarsch
Eindrucksvollstes Beispiel ist der Hyper-E-Scooter Senmenti 0 von Horwin. Der 230 Kilogramm schwere Elektro-Bolide kann mit seinem 74 kW/99 PS und 894 Newtonmeter in 2,8 Sekunden auf Tempo 100 sprinten und erreicht maximal 200 km/h. Wie bei E-Autos gibt es eine 400-Volt-Architektur mit großer 17-kWh-Batterie, die 300 Kilometer Reichweite erlaubt. 2024 kommt der mit viel Technik ausgestattete Stromer für rund 18.000 Euro nach Europa.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Eine komplett neue Marke ist Scorpio Electric, die in Mailand den Premium-E-Scooter X1 vorstellen. 10.000 Euro soll der 105 km/h schnelle und 200 Kilometer weit fahrende Schönling kosten. Lambretta und Vmoto stellen zudem mit Elettra und ADP zwei ebenfalls ansehnliche Großroller mit E-Antrieb als seriennahe Konzepte vor.
Weniger sehenswert, aber richtungsweisend ist zudem ein neuer E-Motor für Scooter der 125er-Klasse von Bosch, der vor allem viele der kommenden Newcomer aus Fernost antreiben dürfte. Welche das sein werden, bekommen wir sicherlich in den nächsten Jahren in Mailand zu sehen.