Aumovio Mobility Report Deutschland vs. China: Sorgt automatisiertes Fahren für mehr Sicherheit?

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

Deutsche Autofahrer haben andere Bedürfnisse als chinesische. Das spiegelt sich insbesondere beim automatisierten Fahren wider, wie der Aumovio Mobility Report verdeutlicht. Das zeigt: Eine One-size-fits-all-Strategie ist für globale Automotive-Unternehmen nicht zielführend.

Wie sieht das Auto der Zukunft in Deutschland und China aus? Hier trifft der Sicherheitsgedanke auf den Wunsch nach vernetzter Autonomie.(Bild:  Aumovio)
Wie sieht das Auto der Zukunft in Deutschland und China aus? Hier trifft der Sicherheitsgedanke auf den Wunsch nach vernetzter Autonomie.
(Bild: Aumovio)

Autofahrer in Deutschland und in China haben unterschiedliche Ansprüche an ihr zukünftiges Fahrzeug. Während man sich im Reich der Mitte neue Technologien wünscht, steht hierzulande der Sicherheitsgedanke im Mittelpunkt. Das zeigt der Mobility Report der Noch-Continental-Sparte Automotive, Aumovio, auf. Aumovio wird ab 18. September 2025 mit dem Börsengang als eigenständiges Unternehmen agieren. Der Report basiert auf Daten, die durch das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov erhoben wurden. In Online-Interviews wurden jeweils rund 1.000 Personen aus Deutschland und aus Metropolregionen in China befragt, die einen Führerschein besitzen und gelegentlich oder regelmäßig mit dem Auto fahren.

Sicherheit im Fokus

Laut der Mobilitätsstudie des Zulieferers halten 58 Prozent der deutschen Autofahrer fortschrittliche Sicherheitssysteme für ein wichtiges Merkmal des Autos von morgen. Im Vergleich dazu zeigen die Befragten in China mehr Flexibilität in ihren Präferenzen, wobei 37 Prozent der Fahrer diese Systeme hervorheben. Eine elektrische Reichweite von mehr als 600 Kilometern (44 Prozent) war für sie die wichtigste Eigenschaft des Fahrzeugs der Zukunft. Von den deutschen Befragten sagten das die Hälfte. Auffällig ist zudem: In China wird Funktionen für autonomes Fahren deutlich mehr Bedeutung beigemessen als in Deutschland, wie die Zahlen von 39 bzw. 15 Prozent belegen.

Kulturelle Unterschiede müssen berücksichtigt werden

„Die Ergebnisse des Aumovio Mobility Reports machen deutlich: Eine One-size-fits-all-Strategie ist für globale Automotive-Unternehmen nicht zielführend“, erklärt Philipp von Hirschheydt, CEO von Aumovio und unterstreicht: „Eine differenzierte Marktansprache für die verschiedenen Regionen ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer weltweit agiert, muss regionale Erwartungen verstehen und mit neuen Technologien die entsprechenden Zielgruppen adressieren. Eine erfolgreiche Präsenz in den internationalen Schlüsselmärkten, insbesondere in Deutschland und China, erfordert ein tiefgreifendes und differenziertes Verständnis der jeweiligen Kundenbedürfnisse.“

Dies belegt auch die Umfrage: 30 Prozent der chinesischen Fahrer würden bei ihrem nächsten Kauf ein europäisches Auto wählen, und 32 Prozent würden sich für eine chinesische Marke entscheiden. Das zeigt, dass europäische Autos für chinesische Verbraucher trotz vieler Herausforderungen nach wie vor attraktiv sind. Zwar zeigt man auch in Deutschland Interesse an chinesischen Fahrzeugen, allerdings kämen chinesische Autos nicht einmal für ein Zehntel der deutschen Autofahrer als nächstes Fahrzeug infrage. Mehr als die Hälfte der Deutschen würde aktuell ein europäisches Auto kaufen.

Preis-Leistung vs. Markenreputation

Die Erwartungshaltung an Modelle aus China und Europa sind dabei bei den Befragten ganz unterschiedlich. Deutsche Autofahrer achten bei chinesischen Autos vor allem auf den Preis: So zeigt die Studie, dass bei mehr als der Hälfte der deutschen Befragten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und zuverlässige Qualität im Fokus stehen. Für chinesische Autofahrer hingegen spielt vor allem die Markenreputation eine wichtige Rolle. Auch achten sie auf Materialien und hochwertige Verarbeitungsqualität. Wettbewerbsfähige Preise sieht nur jeder fünfte Chinese (22 Prozent) als ein Kaufkriterium. Deutschland sieht chinesische Autos stark durch die Preis-Leistungs-Brille und schaut kaum auf die fortschrittlichen Features, für die chinesische Autos bekannt sind. Für chinesische Verbraucher ist der Kauf eines europäischen Modells vor allem eine Anerkennung der langjährigen Tradition und der bewährten hohen Qualität einer Marke.

Technologieverständnis unterscheidet sich essenziell

Die Akzeptanz moderner Technik ist in beiden Märkten hoch. Weder in Deutschland (63 Prozent) noch in China (80 Prozent) fühlen sich Menschen von neuen Technologien im Fahrzeug überfordert. Als wichtig für ihr zukünftiges Auto erachten die deutschen Autofahrer eine eingebaute Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen (85 Prozent), eine gute Smartphone-Einbindung (66 Prozent) und Fahrassistenzsysteme (61 Prozent). In China werden diese Features ebenfalls geschätzt, doch anders als in Deutschland sind dort zudem KI-gestützte Sprachassistenten (71 Prozent, Deutschland: 39 Prozent) und autonome Fahrfunktionen (70 Prozent, Deutschland: 32 Prozent) gefragt. Deutliche Unterschiede gibt es beim automatisierten Fahren. 68 Prozent der befragten Chinesen glauben, dass autonomes Fahren die Sicherheit beim Fahren erhöht. In Deutschland glauben das lediglich 38 Prozent. Evolution versus Revolution – die Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich das Technologieverständnis beider Gesellschaften ist: Während deutsche Konsumenten bestehende Technologien perfektionieren möchten, möchten chinesische Autofahrer das Auto von morgen in vielerlei Hinsicht auf ein ganz neues Level heben. (se)

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