Am 17. und 18. September 2025 stand Wien im Zeichen sicherer autonomer und Software-definierter Mobilität. Zum sechsten Mal fand in der Hofburg das Branchenevent „The Autonomous“ statt. Mit dem Fazit: Autonomie ist keine Vision mehr, sondern beeinflusst die Realität bereits heute. Aber: Safety ist die Herausforderung, um vollautomatisierte und autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.
Am 17. und 18. September 2025 fand in der Wiener Hofburg das Branchen-Event The Autonomous statt.
(Bild: Stefanie Eckardt)
Zum sechsten Mal wurde in der Österreichischen Hauptstadt das Branchen-Event "The Autonomous" durchgeführt – dieses Mal mit zwei Neuheiten. 400 Teilnehmer (Präsenz und digital) und 230 beteiligte Unternehmen waren in einer Veranstaltung dabei, die nun über den Automotive-Tellerrand blickt und sich auf Bereiche ausweitet, in denen Sicherheit und Robustheit eine ebenso wichtige Rolle spielt. Eines der Felder ist zum Beispiel Robotik. „Bei The Autonomous geht es darum, die Zukunft der autonomen Mobilität zu gestalten. Jetzt erweitern wir diese Vision. Durch branchenübergreifende Zusammenarbeit wollen wir die Zukunft autonomer Systeme in allen Branchen gestalten“, erklärte Ricky Hudi, Vorsitzender von "The Autonomous". „Wir sind davon überzeugt, dass die Skalierung der Robotik dieselben Grundlagen erfordert wie die Skalierung autonomer Automobilsysteme. Aus diesem Grund haben wir die Organisation The Autonomous gegründet – eine wirklich offene und neutrale Plattform“. Gründungsmitglieder sind TTTech Auto, NXP, Infineon und die TTTech Group.
Sichere Autonomie ist der Schlüssel
„Autonomie ist nicht länger eine Vision, sondern beeinflusst unsere Welt schon heute“, erklärte Susanne Einzinger, Chefin von The Autonomous, in der Eröffnung. Und Hudi ergänzte: „Safety und Security sind keine Themen, in denen wir in den Wettbewerb gehen sollten. Diese Themen sollten nicht nur in unser aller Fokus sein, sondern wir sollten und müssen hier eng zusammenarbeiten.“ Die Veranstaltung startete mit einem Fireside-Chat, der Georg Kopetz, CEO der TTTech Group, Kurt Sievers, CEO NXP, Jens Kötz, Entwicklungsleiter Architektur, Energie, Security/Safety bei Audi und Young Sohn, Gründungsmitglied von Walden Catalyst Ventures zusammenbrachte. Hier diskutierte man, wie Software- und KI-definierte Autonomie nicht nur sicher, sondern auch skalierbar gestaltet werden kann. Im Fokus standen Edge-KI, die Integration von Halbleitern und Software, Geschäftsmodelle und wie Europa Innovationen, Regulierungen und Souveränität unter einen Hut bringen kann
Im Anschluss ging es in die technische Ebene: Die erste Panel-Diskussion beleuchtete die End-to-End-Architektur AD-Systemen – vom Sensor zum Aktor. Denn: Von Wahrnehmungstechnologien über deterministisches Computing bis hin zu fehlertoleranter Aktuierung muss jede Komponente nahtlos integriert sein, um den Anforderungen des realen Einsatzes gerecht zu werden. Sensorfusion, Echtzeit-Datenverarbeitung und Fail-Operational-Architekturen spielen eine wichtige Rolle, um Autonomie-Level sicher umzusetzen. „Safety ist die wichtigste Herausforderung, die autonomes Fahren möglich macht. Hier darf es keine Kompromisse geben“, unterstreicht Stefan Poledna, CEO und CTO von TTTech Auto.
Vom Software-definierten zum KI-definierten Fahrzeug
Heutzutage ist nicht nur das Software-definierte Fahrzeug (Software-defined Vehicle, SDV) in aller Munde, sondern auch das KI-definierte. Aber ersetzt zweiteres tatsächlich das SDV? „Wir sehen nicht, dass das KI-definierte Fahrzeug das SDV ersetzen wird. Wir sehen es eher als Evolution, die von einer Daten-getriebenen anstelle einer Regel-basierenden Architektur getrieben wird“, erklärte Yuping Wang von Carizon. Er nannte als Beispiel, dass ein KI-basierendes Sicherheitssystem in der Lage ist, einen Schulbus zu erkennen, der auf der Straßenseite parkt und dem Fahrer seines Fahrzeugs eine entsprechende Warnung zukommt, er möge bitte langsamer fahren, weil Kinder hinter dem Bus hervorkommen könnten. Wie das Beispiel zeigt, ist Safety im Bereich KI angekommen, aber Security könnte sich zum Problem entwickeln, wie Ronan Smoly, CEO vpn PlaxidityX betonte: „Es ist noch nicht überall verstanden wurden, dass Hacker sich der KI bemächtigen können. Autos sind Teil eines hochintegrierten Systems – vom Automobilhersteller über den Zulieferer, den Komponentenhersteller, dem Software-Anbieter bis hin zum Händler – und der leichteste Weg in dieses Netzwerk einzudringen, ist das Fahrzeug.“ Ein wichtiger Punkt. Denn, wenn KI-basierende Fahrzeuge gehackt werden können, wird das Vertrauen der Öffentlichkeit in die KI erheblich leiden, wie auch Lars Reger, CTO von NXP in seiner Keynote unterstrich: „Wenn die KI in meinem autonomen Fahrzeug anfangen würde, unberechenbar zu fahren, würden meine Kinder nicht mehr alleine damit unterwegs sein. Vertrauen ist der Faktor, der dafür sorgt, dass ein entsprechender Markt für autonome Fahrzeuge entweder ermöglicht oder aber verhindert wird.“
Stand: 08.12.2025
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Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist in einem autonomen Fahrzeug nicht mehr möglich. Daher sind die derzeitigen Phantombremsungen – also unerwartete und unnötige Bremsvorgänge, mit denen vor allem Tesla zuletzt zu kämpfen hat – ein enormes Problem, wie Missy Cummings, Professorin an der George Mason Universität erläuterte. „Wir haben ein gewaltiges Problem – automatisierte Fahrzeuge, die halluzinieren.“ Automatisierte Fahrzeuge sind nicht in der Lage, sicherheitsrelevante Szenarien intuitiv wie der Mensch zu erfassen. „Neuronale Netze wissen nichts von sich aus, sie haben nicht die Möglichkeit selbständig zu verstehen, vorzustellen oder zu denken. Und alles End-to-End-Lernen lässt das Problem nicht verschwinden. Es gibt heutzutage noch keine autonomen Fahrzeuge – sie brauchen alle einen menschlichen Babysitter.“
Gesetzgebung und Regulierungen
Die Spannung stieg bei der Panel-Diskussion Nummer 3, die den vielversprechenden Titel „Die regulatorische Roadmap zum autonomen Fahrzeug: Zwischen Safety und Innovation“ trug. Denn die Gesetzgebung spielt auf dem Weg zum automatisierten und autonomen Fahren eine entscheidende Rolle. Sicherheit bleibt das Gebot der Stunde, aber übermäßig strenge Vorschriften könnten Neuentwicklungen und Innovationen im Wege stehen. Anderseits kann wiederum das Fehlen klarer Richtlinien die Einführung neuer Systeme verzögern. Die Crux liegt vor allem darin, dass jedes Land sein eigenes Süppchen kocht. Hier gilt es einen gemeinsamen Nenner zu finden, wie Richard Damm, Präsident und Vorsitzender des Kraftfahrt-Bundesamts und der UNECE betonte: „Alle Länder haben dasselbe Ziel: Sicherheit. Wir müssen Wege finden, zusammenzuarbeiten, um eine gemeinsame Grundlage für die Vorschriften jedes Landes zu schaffen. Das sollte keine Frage des Wettbewerbs sein.“ Dem konnte Bolin Zhou, leitender Ingenieur bei Catarc (China Auto Standardization Research Institute) nur bedingt zustimmen. Er betonte zwar, dass China seinen Teil zur Unece beiträgt, aber im gewohnt schnellen und gefürchteten China Speed. „Und der ist schneller als die Unece.“ Das mag sein, verdeutlicht aber auch, dass ein Konsens schwierig zu erreichen wird.
Neuer Fokus: Robotik
Robotik war eines der Schlagwörter auf der diesjährigen Veranstaltung und so widmete man diesem Thema den letzten Roundtable. Kein Wunder, denn dieses beeinflusst verschiedene Anwendungen – angefangen von autonomen Fahrzeugen über Aviation, Smart Cities und Medizinelektronik bis hin zu präziser Landwirtschaft. Während sich auf der einen Seite mehr Spielräume bieten als im Automotive-Bereich, wie in der Landwirtschaft, ist wiederum der Bereich Aviation schwierig. Grundsätzlich findet Muneyb Minhazuddin von Ambarella: „Sobald Menschen ins Spiel kommen, geht es um Sicherheit, Vorschriften und alles, was damit zusammenhängt. In einer reinen Machine-to-Machine-Umgebung kann man sein autonomes System von Grund auf neu entwerfen.“ Das wäre wohl insgesamt der Gamechanger – den Menschen als Risikofaktor Nummer 1 aus der Gleichung zu nehmen. (se)